Zitat:
Zitat von Rudi Endres
Wir beklagen das Verhalten der Kinder, Jugendlichen und Eltern. Da dieses Verhalten vereinsübergreifend fast überall gleich zu sein scheint, können wir es nicht ändern, sondern müssen es als normal akzeptieren.
Dazu gehören:
- dass die Anzahl der Ehrenamtlichen dahin schmilzt. Wobei Rückkopplungsprozesse den Vorgang beschleunigen: mehr Arbeit => Überlastung der verbliebenen Ehrenamtlichen.
- dass die Vereinsbindung gering ist, wie man auch an den Kommentaren und Ratschlägen in diesem Forum erkennen kann ("Passt dir was nicht, wechsele doch.")
- dass mittelfristig höchstens knapp 10% der Nachwuchsspieler dem Verein erhalten bleiben.
- dass die besten Nachwuchsspieler ziemlich sicher wechseln und ihre Kumpels dann die Lust verlieren und z.T. aufhören.
- dass die Kinder zum Punktspiel abgeholt und wieder zurück gefahren werden müssen.
- dass die meisten Eltern nicht eingebunden werden wollen, weil sie dies als zusätzliche Belastung empfinden.
- dass sich kurzfristige Absagen häufen.
- dass die Leistungsbereitschaft schwindet und das gelegentliche "Spaßspiel" im Vordergrund steht.
- dass man pro Mannschaft daher die doppelte Anzahl Spieler benötigt.
Wie immer gibt es Ausnahmevereine.
Meine Lösung: vereinsübergreifende professionelle Angebote unter finanzieller (sozial gestaffelter) Beteiligung der Teilnehmer. Diese müssen allerdings sicherstellen, dass alle beteiligten Vereine profitieren. Ansonsten bleiben für die tieferklassigen Vereine nur die Kosten übrig und die höherklassigen gewinnen.
Nachteil: Die lokale Rivalität, von denen unser Breitensport lebt, schwindet.
Vereinzelt gibt es schon unabhängige professionell geführte Trainingsgruppen.
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Ich kann dies nur vollumfänglich bestätigen , die Mentalität *passt dir was nicht dann geh doch* wird aktiv gelebt und kommuniziert in fast allen Vereinen.
Es gibt natürlich einzelne ,die versuchen Brücken zu bauen , doch die haben nach meiner Erfahrung im Verein wenig Gewicht , das heißt die können wenig bewegen .
Interessant finde ich die vollkommen unrealistische Sicht der Vereine auf ihre eigene Arbeit und Zukunft.
Bei uns im Bezirk gibt es viele Beispiele von Vereinen die offensichtlich keinerlei Erfolg haben einen konstanten zulauf von Nachwuchs zu generieren und das gilt sowohl für die großen als auch die kleinen Vereine.
Dass hier nirgends die Alarmglocken angehen und nach Lösu.gen gesucht wird zeigt doch dass die Verantwortlichen entweder die Lage vollkommen falsch einschätzen oder auf ein Wunder hoffen .
Interessanterweise gibt es vereinzelte Ausnahmeerscheinungen , bei uns sind zum Beispiel 10 (!)Mädchen unter 11Jahren regelmässig 2mal die Woche im Jugendtraining , Fluktuation keine, läuft seit 18monaten absolut stabil.Man sollte glauben, dass hier auf Jahre hinaus die Basis gelegt wird erfolgreich den Verein in die Zukunft zu führen.
Dieser Entwicklung zum trotz wurde beschlossen ein anderes Konzept zu verfolgen , mit der Folge dass alle an diesem Projekt beteiligten unzufrieden sind und nur die
starken sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe bislang verhindert haben dass die Betreuer hingeworfen haben.
Ich glaube dass ist symptomatisch für das Vereinsleben.
Es wird konservativ im schlechtesten Sinne gehandelt.
Verhalten und Einstellung gefördert was nicht in unsere Zeit passt (die Jugendlichen werden gerügt dafür dass sie zu spät ins Training kommen und dadurch das Aufwärmen verpassen, anstatt sich zu freuen dass viele kommen und eine Aufwärmecke mitParcours einzurichten in der jeder Ankommende sich aufwärmt bevor es los geht...die Kinder kommen ja nicht zu spät weil sie zu faul sind sondern weil sie es nichz früher schaffen...)
Ich denke die Vereine müssen sich der Lebenswirklichkeit stellen um zu überleben und Angebote schaffen dir dem Geist der Zeit rechnung tragen.
Da ist es ganz verkehrt zu glauben dass man die Eltern der Kinder einspannen muß .Ganz im Gegenteil ,der Verein ist die Verlängerung der Schule und ,kindergarten
Dort werden die Kinder zu mündigen Bürgern geformt!
So seh ich das.
Und dann wird daraus auch ein Schuh,weil dann ist die Motivation groß Teil dieser wertvollen Erfahrung zu sein und zu bleiben.
Die Perspektive :ich,ich, ich spiegelt eben nicht den Kern eines Vereins , genausowenig wie der vorherrschende Tenor wer denn alles in die Pflicht genommen werden muß.
Der Verein besteht aus Menschen mit gemeinsamen Interessen,die sich so besser oder überhaupt umsetzen lassen.
Hier ist auch der Gesellschaftliche Wandel zu berücksichtigen.Früher gabs halt kein Internet , und die wenigsten haben sich zu hause verkrochen.
Vereinsübergreifende Angebote gibt es ja schon ,einige Beispiele habe ich bereits genutzt .Leider kämpfen die Macher und Beauftragten hier mit den gleichen Phänomenen die wir hier besprechen....