@Schluchtenschupfer: Es würde mich wirklich freuen, wenn Du die folgenden Fragen so ehrlich und genau wie möglich beantworten würdest.
Die mangelhafte Rechtschreibung bitte ich zu entschuldigen. Smartphone halt. Zumindest ich tippe da schon mal leicht daneben...
Zitat:
Zitat von Nieschreiber
Dann sei bitte so nett und werde mal ganz konkret.
Von welcher Praxis redest Du?
Welche E-Autos sind es genau?
Welche Laufleistungen ha en die Dinger bis jetzt hinter sich?
Hattest Du schon kaputte Zwllen?
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Ich habe heute meinerseits den E-Verbrauch unseres Plugin-Hybriden (Benz 300 de) mal ganz genau gemessen. Die Rahmenbedingungen waren folgende:
Außentemperatur betrug knappe 10 Grad, also nichts, was Akkus stressen sollte. Als Fahrmodus wählte ich Eco. In dem Modus wird halt verhalten beschleunigt. Auf der Autobahn bin ich nie schneller als 110 km/h gefahren. Also auch nichts besonders Akkustressendes. Rein elektrisch bin ich mit voll geladenen Akkus knapp 35 km weit gefahren. Davon ca 10 km innerstädtisch und ca 25 km Autobahn. Als ich nach Hause kam, habe ich den Akku wieder vollgeladen. Exakt 11,6 kW/h, die ich dafür mit ca 30 Cent an mein EVU zahlen muss. Das entspricht einem Verbrauch von ca 33 kW/h auf 100 km. Kost mich also um die 10 Euro. Exakt das ist die Realität.
Seltsamerweise behauptet der Boardcomputer, dass der elektrische Verbrauch auf dieser Strecke bei knapp 22 kW/h gelegen hätte.
...und noch ein paar Worte zu meinem E-Roller. Das Dingen ist nun knapp 5 Jahre alt und hat einen 3 kW Motor. Die Zellen der beiden Akkus stammen soweit mir bekannt aus dem Hause LG und dürften damals auf dem technisch neustem Stand gewesen sein. Das sogenannte Batteriemanagment arbeit fleißig, nicht selten zu meinem Leidwesen. Mit der Max-Leistung des Motors werden die Akkus vertretbar belastet und das eh nur im Kurzbereich. Nach ca 10 gefahrenen km schlägt das Bateriemanagment das erste Mal merkbar zu und die Maximalgeschwindigkeit von um die 48 km/h wird leicht runtergeregelt auf ca 43 km/h. Die letzten, möglichen km werden dann schon fast grausam, denn dann wird auf 25 km/h runtergeregelt. Das ist die Realität. Und nu, nach ca 60 Vollladezyklen ist die Kapazität beider Akkus auf ca 70% der Nennkapazität gefallen. Das Dingen kostete neu ca 3500 €. Wirtschaftlich ist da einfach nichts schönzurechnen, denn als Verbrenner kriegste vergleichbare Dinger für um die 800€. Für 6000 km hätte der Sprit dafür nicht mal 500 € gekostet. Soviele Jahre bzw km, fährt so ein Dingen niemand, bis sich das evtl. anfängt zu rechnen. Auch der Strom ist ja nicht für lau zu haben. Den Herstellerangaben, was den Verbrauch betrifft, sollte man meiner Meinung nach immer misstrauen. All das war mir aber durchau vorher klar, ich habe mir das Dingen trotzdem gegönnt. Lautlos durch die Gegend zu fahren ist cool und geladen wird das Dingen so gut wie ausschließlich mit eigenem Solarstrom. Da muss ich mir das Dingen mit zweifelhaften Angaben bzw Annahmen nicht schön rechnen.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war es bei Renault so, dass bei der Batteriemiete theoretisch stets 85 % der Nennkapazität garantiert werden. Fällt der Wert darunter, werden die Batterien ersetzt. Jede Wette, die 85% ermittelt Renault nach eigenem Ermessen. Der Zoe entspricht in etwa dem Verbrenner Clio, den Preisunterschied kann sich jeder der will selbst anschauen. Interessant wird es dann, wenn man den Strom nicht selbst zahlen muss. Sowas gibt es ja durchaus, dass Arbeitgeber kostenlose Ladesteckdosen zur Verfügung stellen. Wer den Strom wie auch den Sprit selbst zahlen muss, der wird wenn nicht gerade ein ganz spezielles Nutzungsprofil zutrifft augenblicklich immer noch nicht günstiger als mit einem Verbrenner unterwegs sein können.
Noch so ne Sache, die mir schon lange aufstößt, ist die Verherrlichung der Energierückgewinnung durch die sogenannte Repuperation. Ja, das ist eine feine Sache, schont es doch die Bremsen und vermindert den beim Bremsen entstehenden Feinstaub. Die tatsächliche Energierückgewinnung ist dabei allerdings mehr oder weniger sehr überschaubar. Um 100 km weit zu kommen, wirste in den meisten E-Auto-Fällen mehr als 20 kW/h laden müssen. Dafür brauchen übliche E-Autos an üblichen 22kW Ladestationen ca 1 Stunde. Selbst wenn angenommen wird, dass jeder Bremsvorgang mit 22 kW erfolgt, was aber keineswegs der Fall ist, müsste eine ganz Stunde am Stück gebremst werden. Wie lange Fahrzeit braucht es wohl, um auf eine Nettobremszeit von einer Stunde zu kommen? Zumindest ich bin eher so unterwegs, dass ich versuche das Bremsen wenn es eben geht zu vermeiden.
...auch so, ich habe zwar wie gesagt nichts gegen Tesla und auch nichts gegen Teslafahrer. Mich erninnern sie allerdings sehr stark an Apple-Jünger. Ich habe auch nichts gegen Apple-Produkte. Mir selbst sind sie zu teuer und einen wirklichen Mehrwert kann ich für mich nicht wirklich erkennen. Da mag es spezielle berufliche Bereiche geben, die zu Recht auf Apple setzen und die das Zeug eh abschreiben, aber für den Privat-User ist Apple im Grunde nicht mehr als ein liebgewonnenes Statussymbol. Wer sich dafür begeistert, dem sei es gern gegönnt. Nur diese schön-, besser- und gar trotz höherem Preis güstiger- Rederei, finde ich uncool.
Wirklich nichts für ungut und ein schönes Wochenende!