Hallo zusammen,
ich glaube, dass es viel zu viel Aufwand ist, die einzelnen Staffeln durchzugucken. Gerade, wenn es deutschlandweit umgesetzt werden soll.
Am "fairsten" ist es sicherlich, wenn alle bisher gespielten Begegnungen berücksichtigt werden. Leider kann aktuell noch niemand einschätzen, wie lange die Pause andauern muss. Ansonsten hätte man die Sommerpause verkürzen (oder den nächsten Saisonbeginn nach hinten verschieben) können und dann zumindest so viele Spiele nachgeholt, dass jede Mannschaft in einer Staffel gleich viele Spiele absolviert hat.
Die Hinrundentabelle zu nehmen, wäre so kurz vor Ende der Rückrunde sicherlich ein Stich ins Herz für all diejenigen, die sich noch einmal richtig zusammengerissen haben. Nicht nur die Mannschaften, die jetzt besser darstehen als nach der Hinrunde, sondern auch für diejenigen, die ihren Tabellenplatz zum Teil gegen zur Rückrunde verstärkte Teams verteidigt haben.
Problematisch beim Nachholen der Spiele unter Zeitdruck könnte neben dem organisatorischen Aufwand auf Seiten der Spielleiter auch noch werden, dass evtl. Hallenzeiten fehlen. Schließlich ist Tischtennis ja nicht die einzige Sportart, und ich denke, dass sich die verschiedenen Sportarten untereinander absprechen werden, wie sie vorzugehen gedenken. Von terminlichen Überschneidungen mit Hochzeiten oder Jubiläen, die jetzt alle nach hinten geschoben werden, Urlaubsterminen oder anderen Veranstaltungen fange ich gar nicht an zu reden, zumal das wahrscheinlich auch eher in die Kategorie "Einzelschicksal" fällt.
Es freut mich, dass Fastest115 hier schon eine Idee beschrieben hat, auf die ich unabhängig von ihm auch gekommen bin:
Die sowieso bereits eingeplanten Hallenzeiten für die Vorrunde 2020/21 könnten genutzt werden, um die letzten Spiele der laufenden Saison sowie ggf. die Relegationsspiele nachzuholen. Natürlich sind das unter Umständen nur wenige. Aber aktuell muss man ja schon davon ausgehen, dass das Corona-Virus uns weitaus länger als bis Ende August beschäftigen wird.
Selbst, wenn das Schlimmste bis dahin vorbei ist, wird das Virus bis dahin nicht vollständig von der Bildfläche verschwunden sein. Es schadet dann also auch nicht, wenn man nur alle 2-3 Wochen anstatt wöchentlich für sein Hobby den Kontakt zu anderen Personen sucht.
Ein weiterer Punkt: Wenn nun z.B. erst ab November wieder ein geordneter Spielbetrieb möglich wäre, reicht das zeitlich auch nicht für eine neue Vorrunde. Klar könnte man dann auch wieder Termine und Fristen für die Rückrunde verschieben, aber dann steht man unter Umständen in einem Jahr wieder vor demselben zeitlichen Problem.
Deswegen halte ich es für sinnvoll, wenn die Saison einfach zu Ende gespielt wird. Und wenn der Sportbetrieb doch schon eher wieder anfangen kann, dann hat man mit Training und Turnieren noch genug Gelegenheit, um an Spielpraxis zu kommen.
Von Januar bis April könnte dann vllt. eine "verkürzte Saison" gespielt werden. Während kleinere Staffeln wahrscheinlich mit Vor- und Rückrunde vom sportlichen Standpunkt aus am fairsten wären (man hat gegen jeden ein Heim- und ein Auswärtsspiel), würde das einen enormen organisatorischen Aufwand bedeuten. Nicht nur für die Staffelleiter während der Saison, sondern auch im Vorfeld: Wie legt man zum Beispiel Auf- und Abstiegsregeln fest? Und zwar nicht nur bei uns im WTTV, sondern in jedem Verband und auf jeder Ebene!
Einfacher (und trotzdem sportlich vertretbar) wäre dann wahrscheinlich, eine einfache Serie zu spielen. Wenn man den vermehrten Abstieg auf WTTV-Ebene um ein Jahr nach hinten schiebt, sollte sich niemand zu unfair behandelt fühlen, selbst wenn er im Abstiegskampf "gerade gegen die direkten Konkurrenten nur Auswärtsspiele hat"

(Und auf Einzelschicksale kann man wie bereits mehrfach gesagt wurde wirklich keine Rücksicht nehmen)
Selbst wenn dann alle Zeitpläne durcheinandergebracht werden und die Hallen für den Rest des Jahres geschlossen bleiben müssen (was ich persönlich nicht glaube, aber mein Gefühl ist wohl kein gültiges Argument): Es kann noch immer auf die "kurze Saison 2021" verzichtet werden und die Spiele dieser Saison können dann von Januar bis April nachgeholt werden. Das ist dann zwar ziemlich wenig Tischtennis für ein ganzes Jahr, aber besser als gar kein Spielbetrieb
Ich sehe bei diesem Lösungsvorschlag lediglich 3 große Nachteile:
1) In einem halben Jahr ist wahrscheinlich das Interesse an der laufenden Saison so weit gesunken, dass man vielleicht lieber einen frischen Neuanfang hätte.
2) Wenn die Ausbreitung des Virus schneller gestoppt wird, als zur Zeit angenommen, steht man evtl. mit unnötig wenig Spielbetrieb da.
3) Entspannt sich die Lage dagegen so langsam, dass man in genau einem Jahr noch immer nicht weiterspielen konnte, steht man wieder vor demselben Problem wie aktuell.
Diese drei Nachteile bewerte ich aber als Einzelschicksale (1), einen unvermeidbaren Abstrich, der bei jeder Lösung auftreten würde, in diesem Fall aber ein geringes Übel verglichen mit dem potentiellen Nutzen ist (2) bzw. irrelevant (3): Wenn wir in einem Jahr vor derselben Frage stehen, dann würde wohl auch keine andere Lösung funktionieren, die man sich in den nächsten Wochen ausdenkt).
Zusammengefasst: Ich denke, dass diese Möglichkeit gut in jedem Verband gleichförmig umzusetzen wäre, dass der organisatorische Aufwand sowohl für Verbände als auch für Vereine überschaubar ist, dass man die kurz vor Ende gestoppte Saison 2019/20 so fair wie möglich beendet und dass man genug Zeitpuffer und genug Flexibilität hätte, um auf die unvorhersehbare Entwicklung der Corona-Pandemie reagieren zu können. Außerdem wäre man so auf der "sicheren" Seite, dass ab 2021/22 wieder alles normal weiterlaufen kann.
Schönen Abend euch allen!
Euer Trampik