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Alt 14.03.2020, 23:17
greberl greberl ist offline
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AW: Andro Rasanter R53

Habe den R53 jetzt auch mal zwei Abende getestet, sodass ich ein paar ganz subjektive Eindrücke aus meiner Sicht schildern kann.

Basisdaten:
Holz: Tibhar Fibretec 75
R53 in 2,0 mm auf der Vorhand
Vorher auf VH gespielt: T05, davor auch Fastarc G-1, Donic Baracuda, Vega Pro, alles auf demselben (nicht nur dem gleichen) Holz und alle jeweils in der max. verfügbaren Schwammstärke
TTR: ca. 1650

Erster Eindruck:
Nach dem Umkleben von T05 auf R53 keinerlei Umstellungsprobleme. Kontern und auch Topspin gingen auf Anhieb sicher und problemlos. Der Bogen ist weniger ausgeprägt als beim T05, aber durchaus noch in einem mittelhohen Bereich mit ausreichender Reserve über dem Netz.

Geschwindigkeit:
Tangential getroffen würde ich den T05 in max. auf demselben Niveau sehen (sehr subjektiv natürlich). Ein großer Unterschied war für mich jedenfalls nicht festzustellen. Frontal getroffen würde ich den R53 leicht vorne sehen. Nach meinem Dafürhalten also durchaus vergleichbare Geschwindigkeitswerte.

Spin:
Mir persönlich schien der Spin beim T05 ausgeprägter, sowohl beim Aufschlag als auch beim Topspin. Möglicherweise ist er auch nur einfacher zu aktivieren. Reichlich Spin hat aber der R53 auch noch.

Kurz-Kurz/Aufschlagannahme:
Da war mir der R53 auf Anhieb sympathischer, berechenbarer. Beim T05 sehe ich eine höhere Spinanfälligkeit und ein manchmal etwas überraschendes "Eigenleben".

Kontern:
Zwar auch mit dem T05 gut, aber mit dem R53 für mich traumwandlerisch sicher und damit schon noch eine ganze Ecke einfacher und angenehmer.

Block:
Auch hier für mich der R53 sehr angenehm zu spielen und sowohl im aktiven wie auch im passiven Block leichter zu beherrschen als der manchmal etwas zickige T05.

Topspin:
Auf Unterschnitt liegt der T05 für mich vorne, braucht weniger Armzug und lässt mehr Variationen zu, und das - wie oben schon erwähnt - bei mehr Maximalspin. Gegentopspin (in meiner Spielstärke hat man da natürlich nicht oft die ganz großen Topspin-Gegentopspin-Rallys) fällt mir mit dem R53 leichter, wobei beide aber ausreichend Druck von etwas weiter hinten bieten.

Schuss:
Traumhaft sicher mit R53. Hier hatte ich mit dem T05 die größten Probleme, sodass ich selbst höhere Bälle fast nie ganz frontal, sondern fast immer mit Spin gespielt habe. War für mich die sicherere Variante. Beim R53 geht das bei mir aus jeder Lage um Längen besser.

Fazit:
Bin vom R53 recht angetan und werde diesen auch auf der Vorhand lassen. Bin aber auch grundsätzlich schon immer ein Freund harter Schwämme, sodass ich durchaus mit positiven Erwartungen in den Test ging - die haben sich auch voll und ganz bestätigt.

Dass man für den R53 irre hohe TTR-Werte haben muss, kann ich nicht bestätigen (es gibt ja z. B. durchaus Rückhandlegastheniker, die mit einer sehr starken Vorhand gesegnet sind und mit einer halbwegs ordentlichen Rückhand alleine schon 250 Punkte mehr hätten - warum sollten die sich so etwas nicht mit 1500 Punkten auf die Vorhand eines nicht allzu schnellen Holzes kleben können?). Es hängt wohl auch viel von den eigenen Vorlieben ab. Für mich ist z. B. ein Aurus Soft, den ich auch schon in max. auf dem Holz hatte, viel indifferenter und unangenehmer zu spielen und damit auch schlechter auszurechnen und zu beherrschen. Insofern fühle ich mich mit dem R53 deutlich sicherer und wohler, so blöd das auch klingen mag.

Für mich persönlich ist der R53 so etwas wie ein schnellerer und dank des etwas weicheren Obergummis lebendigerer Fastarc G-1, wobei ich die Kontrolle trotz der höheren Geschwindigkeit und Lebendigkeit auf einem ähnlichen Niveau wie beim G-1 sehe. Ganz subjektiv, bei meinem Holz, meinem Spiel und meiner Technik. Muss sicher nicht bei jedem so sein...

Und nein, ich erstatte keinem seine 60 EUR zurück, wenn er im Test dann ganz andere Eindrücke hat als ich und extremst enttäuscht ist.
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