Zitat:
Zitat von Nieschreiber
... Mein zentralster und wirklich praxistauglicher Satz zu Kindern und Erziehung lautet: "Kinder brauchen keine Erziehung, Kinder brauchen Liebe."...
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Ich ergänze "Wir alle brauchen Liebe", Kinder ganz besonders, ABER: wer vergisst Grenze zu setzen propagiert "Affenliebe". Eltern sein heißt Verantwortung für die Schutzbefohlenen zu übernehmen, eine Hauptaufgabe ist die Vorbereitung auf das näher rückende Leben, das ist alleine, wenn auch zu weiten Teilen, nicht mit Liebe zu erreichen ... leider!
Ansonsten heißt das natürlich KINDER, nicht Eltern, wobei ich natürlich verstehe was du mit Eltern meinst. Hier sind aber nicht die eigenen Dachschäden durch falsche Erziehung durch die Großeltern gemeint. Der zweite Halbsatz erklärt das meine ich ausreichend.
Doch, doch, ich (sah), sehe eine Reihe von Eltern, (früher schon als ich meine Kinder noch erziehen musste (durfte)), die völlig überfordert sind weil sie sich im Wust der Erziehungsbücher verloren haben, Ihnen selbst nicht klar ist was ihr Kind wirklich braucht.
Fozzi, Du, Paul und ich haben schön herausgearbeitet was wirklich notwendig ist ... Liebe (da zähle ich das Lob hinzu), Grenzen, Konsequenz (hier die Strafe), damit ist schon viel erreicht. Not to forget, im Vorbeigehen wird das niemals was, Zeit also, wurde ja auch schon richtigerweise ins Feld geführt. Wer keine Zeit für Kinder aufwenden kann oder will sollte keine haben, fertig. Oberstes Gebot für mich war, meine Frau oder ich bleiben zu Hause, basta. Die Kinder werden in die beide Großelternfamilien mit eingeflochten um dem Elternteil das zu Hause bleibt Freiraum zur Erholung und persönlichen Seelenpflege zu verschaffen. Was überschätzt wird ist Geld, Geld ist wenig wichtig, Kinder können auch mal einen Tag nur mit Butterbrot und Tee leben. Kinder brauchen auch keine gekaufte nanny, sie brauchen die Liebe und Wertschätzung der Familie. Übrigens zu einer Familie und da scheint mir eine gewaltige crux zu liegen gehört auch ein Papa. Heute grenzt man (und grenzen sich selbst) die Papis leider oft aus. Getrennte Beziehungen sind irgendwie ein Charakteristikum unserer Zeit (kann jeder mal gut überlegen woran das liegen könnte). DAS tut Kinder definitiv nicht gut, auch wenn reihenweise schlaue Psychoonkel meinen das wäre zu ersetzen durch eine liebe Mutti oder nen lieben Vati. Das ist definitv zu viel Verantwortung für eine Person (vor allem emotional), man sieht sie auch reihenweise verzweifeln. Ich erlebe das an einigen Eltern (Mamas) mit, aus dem Kreis meiner Tochter, also junge Mamas die den Papa abgeschossen haben, weil sie dachten das wäre ein tolles Leben, sich NUR ums Kind zu kümmern, Hauptsache der Papa zahlt. Das zeigt sich schon nach wenigen Monaten das die Rechnung vorschnell gestellt wurde.
Alleinerziehende Mama ist schlimm genug, weil z.B. ein Elternteil stirbt, oder tatsächlich so ein Granatenarschloch ist das er verlassen werden muss (Alk, drugs, Gewalt gegen Partner u.ä). Leider werden aber viele Beziehungen aus ganz anderen Gründen getrennt. Der Nachbar sieht besser raus, man nennt das sturzverliebt --> gevögelt, Beziehung im Arsch. Der A hat mehr Kohle, der B bietet mehr soziales Ansehen, der C. ist so ein Lieber, meiner ist aus Grund x oder y oder z nicht so lieb, blabla. Natürlich gibts es auch die armseligen Würste die, sowie sie die Verantwortung gespürt haben, rennen was sie können, Hauptsache weit weg.
DAS IST ES WAS KINDER WIRKLICH SCHADET.
Doch, Andreas, es ist schwer ... sauschwer, und ich habe in patchwork Systemen bis zu 4 Kindern erzogen und miterzogen, ich musste auch eine Menge aufgeben (in meinen Fall hat es mir aber mehr genützt als geschadet, was ich vorher lebte .. war ... anders ... nicht nutzlos, aber anders). Was man wirklich aufgibt ist Freiheit, persönliche Freiheit, zu jeder Sekunde im Leben nur für sich zu entscheiden was grad geschehen soll, was eben nicht. Was man aber gewinnt ... ist Leben.
Jetzt bin ich Opa und erlebe Erziehung erneut, vermeintlich aus anderer Perspektive, ich sage dir aber, es hat sich nichts geändert. Noch immer brauchen sie Grenzen, noch immer brauchen sie Liebe und Zeit.
Ich bin ein sehr konsequenter Opa der sehr gut sichtbare Grenzen durchsetzt, wenn wir aber abends vor dem Bett gehen Heidi gucken, wo liegt er dann? Nicht bei der Oma, beim Opa auf dem Schoß und kuschelt sich an die Schulter. Weil er Liebe bekommt, Trost und Unterstützung wenn er nicht weiter weiß. Ich gehe, so weit ich dein bisher erfühltes Wesen noch in Erinnerung habe, davon aus das du ebenso mit deinem Sohn umgegangen bist.
Ich würde zu gerne PI als Papa sehen, ich bin mir sehr sicher das er ein sehr sanfter, liebender Vater ist (oder dazu geführt wurde

).
Ich bin aber auch sicher, er weiß wann er eine Grenze setzen muss, was für einen Papa im Falle einer Tochter oft eine Herkulesaufgabe ist (ich hatte drei, zwei eigene), ich weiß das, sie können so lieb gucken die kleinen "Biester".
Die Götter mögen wissen weshalb er (oder ich) also wir uns hier manchmal wie Arschlöcher benehmen. DU auch
Abschließend, weil ich hier so oft den Lehrer an sich schelte. Heute breche ich mal eine Lanze.
Der Lehrer ist die wichtigste Funktion in einer Gesellschaft die funktionieren soll, damit der Lehrer funktionieren kann, muss er viel lernen. Nicht nur fachlich, vor allem ... ich hör auf sonst kommt der Yugo mit nem Vortrag um die Ecke.
Non scholae sed vitae discimus !
Amen.