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AW: Vereinssterben - Risikofaktoren und Gegenmaßnahmen
Da ich als Abteilungsleiter selber an der Fortentwicklung unserer Abteilung Interesse habe, habe ich mir mal den „Spaß“ gemacht und die 17 Seiten durchgelesen.
Leider muss ich Armendariz recht geben. Die Mehrzahl der Posts sind keine konstruktiven positiven Vorschläge. Sofern einmal einer einen guten Ansatz in den Raum stellt, kann man darauf warten, dass der Vorschlag sofort auseinandergenommen wird und groß und breit erklärt wird, warum es nicht klappen kann. Vielleicht wäre es manchmal sinnvoller positiv zu denken und nicht immer alles schlecht zu reden.
Jetzt die Sicht aus unserem Verein. Wir als Abteilung haben seit über 10 Jahren nahezu die gleiche Anzahl an Mitgliedern. Auch bei uns ist es so, dass Spieler den Verein wechseln oder eventuell auch ganz aufhören. Aber es kommen immer wieder neue Spieler hinzu.
Was unser größter Vorteil im Verein ist und auch von außen als positiv wahrgenommen wird, dass bei uns alle Mitglieder gleich viel zählen. Egal, ob Spieler der ersten Mannschaft oder Hobbyspieler. Bei uns können alle offen ihre Meinung kundtun und diese Meinung wird auch akzeptiert, auch wenn sie manchmal konträr zur Gesamtmeinung ist.
Bei uns ist es z.B. so, dass eine Wechselanfrage nicht durch die Abteilungsleitung entschieden wird, sondern wir berufen eine außerordentliche Abteilungsversammlung ein. In dieser Sitzung, an der im Übrigen ein Großteil der Mitglieder anwesend ist, wird dann ausführlich, aber auch konstruktiv diskutiert und eine mehrheitliche Lösung gefunden. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass wir ein paar Spielern gesagt haben, dass sie nicht willkommen sind, weil sie charakterlich nicht in die Gemeinschaft passen.
Genauso verfahren wir, wenn größere Entscheidungen zu treffen sind.
Durch diese Wertschätzung aller Mitglieder ist bei fast allen die Bereitschaft da mitzuhelfen. Egal bei einem größeren Turnier, wie z.B. die Bayerischen Meisterschaften, als auch im Training.
Was für mich aber als Abteilungsleiter essentiell wichtig ist, dass man an seiner Abteilung dran ist. D.h. ich kann mich nicht zu Hause in meinem Kämmerlein verkriechen, sondern ich muss auch im Training vor Ort sein um Stimmungen rechtzeitig mitzubekommen. Nur dann kann ich ggf. gegensteuern oder moderierend eingreifen.
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Es geht nichts über eine Rückhandpeitsche.
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