Zitat:
Zitat von Javaguru
Was für eine armselige Diskussion. 
Hier wird krampfhaft versucht, das Hetzer-Neid-Argument, dass Flüchtlinge mehr bekämen als Deutsche, aufrecht zu halten? Ernsthaft? Ja BlinderBarmer, mit dieser Nummer bist Du einer derjenigen, die dafür sorgen, dass Schwache gegen Schwache bzw. noch Schwächere aufgewiegelt werden, egal ob Du selbst Teil der Schwachen bist oder nicht, es macht die Sache nicht besser.
Falls Du dich überraschenderweise gegen die Ausländerhasser positionieren möchtest, sage ich nur Bärendienst. Tatsächlich erscheinst Du nur wie jemand, der unter dem Deckmantel von vermeintlicher Neutralität lediglich informieren möchte, dies jedoch Munition für die Ausländerhasser liefert. Deshalb:
@JSCH: Natürlich gibt es verschiedene Ansätze, wie man dagegen vorgehen kann, aber eine endgültige Lösung gibt es nicht. Was soll also diese Frage? Willst Du jemanden diskreditieren?
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Aber er hat doch recht!
Mal ganz wertneutral zwei wirtschaftliche Fakten:
1) 2 Mio mehr Einwohner verknappen den Wohnungsmarkt. Da diese Einwanderer kaum Geld haben oder vom Staat angemietet wird, konkurrieren sie hauptsächlich im günstigen Bereich. Dadurch steigen Mieten durch Verknappung des Angebots und der Staat zahlt das.
Ist einfache Kaufmannslehre...
2) Bei Arbeitskräften ist es ähnlich. Hier gilt laut Bubdesregierung, dass ein Fachkräftemangel herrscht, wenn es auf eine Stelle weniger als 3 Bewerber gibt. Die harte Wahrheit ist, dass die Industrie BILLIGE Fachkräfte sucht. Würde man die Löhne entsprechend erhöhen, dann würde man auch jetzt genügend Mitarbeiter finden. Wolfgang Grupp hat das gestern erst wieder kritisiert, dass man zu sehr auf "Billig" setzt. In Produkt und Lohn. Gut zahlende Firmen haben es oft schwer, weil durch politisch legitimierte Tricks und Zwang der Behörden immer Personal nachkam. Egal ob rumänischer Paketbote, bulgarische Bauarbeiter, kroatische Fahrer oder auch ganz einfach alte Opelaner, die vom Arbeitsamt un Leiharbeit genötigt wurden. Ich habe im Belanntenkreis einige seriös arbeitende und zahlende Handwerker, die sich alle über die Situation mit der Billigkonkurrenz beklagen. In der Hochkonjunktur kamen sie gut klar, aber eine kommende Rezession sehen sie alle mit Sorge. Ich selbst bekomme auch ab und an Anfragen, die zu den gewünschten Preisen gar nicht machbar sind. Dasselbe berichten mir gehäuft andere Dienstleister und Handwerker. Bis zur EU-Osterweiterung gab es das nahezu überhaupt nicht, seit der Flüchtlingskrise hat sich das nochmal verstärkt.
Ein Gebäudereiniger, der Tarif zahlt berichtet, dass er für eine halbwegs kostendeckend Arbeit 1,60 Euro je qm Fenster nehmen muss. Er berichtet von Angeboten einiger Mitbewerber, die 80 Cent anbieten. Laut seiner Aussage oft südländische geführte Betriebe, die massenhaft Rumänen, Bulgaren oder Syrer versuchen "auf 100 Euro" anzustellen, diese dann "aufstocken" lassen und den Rest dann 3 Euro schwarz pro Stunde. Werden sie erwischt gehen sie in die Insolvenz und machen am nächsten Tag auf den Namen von Bruder, Schwester, Tante, Onkel weiter.
So sieht immer öfter die Realität aus.
Noch ein Beispiel:
Eine Freundin hat letztes Jahr den Job gewechselt, hat sich ordentlich kündigen lassen und hatte 3 Monate Luft bis zum neuen Job. Ihr stand ALG1 zu. Alles ordentlich gemeldet und beantragt. Direkt nach der Meldung bekam sie Druck vom Arbeitsamt und hat 16 "Angebote" von Leihfirmen im Briefkadten gehabt, 5 haben angerufen, weil das Amt die Nummer weitergab und das Amt machte Druck. Ich habe ihr einen Anwalt vermittelt, daher kenne ich den Fall so genau. Hat dann auch nach Klageandrohung ihr Geld bekommen für das sie schließlich über 20 Jahre einbezahlt hatte.
So sieht die Realität aus!
Und was ich gar nicht verstehe:
Ich, als Konservativer, hatte da lange eine andere Meinung zu, bis ich die Sachverhalte en gros über Berichte mitbekam.
DU, als klassisch Linker, müsstest doch eine ureigene Grundüberzeugung haben, dass so etwas in Deutschland gar nicht vorkommen darf.
Mindestlohn, Brexit, Trump, das sind direkte Folgen von solcher oder ähnlicher Politik. Da werden Menschen in den Ländern vom Großkapital gegeneinander ausgespielt und Wut und Hass erst geschürt.
Und da müssen auch unangenehme Tatsachen offen angesprochen werden.
Wie es anders geht zeigt die Schweiz. Man hat keinen Euro, sehr stark auf die Binnennachfrage geachtet und zugesehen, dass man das Lohnniveau auch bei Zuwanderern hoch hält. Klar ist das Land durch den Wechselkurs für uns sehr teuer, Importe sind für die Schweiz dadurch aber extrem günstig. Steuern und Abgaben recht niedrig und schlussendlich fährt man deutlich besser als die EU mit der Billigschiene und komplett offenen Grenzen.