Zitat:
|
Zitat von Todesnoppe
Familie und Beruf kann man auch heute sehr gut vereinbaren, ich vermute Du hast keine Kinder!??
|
Nein, ich habe noch keine Kinder, aber ich verstehe gar nicht, wie Du meine Äußerungen in dieser Richtung interpretierst:
Zitat:
|
Zitat von Todesnoppe
Du darfst Kinder nur nicht als Kostenfaktor in Deinem Privatleben sehen. Kinder sind das größte Gut in unserem Leben.
|
Ich bin weit davon entfernt, Kinder als private Kostenfaktoren zu sehen. Ich habe auch nichts in der Richtung zum Ausdruck bringen wollen.
Was ich meinte, ist nicht die Situation der Gutverdienenden, bei denen die Mutter oder der Vater (oder die Nanny

) sich um die Erziehung kümmern kann. Ich meine Familien, bei denen beide eine Arbeit haben und das auch brauchen um nicht in der Schuldenfalle zu landen.
Ich habe genug Bekannte, bei denen fast immer ein Partner nach einem oder zwei Kindern bei Null anfangen musste (weil man nach einem oder drei Jahren natürlich alles vergessen hat, was mit seinem Beruf zu tun hatte...

). Gar nicht zu reden von Singles und Alleinerziehenden...
Ich mache dafür nicht die Kinder verantwortlich und der "Reichtum", der einem Kinder bescheren, ist sicherlich nicht monetär aufzuwiegen (bin immerhin 5-facher Onkel von drei Neffen und zwei Nichten von 3 Wochen bis acht Jahre

).
Dennoch könnten die Strukturen viiiiiel besser für Eltern sein, was auch notwendig wäre, wenn wieder mehr Kinder geboren werden sollten.
Und auch wenn ich das nicht so sehe, dass Kinder einem nur Geld und den Arbeitsplatz kosten, sehen es dennoch viele potentiellen Eltern so, sie müssen sich zwischen einer guten Karriere oder Kindern entscheiden und in der momentanen Situation fällt die Wahl eben eher auf die Arbeit, vor allem auf höherem Bildungsniveau. Da steht der hier vielbeschworene Fleiß eben dem Kinderwunsch im Weg.
Zitat:
|
Zitat von Todesnoppe
Nicht der Staat, sondern die Eltern stehen in der Verantwortung den Kindern das „richtige Weltbild“ zu vermitteln.
|
Und genau das ist der typisch deutsche Standpunkt zur Erziehung, der die Strukturen von Beruf und Familie so schnell nicht aufweichen lassen wird.
Aus diesem Standpunkt heraus betrachtet werden Eltern schnell mal zu "Rabeneltern", weil sie ihre Kinder in die KiTa geben (wenn überhaupt mal einer der raren Plätze verfügbar ist).
Zitat:
|
Zitat von Todesnoppe
Wer in der heutigen Zeit Leistungsbereitschaft und Flexibilität zeigt wird auch mit guten Arbeitsbedingungen (nicht nur Gehalt) belohnt, daran wir auch die 30. Hartz nicht ändern können.
|
Das erklärt aber nicht die vielen arbeitslosen Professoren, Doktoren und sonstige hochqualifizierte Menschen, die ihre Qualifikation sicher nicht durch Larifari und Unflexibilität erreicht haben und die keine Stelle bekommen, weil sie "überqualifiziert" sind (lachhaft, wenn es nicht traurig wäre).
Zitat:
|
Zitat von Todesnoppe
Das einzige was richtig auf die Nerven geht, ist das ewige Gejammere wie schlecht es doch allen geht.
|
Naja, wem es nicht so geht, kann das natürlich nicht so gut nachvollziehen.
Und nochmal zur "Flexibilität": Irgendwann möchte Mensch auch irgendwo heimisch werden, er baut ein Haus oder kauft eine Eigentumswohnung und schon sind der Flexibilität Grenzen gesetzt. Dieser Wunsch nach einem "Heim" ist auch kaum zu verurteilen. Auch wenn man das Wohl der Familie betrachtet, denn irgendwo muss ja eine Sozialisation stattfinden und es ist ermüdend, sich ständig neu zurechtzufinden (fragt mal z.B. Offiziersfamilien).
Nicht umsonst sind z.B. junge Ingenieure (da kenne ich einige) nach spät. 5 Jahren auf Einsätzen im Ausland und in gewissen Intervallen wechselnden Arbeitsstätten bekanntermaßen "ausgebrannt", was die Firmen wissen, daher treiben sie es eher nicht so lange.
Kommen nach Hausbau oder Wohnungskauf (10-15 Jahre) Probleme mit dem Arbeitzsplatz auf, ist das Chaos perfekt. Das wäre es natürlich auch ohne Hartz 4, ich will aber deutlich machen, dass diese ständig geforderte Flexibilität nicht das Maß der Dinge und eigentlich gegen die menschl. Natur ist.
Gruß