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Zitat von BlinderBarmer
Jo. Aber im Endeffekt setzt sich wirtschaftliche Vernunft durch.
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Diesbezüglich gibt es allerding nicht nur Deine "Kapitalismustheorie" (die ich nicht teile, was aber keineswegs daran liegt, dass ich ein Kapitalismushasser wäre), um das zu erreichen. Real wird schon lange allen voran politisch darauf eingewirkt. Direkte staatliche Förderungen und steuerliche Vorteile für die E-Mobilität sind realität. Eben so, dass die hohen Mineralölsteuersätze sich rein wirtschaftlich betrachtet, negativ für die Verbrenner auswirkt.
Bei der von Dir in die Pflicht genommene Vernunft, habe ich augenblicklich auch noch erhebliche Zweifel.
Wäre es vernünftig, wenn sich wer auch immer ein E-Auto anschafft, nur weil es, durch welche gedrehte Stellschraube auch immer herbeigeführt, günstiger als ein Verbrenner anzuschaffen und zu betreiben wäre, wenn sich die öffentliche Ladesituation nicht exorbitant verbessert, ohne auf eine eigene Wallbox zurückgreifen zu können?
Augenblicklich würde ich niemanden, der nicht für eine eigene Wallbox sorgen kann, zu einem E-Auto raten.
Auch wenn ich selbst recht angetan von der E-Mobilität bin, wird mir die ganze Diskussion von den E-Mobilitätsverfechtern zu "versnobt" geführt. Ich war selbst Arbeiterkind und war selbst auf kostengünstige, gebrauchte Autos um zur Arbeit zu kommen angewiesen und habe lange Zeit selbst "nur" zur Miete gewohnt.
Unsere Städte sind voll mit Menschen, die im Dienstleistungsgewerbe tätig sind und nicht rosig verdienen. Menschen, die nicht selten der immer höher werdenden Mieten aus den Städten rausgetrieben wurden und nun pendeln (müssen). Der ÖPNV ist in den letzten Jahrzehnten nicht ausgebaut sondern zurückgestutzt worden.
Ich wage zu behaupten, dass die meisten Menschen nicht zum Spaß morgens in die verstopften Ballungsgebiete hineinfahren und abends wieder hinaus.
Wer ehrlich ist, muss eingestehen, dass die tollen und bestimmt auch gut gemeinten Förderungen der E-Mobilität meist nur die erreichen, die es sich eh leisten können. Menschen, die mit ihrem Geld knapsen müssen und zur Miiete wohnen, kommen gar nicht auf die Idee ein E-Auto zu kaufen. Die müssen sicher eher Sorgen machen, dass ihr Verbrennergefährt nicht künstlich teurer gemacht wird.
Kurz und gut. Ich sehe die E-Mobilität nicht als alleinigen Heilsbringer für die Probleme die durch den idividuellen Verkehr verursacht werden. Wie bei allen Problemen, die sich ergeben, ist es auch in dem Fall. Es ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die nicht mit einfachen "Zauberformeln" zu lösen sind. Verbrenner eins zu eins gegen E-Karren ersetzen, wird so wie es augenblicklich angegangen wird eh nicht funktionieren können und ist zudem eh ein völlig unterkomplex angegangener Lösungsansatz.
Zitat:
Zitat von BlinderBarmer
Spätestens bei denen, nicht wie wir mit 'endlich ein eigenes Auto' sozialisiert wurden.
Auch die Eltern werden den Kindern dann eher ein selbstfahrendes, weil sichereres und mit definitiv nicht trinkendem Fahrer versehenes Gefährt stellen.
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Eben. Das Auto als Statussymbol verliert bei jungen Leuten immer mehr an Bedeutung.
Das mit den sicheren, weil selbstfahrenden Autos kann nicht mehr ernsthaft angezweifelt werden, auch das ist korrekt. Nur werden selbstfahrende Autos auch nicht den Platzmangel in den Ballungsgebieten beseitigen können. Die Eltern, die es sich leisten können hightech-Karren an ihre Kinder zu verschenken, werden zudem auch eine Minderheit bleiben.