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AW: Corona: Empfehlungen zum vereinsbasierten Sporttreiben im Tischtennis
Ich bin auch kein Freund von überkomplexen Regelungen.
Aber Kontaktinfektion (früher "Schmierinfektion") einfach wegzudefinieren geht schon wieder in die Richtung der Übervereinfachung. Das Thema Händewaschen ist ja nicht ganz ohne Grund sehr wichtig.
Ich stimme aber zu, daß man in der Tat mehr auf die Gewichtung der Risiken achten sollte, wenn man einen Maßnahmenkatalog erstellt.
Gerade jetzt zu Beginn der Pandemie ist eine hygienisch umstrittene Maßnahme zuviel aber mitunter besser, als zu wenig. Ich weiß nicht, ob die Verfasserin jemals an einem Wettkampftisch gestanden hat. Schweiß, Speichel, Triefnase sind wirklich keine Seltenheit. Ich sehe immer mit Grausen, wie selbst international erfahrene Spieler mit ihrem Handtuch erst die Tische und dann ihr Gesicht abwischen. Bin mal gespannt, ob wir das nach der Pandemie jemals wieder bestaunen dürfen.
Insofern sollte man auch nicht vernachlässigen, dass ein "verordnetes" Hygieneverhalten auch einfach erstmal nützlich für die Sensibilisierung ist. Gerade wenn exponentielles Wachstum droht, reagiert das System besonders empfindlich auf Ignoranz und schlechte Angewohnheiten.
Unterschiedliche Bälle zu verwenden würde ich z.B. weit nach unten priorisieren oder auch weglassen.
Aber sich vor der Begegnung am Tisch die Hände und den Ball zu desinfizieren, zeigt Respekt. Die Tischplatte einmal kurz mit Desinfektionsmittel abzureiben, bricht auch keinem einen Zacken aus der Krone. Die Hinterlassenschaften der Ferkel von vorher sind dann reduziert und ich schütze mich und damit auch andere vor hohen Keimzahlen. Die Dosis macht offenbar ja auch bei Corona das Gift, wie man gestern abend auch bei Streeck wieder vernehmen konnte.
Also: Kontaktinfektionen weiter ernst nehmen, Gegenmaßnahmen aber nach Priorität/Risiko auswählen.
Geändert von Haureinis Tango (24.04.2020 um 13:31 Uhr)
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