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Alt 02.12.2019, 12:14
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Mephisto Mephisto ist offline
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Idee AW: Ständige Serverausfälle bei Click-TT / Mytischtennis - was ist da los? Es nervt!!

Zitat:
Zitat von Vollblutprofi Beitrag anzeigen
Wenn der Vertrag mit mytischtennis aber nicht ausläuft, sondern unbegrenzt ist, kann man nichts machen?
Mann kann nur nichts machen, wenn man nichts machen will. Wie in der Politik ist letztlich (sport)politischer Wille entscheidend. Ist der Wille da, geht auf einmal sehr viel. Ist er nicht da, wird man von Sach-/ Totschlagargumenten erschlagen. Und für den Willen sind Diskurskreislauf und Deutungshoheit entscheidend. Es gibt zahlreiche gute Beispiele, dass Status Quo veränderbar ist, wenn genügend kollektiver Wille da ist. Meistens kippt hier die Stimmung allerdings oft eher bei persönlichen als bei Sachthemen.

Der Diskurshoheit wird nicht ausschließlich in Spitzengremien geprägt, sondern auch auf Konferenzen und Gremien aller Ebenen - und heutzutage auch in sozialen Medien. Hier ist mytt u.a. ja auch Verbands-Influencer (aus dem System heraus). Doch auch das Forum hier ist nicht zu unterschätzen, obwohl Offizielle oft sagen, dass sie gar nicht wissen oder sie es nicht interessiert, was hier steht, aber gleichzeitig bestens durch mitlesen informiert sind oder sich sogar konkret auf Beiträge beziehen. Und das ist ja auch total gut so, denn hier gibt es ja nicht nur unwualifiziertes Gemecker, sondern vor allem auch viele konstruktive Ideen von TT-Verrückten, deren Motivation letztlich Faszination von und Begeisterung für unsere Sportart ist. Einfluss könnte man heutzutage übrigens auch z.B. über eine Online-Petition nehmen, wenn sie breit getragen wird. Kein formal-offizielles Instrument, aber es beeinflusst doch auch und ist ein Signal, dass es anscheinend ein Vermittlungsproblem oder ein Entgegenhandeln zwischen Basis und deren gewählten Vertreter*innen gibt.

Hier sind vor allem Konferenzen wie Bundestag oder Verbandstag als höchstes Entscheidungsgremium zu nennen, die für gewählte Vorstände und Präsidien den Rahmen enger, weiter oder gar nicht stecken können. Gibt es hier klare Beschlusslagen, müssen die verantwortlichen Gremien in diesem Rahmen sozusagen geschäftsführend handeln. Mir ist bewusst, dass das sehr theoretisch ist. Von der Grundidee ist Vereins-/ Verbandsrecht demokratisch aufgebaut, wenn die Basis das auch selbstbewusst einfordert und vor allem gestaltet. Mir ist bewusst, dass das sehr theoretisch ist und in der Praxis leider wenig gelebt wird.

Es geht mir hier auch nicht darum, jemanden per se das Vertrauen zu entziehen. Mir geht es um Bewusstsein, von wem man im Delegationsprinzip gewählt ist und für wen man verantwortlich handelt. Und das sind letztendlich die Mitglieder - vor allem auch an der Basis. Das lässt sich sehr unterschiedlich gestalten von selbstherrlicher Ignoranz bis tatsächlicher Partizipation. Hier stellt sich die Frage, ob ich in Funktion davon ausgehe, es stellvertretend besser zu wissen - oder ob ich auch auf den Entscheidungswegen offen fragen und zuhören will, weil mich die Meinung der Mitglieder - und nicht ausschließlich der Spitzenfuntionär*innen interessiert. Es wird ja oft bemängelt, dass es zu wenige Personen gibt, die ehrenamtlich gestalten wollen. Hier stellt sich dann auch die Frage, wie es um ernst gemeinte Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten bestellt ist? Geht es um Gestaltung der Sportart oder nur um Besetzung eines Amtes. Geht es um Macht oder die Sache?

