Einzelnen Beitrag anzeigen
  #34  
Alt 06.04.2020, 14:39
Maader Maader ist offline
registrierter Besucher
Junior-Forenmitglied
 
Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 71
Maader ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: andro Gauzy Serie

Hallo zusammen,

ich habe das Andro Gauzy SL eine Stunde getestet und werde beschreiben und bewerten, wie ich das Holz empfand.

1 Daten des Holzes
Das Holz wird in Bereich Off eingestuft. Es wiegt 90g und die Griffform ist gerade. Die Blattgröße beträgt in der Länge 157mm und in der Breite 150mm. Das SL hat 7 reine Holzschichten. Die Dicke des Holzes beträgt 6,2mm. Der konkrete Aufbau, ohne dabei auf die Dicke der einzelnen Schichten einzugehen, ist folgender:
Ebony - Limba - Abachi - Red Abachi - Abachi - Limba - Ebony.
In der Beschreibung auf der Seite des Herstellers wird ein direktes Spielgefühl angegeben, das das moderne Spiel am Tisch unterstützt. Außerdem biete der gefühlvolle Kerne die hohe Grundsicherheit.
Diesen Angaben zufolge erwartete ich ein Offensivholz, das trotz eines höheren Grundtempos dennoch ausreichend Rückmeldung und Ballkontrolle besitzt, um variantenreich und spinorientiert zu spielen.
Getestet habe ich das Holz mit dem Rasanter R53 beidseitig.

2 Kurze Beschreibung meines Spielstils und Spielstärke
Ich ordne mich als Offensivspieler ein, der mit beidseitigen Topspins aus der Halbdistanz agiert. Mich zeichnen meine spinlastigen und kontrollierte Topspinschläge aus, die gleichzeitig die nötige Schlaghärte missen lassen.
Meine Spielstrategie ist es, dass ich den Gegner durch Platzierung und Spinwechsel überwinde - in erster Linie aus der Halbdistanz. Mein TTR-Wert liegt zwischen 1650 und 1700 Pkt und ich spiele in BaWü.

3 Grundsätzliches Spielgefühl
Der erste Eindruck bei den ersten Bällen war sehr positiv. Vor allem fiel mir auf, dass die Ballkontaktzeit recht lange ist und der Ball deutlich gespürt wird. Ich hatte dadurch eine sehr gute Ballrückmeldung und -kontrolle. Das Grundtempo liegt in der Tat im Off-Bereich. Der Griff ist relativ angenehm in der Hand liegend, wobei er recht kräftig ausfällt. Diese Schlägerkombination ist leicht kopflastig - was ich als angenehm empfand. Der Ballabsprung ist weder sehr flach noch sehr steil - im mittleren Bereich zwischen beiden Polen.

3 Beschreibung und Wertung hinsichtlich der unterschiedlichen Schlagtechniken

Konter: Aufgrund des mittleren Ballabsprungs gelingt der Kontern recht solide - kontrolliert, platziert aber bei höherem Tempo besteht recht schnell die Gefahr, dass der Ball über die Platte fliegt.

Topspin: Beim Topspinspiel in der Nähe des Tischs auf das gegnerische Blockspiel wirkt sich der mittlere Ballabsrpung sehr positiv aus. Die Bälle kamen in einem hohen Grundtempo mit viel Spin auf der gegnerischen Tischhälfte an. Vor allem die enorme Ballkontrolle und Sicherheit in allen Topspinschlägen ist bemerkenswert. Allerdings habe ich das Tempo etwas niedriger gewählt, da mir die Bälle ansonsten zu lange gerieten - dafür war die Spinentwicklung sehr hoch.
Beim Topspin auf Gegentopspin ist die hohe Stabilität des Holzes erkennbar, wodurch die Bälle bei hohem Tempo und höherem Spin sehr gut zu kontrollieren sind. Mit dem Holz lassen sich von der Halbdistanz sehr dynamische und spingeladene Bälle mühelos spielen. Ich würde sagen, dass die die Paradedisziplin dieses Holzes ist.
Der Gegentopspin am Tisch erwies sich allerdings als etwas schwieriger aufgrund der längeren Ballkontaktzeit und mittelhohen Flugkurve. Bei diesem Schlag benötigt man eine sehr kurze und gut getimte
Schlagbewegung.

Block: Der passive Block am Tisch ist ebenfalls etwas schwieriger direkt am Tisch zu spielen. Etwas einfacher wird es, wenn man ca. einen Meter hinter der Platte steht. Dort können die Bälle kontrollierter und besser platziert werden.
Der aktive Block - in meinem Fall der Spinblock - gelingt deutlich besser, vor allem mit der Rückhand lässt sich dieser gut am Tisch spielen. Auch wird allerdings ein gutes Timing vorausgesetzt.

Schupf: Sowohl lange als auch kurze Schupfbälle lassen sich besonders effetreich spielen. Die Bälle drohen selten zu steigen oder ins Netz zu gehen - wobei hier angemerkt werden muss, dass dieses Holz sowohl schnittgenerierend als auch gleichermaßen schnittanfällig ist.

Aufschlag/Rückschlag: Wie bereits deutlich geworden ist, lässt sich auch hier viel Schnitt erzeugen. Beim Rückschlag muss man allerdings besonders konzentriert bei passiven Schlägen agieren, da ansonsten die gegnerischen Bälle mit Spin sehr gefährlich werden und die Fehlerhäufigkeit zunimmt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Andro Gauzy SL ein Off-Holz ist, dessen Stärke vor allem in der Stabilität, Ballrückmeldung und im Spinpotenzial liegen. Als Schwäche ist die Kehrseite der Stärken zu nennen: schnittanfällig und weniger für das geradlinige Block- und Konterspiel geeignet. Dennoch können die Bälle aus der Halbdistanz sicher auf die Platte gespielt werden. Für mein Spiel aus der Halbdistanz ist einerseits das Grundtempo sehr geeignet und andererseits die Spinentwicklung und -variation hervorzuheben. Die tolle Ballrückmeldung gibt mir bei allen Schlägen eine hohe Grundsicherheit.
Geeignet ist das Andro Gauzy SL aus meiner Sicht somit für Spieler, die ein Off-Holz mit einer hohen Ballrückmeldung mit mittelhoher Ballflugkurve bevorzugen.
Mit Zitat antworten