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Die Intention dieser Neuerung einerseits und ihre tatsächliche Anwendung in der Praxis andererseits könnten sehr voneinander abweichen. Denn beim "Videobeweis" ist zu befürchten, dass er von den Profis hauptsächlich als taktisches Mittel genutzt wird, womit er eher so etwas sein würde wie ein zusätzliches Timeout. Ob es dann ein kleines Timeout wird oder gar ein längeres, das hängt zudem davon ab, wie viel Zeit Auswertung und Entscheidung in Anspruch nehmen.
Wenn es insbesondere um (unfaire) Aufschläge geht, bin ich immer noch dafür, die Regeln zu vereinfachen und bspw. das Verdecken des Balles beim Aufschlag wieder zuzulassen (notgedrungen). Anders wird man in diesem Punkt keine fairen Bedingungen schaffen, ohne den Ablauf des Spiels stark zu verändern.
Aktuell soll ja vor allem zügig durchgespielt werden, Spieler(innen) bekommen deshalb Bälle zugeworfen und haben nur begrenzte Zeit, den Aufschlag auszuführen. Ein "Videobeweis" bewirkt hingegen eine Verzögerung des Geschehens. Die Frage sollte lauten: Wo will man denn hin? Zügiges Durchspielen oder unberechenbare Einwirkung der Spieler(innen) auf den Spielfluss?
In jedem Fall muss man sich dringend mal Gedanken machen, was man gerne erreichen will bzw. wollte und was man durch die Einführung zusätzlicher (komplizierter) Regeln bekommt bzw. (in der Rückbetrachtung) bekommen hat.
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