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AW: Damen Oberliga Bayern, Saison 2019/2020
Unsere Damen hatten mit Siegen in Bobingen und anschließend gegen Langweid einen sehr guten Rückrundenstart erwischt und zwei Teams geschlagen, gegen die es in der Hinrunde jeweils eine Niederlage setzte. Dies war nicht zuletzt durch die jeweilige 2:0 Führung nach den Doppeln möglich gewesen, die sich am letzten Spieltag der Hinrunde spielerisch endlich zusammengerauft hatten. Umso schwerer ist der Verlust unserer Nr. 4 Anna Schulte zu verkraften, die zum Sommersemester ein Studium in Karlsruhe begonnen hat und nun nur noch in absoluten Notlagen zur Verfügung stehen wird.
Nach den daraus resultierenden und durchaus zu erwartenden Niederlagen gegen Herbertshofen und Birkland, fiel am letzten Spieltag nun auch noch unsere Teamleaderin Sylvia Messer kurzfristig aus, so dass die Befürchtungen zwei weitere Niederlagen einstecken zu müssen natürlich stieg. Und wie es immer so ist, kommt zum Pech auch noch Unglück hinzu und Anna konnte wegen samstäglicher Seminare nicht einspringen. Die Vorzeichen standen also nicht gut.
Gegen Wombach, die in voller Besetzung antreten konnten, ging es auch gleich einmal sehr schlecht los. Beide Doppel wurden verloren und auch anschließend war das Glück nicht gerade auf Seiten der Kleeblätter. Wiedereinmal gingen alle knappen Sätze zu Gunsten der Gäste aus und so hieß es nach der ersten Einzelrunde bereits 0:6 mit nur einem Satz auf der Habenseite. Die Höchststrafe drohte.
Auch unsere Nr. 1 Kerstin Schnapp konnte der zur Rückrunde wieder genesenen Ursula Sommer nur im letzten Satz Paroli bieten, der passend zum Spielverlauf aber auch mit 9:11 verloren ging. Erst bei der letzten Chance auf den Ehrenpunkt kehrte das Glück zurück und Lea-Marie Schultz bewies nach verlorenem ersten Durchgang in insgesamt 4 knappen Sätzen ihre Kämpfernatur sowie Nervenstärke und rang Andrea Nöth mit 3:1 (10:12, 11:9, 12:10,12:10) nieder.
Dabei sollte es aber leider bleiben, denn die grundsätzlich gut aufgelegte Christine Schneider, die im ersten Einzel gegen die junge Abwehrspielerin Lucia Behringen in drei Sätzen jeweils in der Verlängerung scheiterte, musste im 2. Spiel eine 5-Satz-Niederlage gegen Laura Nätscher einstecken.
Eine Niederlage, die aufgrund der starken Rückrundenbilanz Wombachs zwar durchaus zu erwarten, in ihrer Höhe aber schmerzlich zu verkraften war.
Für das kurz darauf folgende Spiel gegen die ebenfalls vom Abstieg bedrohten Versbacher Damen natürlich nicht die optimale Einstimmung. Aber durch den raschen Spielverlauf, blieb ja ein wenig Zeit zur Regeneration und zum Sammeln der Gedanken. Und dies nutzten unsere Damen sehr gut.
Das Spiel begann mit zwei Doppelerfolgen, auf die eigentlich nicht unbedingt gehofft werden durfte, optimal. Kerstin und Lea-Marie hielten die unorthodox spielenden Alexandra Herr und Stefanie Witt unter Kontrolle und punkteten zum Ersten. Christine und Evi konnten im 2er Doppel ihre Stellungs- und Geschwindigkeitsvorteile ausspielen und holten die wichtige 2:0 Führung.