Zurück zum Kern. Ich habe nichts grundsätzlich gegen mytt, schätze dort auch den orangenen persönlichen Bereich und schaue auch ab und an ins blaue Portal. Das alleine ist mir schon der Premium Account wert und ich schätze auch die Grundidee, über eine Public Private Partnership für die Verbände auch mit Werbung Einnahmen zu generieren, die dann schlussendlich auch den Vereinen zu Gute kommt, wenn durch Ausschüttung an die Verbände z.B. Beiträge und Gebühren sozusagen subventioniert und zu 100% auf die Vereine umgelegt werden, für die es andernfalls teils existenzbedrohend werden könnte bzw. sie ihre eigenen Mitgliedsbeiträge deutlich erhöhen müssten.

Mein Punkt ist der grüne Ergebnisbereich. Dieser war in Click-TT bei nu einfach besser: Weniger Klicks, bessere Übersicht, schnelle Ladezeiten, keine Ausfälle und ständige Performanceprobleme. Von mir aus gerne im grünen Bereich bei mytt spiegeln wie bis vor Kurzem. Je nachdem, ob ich einfach nur mein Sportartinteresse nach Ligen und Ergebnissen stillen möchte oder diese sogar schnell für die Presse aufbereiten möchte - oder die mytt-Nachteile bewusst in Kauf nehme, weil ich gerne die TTR-Schnittstelle nutze und mir verknüpfte Spieler*innen-Historien ansehen möchte - ich treffe selbst die Entscheidung, das wäre mein Weg. Letztlich existiert die Click-Darstellung ja und wird sozusagen *abgeschaltet* durch Routing, wird nur auf mytt gespiegelt mit all den beschriebenen Unzulänglichkeiten.

Und hier denke ich, dass das maßvoll in den Verträgen geregelt und auch angepasst werden kann. D.h. die Einnahmen aus mytt gehen nicht gänzlich verloren und auch auf Click gibt es Werbung. Klar ist, dass maximale Werbung und maximaler Traffic auch maximale Einnahmen bedeuten. Doch sind maximale Einnahmen kein Selbstzweck für einen Verband, wenn das Mitgliederinteressen widerspricht. Und genau hier geht es um (sport)politischen Willen und sollte es m.E. eine ausgleichende Kompromissformel geben. Und genau hier braucht es auch kritisch-konstruktive Delegierte und kein Stimmvieh.

Jedes Mitglied bekommt die Vereinsvorstände, Delegierte, Verbands-/ Präsidiumsmitglieder, das es verdient - wenn es sich nicht selbst einbringt, sich informiert, kontrovers diskutiert und sogar mal selbst bereit für Verantwortung ist. Auch diese Feststellung hat das Potential zum Totschlagargument, da keine Engagementoffensive in der Breite zu erwarten ist. Es würde aber schon helfen, wenn sich manche mal mit ihren eigenen Selbstverständnis und ihren Möglichkeiten auseinandersetzen, um sich nicht auf Stimmvieh und *Man kann doch eh nichts ändern* zu reduzieren. Auch Verbandsarbeit könnte m.E. selbsterfüllernder sein, wenn man in einem lebhaften Umfeld mit kontroversen Diskussionen agiert, die die Sportart weiterbringen können und im Ergebnis mehr Zustimmung mit Diskussionskultur und einem (begrenzt) geöffneten Prozess zu bekommen. Ein breites Fundament mit mehr Identifikation der Mitglieder statt einem Machtvakuum und den üblichen Sprüchen wie *Die machen doch eh nur was sie wollen*. Die ersten zarten Pflänzchen gibt es ja schon in Form von Verbandsworkshops für Interessierte mancherorts.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad

Geändert von Mephisto (02.12.2019 um 12:26 Uhr)
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