Thema: Hartz IV
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  #55  
Alt 03.09.2004, 14:53
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AW: Hartz IV

Zitat:
Zitat von Bow
...
Dennoch könnten die Strukturen viiiiiel besser für Eltern sein, was auch notwendig wäre, wenn wieder mehr Kinder geboren werden sollten.
... sie müssen sich zwischen einer guten Karriere oder Kindern entscheiden und in der momentanen Situation fällt die Wahl eben eher auf die Arbeit, vor allem auf höherem Bildungsniveau.
Das sind ja wirklich unhaltbare Zustände. So schlimm geht es in kaum einem anderen Land zu. Andere Länder müssen sich mit so lächerlichen entscheidungen Rumschlagen wie "gebe ich mein Kind ab oder verhungern wir alle" und wir müssen soooo harte Entscheidungen treffen. Und der böse, böse Staat hilft uns nicht ... tztztz.

Nein, sorry Bow, ich will Dich nicht veralbern. Aber die Forderung nach einer staatlichen Rundumversorgung höre ich ständig. Aber man kann doch nicht alles haben. 2x 60stunden-Job + 2 Kinder und noch dazu möglichst viel Zeit für die Kinder ... wie soll dass denn gehen. Und zum Thema Rundumversorgung: warum gibt es nicht viel mehr selbstorganisierte Kinderbetreuungen. Muß es immer der Staat sein, der für solche Einrichtungen sorgt? Da inseriert man halt mal in der Zeitung, fragt Bekannte, schließt sich zusammen und organisiert so eine Betreuung im eigenen Umfeld. Das kann doch nicht so schwierig sein ... (isses auch nicht!)


Zitat:
Zitat von Bow
...
Und nochmal zur "Flexibilität": Irgendwann möchte Mensch auch irgendwo heimisch werden, er baut ein Haus oder kauft eine Eigentumswohnung und schon sind der Flexibilität Grenzen gesetzt...
Das ist ja auch ein netter Wunsch, aber eben das macht auch oft den Unterschied zwischen arbeitslos und nicht arbeitslos aus. Ich habe mal mit drei Arbeitslosen in einer Mannschaft gespielt. Einer von Ihnen hat immer relativ schnell eine ABM bekommen, weil er räumlich flexibel war. Die beiden anderen hatten nix. Ich habe sie dann mal gefragt, warum sie es nicht in der 60 km entfernten Stadt versuchen, wo es damals sehr viel Arbeit gab. Sie sagten, sie hätten zur dortigen Region keinen Bezug

Mein Cousin, der alte Ossi, ist jahrelang für eine Zeitarbeitsfirma in Westdeutschland rumgekurvt und hat seine Familie nur am Wochenende gesehen - ein echtes Scheißleben. Nicht immer, aber oft. Der hat's inzwischen geschafft, aber der Weg war steinig. Ich behaupte nicht, dass Arbeitslose sich generell vor dem Steinigen Weg drücken und nicht arbeiten wollen. Ich behaupte aber wohl, dass es bei den Deutschen (Franzosen, ...) viele gibt (nicht nur unter den Arbeitslosen), die gar nicht wissen, was sie für Chancen haben, die jahrelang mit der Sänfte über die Straße getragen wurden und schon gar nicht mehr wissen, was für Schuhe man für steinige Wege braucht!
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Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.
Bertrand Russell
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