Anschließend gewann Kerstin Schnapp in einem engen Match gegen die Doppelnoppenspielerin Stefanie Witt und konnte tatsächlich die Sätze 2 bis 4 mit jeweils 11:9 für sich entscheiden. Das Glück in engen Situationen schien sich gewendet zu haben. Durch den Sieg von Christine Schneider gegen Daniela Baumann, waren die durchaus hohen Niederlagen in den Spielen 2 gegen 1 und 4 gegen 3 zu verkraften. Lea-Marie fehlte gegen die erfahrene Alexandra Herr ein wenig das Selbstvertrauen zum einen Angriff und Evi das Tempo im Block- und Konterspiel gegen die wieselflinke Kerstin Hemrich. Zwischenstand 4:2
Die zweite Einzelrunde begann dann wiederum verheißungsvoll. Kerstin konnte die Nr. 1 Gäste mit ihren sicheren Abwehraktionen und gut getimten Gegenangriffen zur Verzweiflung bringen und siegte 3:1. Lea-Marie bewies anschließend gegen Stefanie Witt, dass sie grundsätzlich keine Probleme mit Materialspielerinnen hat, wobei ihr natürlich die offensive Auslegung der Gegnerin dabei durchaus entgegen kam. Sie siegte mit 3:0, wobei der mit 13:11 knapp gewonnene 2. Satz sicher ausschlaggebend für den am Ende deutlichen Erfolg war.
Dann kam die große Stunde der Christine Schneider. Gegen die favorisierte Kerstin Hemrich spielte sie groß auf, feuerte immer wieder mit scharfen RH-Schüssen und gut platzierten Vorhand-Topspins gegen das Block und Konterspiel ihrer Gegnerin und war damit ein ums andere Mal erfolgreich. Das Spiel drohte jedoch nach der 2:0 Führung zu kippen, denn Kerstin kam immer besser rein und Christine wurde leider in den Sätzen 3 und 4 etwas zu passiv. Doch pünktlich zur Entscheidung fand sie ihren Mut wieder und konnte am Ende mit 3:2 triumphieren.
Nach der Niederlage von Evi Paetzold, der man den langen Tag anmerkte, stand es 7:3 nach der zweiten Einzelrunde.
Für den Siegpunkt gab es also 4 Chancen und in den Spielen 1 gegen 3 oder spätestens 2 gegen 4 sollte diese doch gelingen; dachten wohl sicher alle Anwesenden. Doch diese Rechnung wurde ohne die Matchwinnerin an diesem Tag gemacht. In beeindruckender Manier bezwang die Spitzenspielerin unserer zweiten Mannschaft, die an diesem Tag viel mehr als nur ein Ersatz war, die Nr. 1 der Versbacher mit 3:0. Christine beherzigte die zuvor gelernten Erfahrungen, spielte selbst mutig, platzierte ihre passiveren Bälle gut und ließ ihre Gegnerin nur selten unbedrängt zum eigenen Angriff kommen. So stieg deren Fehlerquote und die Offensive unserer Nr. 3 besorgte den Rest.
Der unheimlich wichtige 8:3 Erfolg mildert die zuvor verlorene Partie nicht unerheblich ab und sorgt dafür, dass ein Erfolg im letzten Saisonspiel gegen den Tabellenletzten für den Klassenerhalt wohl reichen dürfte. Dennoch dürfen die Damen nicht nachlassen und sollten auch im nächsten Spiel gegen den Tabellenführer alles versuchen, um möglichst oft zu punkten. Am Ende können die kleinen Punkte durchaus noch sehr wichtig werden.
Natürlich hoffen wir, dass sich der schmerzliche Zustand unserer Mannschaftskapitänin Sylvia schnell bessert und sie hoffentlich spätestens im letzten Spiel wieder voll einsatzfähig ist. Sollte dies nicht der Fall sein hat sich jedoch gezeigt, dass sich die Fürther-Damen immer auch auf die nachrückenden Spielerinnen verlassen können und diese neben ihrer Spielstärke auch immer die volle Leidenschaft zu den Spielen mitbringen.
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"Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen!"
- Albert Einstein -
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