Ob du es glaubst oder nicht: Es ist alles sehr, sehr richtig was du schreibst. Bin da in fast allen Punkten voll bei dir.
Die Heuchelei im Hochleistungssport hat einen Punkt erreicht, der kaum noch zu ertragen ist. Aber, na klar, auch nur ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und unserer 'aus den Fugen' geratenen Welt.
Ich habe als Kind/Jugendlicher auch Leistungssport (Mittel-/Langstreckenlauf) betrieben.
Und glaub' mir, ich war damals sportbegeistert, wie es man sich kaum vorstellen kann.
Habe mir praktisch keine Sportübertragung entgehen lassen, mein Vater ist mit mir zu jeder größeren Sportveranstaltung in der Umgebung gefahren, habe 4 Sportarten (Leichtathletik, Fußball, Tischtennis, Tennis) parallel ausgeübt, etc.
Nur, das Interesse am Spitzensport ist bei mir einfach nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Beim Fußball hat dieses mit dem Bosman-Urteil schlagartig aufgehört.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bosman-Entscheidung
Was Doping betrifft: Klar, wäre es das Einfachste, Doping (unter ärztlicher Kontrolle) freizugeben. Aber, was wäre das für ein Signal in Richtung der Jugend?!
So einfach ist es dann doch nicht. Ein Dopingverbot ist, meiner Meinung nach, immer noch alternativlos.
Letztendlich sage ich aber auch: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Hochleistungssport ist nicht gesund. Es gibt viele, die bewusst gesundheitliche Probleme nach ihrer Karriere in Kauf nehmen. Oder - als Extrembeispiel (wie du es genannt hast) - 10 Jahre früher zu sterben, nur um einmal Weltmeister oder Olympiasieger zu werden.
Mir scheint, bei dem Beispiel ist dir der ehemalige Kugelstoßer (und Bodybuilder) Ralf Reichenbach in den Sinn gekommen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Reichenbach