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Alt 19.02.2020, 13:44
Noppenzar Noppenzar ist offline
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Zitat:
Zitat von Nieschreiber Beitrag anzeigen
Mal auf die Schnelle die Realität für Privatkunden ergooglet.

https://www.chip.de/news/Seltener-E-...181480811.html

"Das Leasing-Portal Vehiculum bietet CHIP- und EFAHRER.com-Lesern den Seat Mii jetzt für kurze Zeit exklusiv ab 149 Euro pro Monat im Leasing an. Der Mii ist dabei frei konfigurierbar - Extras kosten natürlich Aufpreis.
Zunächst müssen Sie eine Anzahlung von 2.000 Euro leisten, doch deckt der BAFA-Anteil des Umweltbonus für Elektroautos diese komplett ab. Unterm Strich ist der Mii electric also anzahlungsfrei. Nach Zulassung des Mii, der Beantragung des Umweltbonus sowie der Freigabe durch das BAFA bekommt der Kunde dann seine 2.000 Euro zurück.
Der günstigste Preis von 149 Euro gilt für die Serienausstattung des Seat Mii electric im schicken Tornado-Rot. Wer das Fahrassistenz-Paket will, zahlt fünf Euro Aufpreis im Monat, wer ein Ladekabel für die heimische Steckdose braucht, zahlt drei Euro zusätzlich. Der CCS-Schnelllade-Anschluss kostet zehn Euro mehr monatlich. Für die Langstrecke ist der CCS-Anschluss schon fast Pflicht: Am 50kW-Schnell-Lader lädt der Mii electric damit in etwa einer Stunde wieder 80 Prozent seiner Akku-Kapazität wieder auf. Am Gleichstromlader dauert die Vollladung hingegen vier Stunden."

Dabei handelt sich es dann um Werksabholung um die Kosten für die Überführung zu sparen und zudem in eine kaum praxistaugliche Variante, die so kaum einer bis gar keiner bestellen würde, sondern sich für ein paar kostenpflichtige "Extras" entscheiden wird.

Selbst in der kaum praxistauglichen Ausführung kostet der E-Mii den Privatkunden beim derzeit günstigsten Leasinganbieter in 4 Jahren 7152 Euro ( Bei Seat selbst, geht die Leasingrate in der einfachsten Variante ab 290 € im Monat los) statt der 4000 Euro (Ich denke Netto, also ohne MWSt) für gewerbliche Kunden und Nutzung. Dann ist das immer noch nur was für Leute, die auf eine eigene "Wallbox" zurückgreifen können.

E-Auto muss man privat in aller erster Linie immer noch wollen. Wer es für seinen Seelenfrieden braucht, der kann sich das gerne schönrechnen, was aber so gut wie nie einer genauen Überprüfung standhalten wird. E-Kleinwagen wie der Mii kosten in vergleichbaren Ausstattungen immer noch um das Doppelte herum. Auf 10.000 km im Jahr hat man mit einem Kleinwagen wie dem Mii Verbrauchskosten von vielleicht 900 Euro. Daheim geladen bei der E-Variante sicher locker die Hälfte. In vier Jahren spart man da also keine 2000 Euro. Neuwagen verursachen in den ersten vier Jahren keine nenenswerten Werkstattkosten - nicht ohne Unfall. Versicherungs- und Steuerkosten, sind auch nicht so hoch, dass sich das in vier Jahren zum Vorteil für E-Kleinwagen auswirkt. Das Wallboxen beim EVU Meldepflichtig sind und trotz Förderung auch Kosten bei der Anschaffung und Installation verursachen, wird kein E-Jünger mit einrechnen wollen. Da geht es stets nur darum, E so schön wie möglich dastehen zu lassen.

Ich persönlich halte es für unklug, den Leuten auf Gedeih und Verderb vorrechnen zu wollen, das E-Autos sich jetzt schon rechnen würden. Wie die Verkaufszahlen trotz erhöhter Förderung aufzeigen, überzeugt es die Leute nicht wirklich. Sind jetzt alle doof und können nicht rechnen? Würden die Verkaufszahlen noch in Privat und Gewerblich aufgedröselt zur Verfügenung stehen, dürfte es im privaten Bereich noch mauer für E-Autos aussehen, vermute ich zumindest.

Ohne dass Sprit massiv teuerer gemacht wird, wird auf dem Kostenweg keine nennenswerte Masse an potenziellen Autokäufern für E-Autos empfänglich gemacht werden können. Ohne, dass die Ladeinfrastruktur massiv verbessert wird, wird das auch nicht gehen. Selbst wenn an den sicherlich möglichen Stellschrauben gedreht wird, wird es immer noch sehr viele Menschen geben, die in großen Siedlungen der Ballungsgebiete leben, denen keine eigene Lademöglichkeit gewährt werden kann, schon alleine deshalb nicht, weil sie ja noch nicht mal über einen eigenen Parkplatz verfügen.
Du hast noch einen wichtigen Punkt vergessen:

Die Entwicklung eines Gebrauchtwagenmarktes und dadurch dann auch die Restwertberechnung bei Leasing (wenn jemand kein KM-Leasing macht) ist zur Zeit noch völlig unkalkulierbar. Zumindest auf einen längeren Zeitraum.

Den möglicherweise notwendigen Tausch der Batterie muss der Gebrauchtwagenkäufer ja immer einkalkulieren.

Ich stelle mir ungern vor, wenn jemand für 80k einen Etron kauft, den 6 Jahre fährt und dann womöglich einen wirtschaftlichen Totalschaden erleidet.

Nicht, dass das Auto nach 6 Jahren die Füße steckt, aber wer würde dafür dann noch 25 oder 30 bezahlen, wenn die Batterie nur noch 3 oder 4 Jahre hält?

Bei Flotte natürlich anders, da sind die Hersteller immer kulant, wenn regelmäßig nachgekauft wird.

Man darf bei "privat" auch nicht vergessen, dass im Moment mit allen Mitteln versucht wird, die Autos in den Markt zu bringen. Mögliche Defekte werden da sicher sehr geräuschlos beigelegt, um schlechte Presse zu vermeiden.

Langfristig wird der Kunde aber auf einer abgenudelten Batterie sitzenbleiben.