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Zitat von Fozzi
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ManU ist ein Beispiel was passiert, wenn Private Equity in den Fussball geht.
Rein operativ machen die schon Plus. Nur zieht Glazer seit Jahren Geld aus dem Verein. Der Kaufpreis wurde damals als Kredit auf den Verein übertragen, den sich Glazer aus den laufenden Einnahmen mit Zinsen zurückzahlen lässt. Das summiert sich über die Jahre sogar auf deutlich über 1Mrd Euro.
Für Glazer ein gigantisches Geschäft!
ManU zahlt sich selbst ab, Glazer kassiert noch zusätzlich über Zinsen und eventuell, ich weiss es nicht genau, über Mieten und Lizenzen und wenn er irgendwann mal den Verein verkaufen sollte, dann wäre der Erlös, sicher an die 3 Mrd Euro, sein Reingewinn.
Und das Transferminus wird ja abgeschrieben. Da kannst du ja, ich weiss den genauen Steuersatz in England jetzt nicht, sicher 30-40% von den 500 Mio abziehen, die sie an Steuern gespart haben aufgrund der Abschreibungen. Zudem unterliegt der Transfermarkt zur Zeit einer massiven Inflation und diverse Akteure könnte man ja auch wieder zu Geld machen.
Ich meine ManCity hat in den letzten 10 Jahren sogar 700 oder 800 Mio Transferminus gemacht, die könnten aber jederzeit ihre Offensive mit deutlichem Überschuss weiterverkaufen.
Ein Transferminus muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, wenn Spieler an Wert zulegen und/oder so einen Mehrwert bringen, dass sich die Einnahmen des Klubs überproportional erhöhen.
Bei United wiegt das rausgezogene Geld mMn. weitaus schwerer als die 500 Mio Transferdefizit.
Bilanzanalytisch ist für mich die Personalkostenquote bei Fussballvereinen der entscheidende Punkt. Wer hier bei 50-55% liegt ist im Grunde gesund. DER Wackelkandidat ist und bleibt für mich Barca, die sich massiv übernommen haben. 70% Personalkosten UND über 1 Mrd Schulden gehen halt schwer zusammen.
Völlig aussen vor sind natürlich City, PSG und Juve. Das sind Werbeträger bzw. Spielzeuge ihrer Besitzer.
Theoretisch könnten das VW, Bayer, SAP und Redbull genauso machen, wenn sie denn wollen würden.VW würde es nicht mal ansatzweise merken, wenn sie von ihrem 10 oder 20 Mrd Gewinn pro Jahr 300 oder 400 Mio zusätzlich in den Fussball pumpen würden.
Nur kann man das in Deurschland der Belegschaft nicht verkaufen. Die Italiener bei Fiat sehen das etwas entspannter. Da kann ein Agnelli mal eben 300 Mio bei Juve nachschiessen und die Belegschaft freut sich über de Ligt und Ronaldo. Ein Ronaldo in Wolfsburg als bestbezahlten Angestellter von VW wäre in unserer Kultur völlig undenkbar.