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Alt 13.11.2019, 23:46
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von BlinderBarmer Beitrag anzeigen
Politisch relevanter finde ich momentan die Wohnungssituation, insbesondere in Berlin, wo die Verwaltung unter Führung der Linken Wohnungsneubau verzögert und verhindert, damit die Preise treibt und sich jetzt mit dem Mietendeckel zum Retter vor den selbst verursachten Problemen aufspielt.

Das läuft genau nach Plan.


Das schöne ist ja, dass man die durch den Mietendeckel wertreduzierten Häuser dann preisgünstiger enteignen kann.
Was bei der Wohnungsdiskussion oft vernachlässigt wird ist, dass gerade im Bereich der günstigen Wohnungen durch die 2 Mio Neubürger, EU-Osterweiterung und wirtschaftliche Konzentration auf wenige starke Zentren ein Mangel entstanden ist. Wer das erwähnt ist gleich "rechts", aber alleine bei uns im Nachbarort stellt sich sie Situation wie folgt dar:

Zur Zeit etwa freier Wohnraum für 300 Personen laut Lokalpresse. Nächstes Jahr Zuteilung von etwa 400 weiteren Flüchtlingen nach Landesschlüssel, dezentrale Unterbringung geplant. Laut Lokalpresse sieht die Stadt ein großes Problem schon diese Personen unterzubringen.

Der qm-Preis liegt in unserer Gegend recht günstig, da bisher kein Wohnraummangel. Bisher 6-8 Euro pro qm, für Luxusneubauten maximal 10.

Was passiert nun, wenn diese 400 zusätzlichen Bürger einquartiert sind?
Wer logisch überlegt, weiss, wie sich bei dieser Zuteilung die Preise entwickeln werden. Gerade im "günstigen" Segment entsteht dann auf Dauer ein Preisdruck nach oben.

Mir kommt dieser Aspekt, der eigentlich rein auf marktwirtschaftlichen Vorgängen beruht, in der Diskussion zu kurz.

Geht man in das Jahr 2014 zurück, dann müssten, um dieselbe Marktlage zu erreichen, mindestens 1 Mio bezahlbare (!) Wohnungen gebaut werden.

Das passiert aber nicht. Was mehrheitlich gebaut wird liegt im oberen Segment oder auch neue Flächen für EFH oder Doppelhaushälften. Da werden für neu gebaute ETW Preise aufgerufen, die mehr als abnormal sind.

Ein Teufelskreis, aus dem man nur durch massives öffentliches Bauen herauskommen wird. Man muss viel mehr Angebot im mittleren Bereich schaffen, um auch auf den Markt Druck auszuüben. Steigt das Angebot, dann sinken die Preise.

Dazu kommt natürlich noch, dass große Immonilienunternehmen gar kein Interesse haben diesen Mangel zu beseitigen. Schaut man sich die Häuser von LEG, Vonovia und Co an, dann könnten sie niemals ihre Preiserhöhungen am Markt durchsetzen, wäre ausreichend Wohnraum da. Man investiert nichts in die Immobilien, macht höchstens energetische Sanierungen, um die Miete hochzutreiben und versucht aus bestehendem Eigenkapital (Wohnungen) Renditen von über 10% rauszuholen, wo ein "normaler" Investor, der langfristig denkt, 3-4% kalkuliert.

Das ist viel einfacher, als mit Fremdkapital teuer neu zu bauen und Renditen erst nach Jahren zu realisieren.

Geändert von Noppenzar (13.11.2019 um 23:53 Uhr)