Zitat:
Zitat von Kriegela
Wieso leider? Zum Glück gibt es immer noch welche, die Entscheidungen/Regelungen treffen, welche zur gegebenen Struktur besser passen und den Vereinen eher entgegen kommen, dafür aber vielleicht nicht 100% konform mit der Bundeseinheitlichen WO sind. Diese individuellen Regelungen sind zumal meist im Einvernehmen gemeinsam mit den betroffenen Vereinen getroffen worden und passen dann auch besser als die Regelung die irgendwer 100erte Kilometer weit weg meint das beste für alle im gesamten Bundesgebiet zu sein.
Das ist dann auch wieder so richtig typisch: Dann gibt's halt paar Mannschaften weniger, da fällt halt ne Klasse weg mangels Meldungen, hauptsache die bundeseinheitliche WO wird zu 100% eingehalten... 
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Die Wettspielordnung regelt die Organisation des Spielbetriebes, und das in diesem Fall bundesweit. Sinn und Zweck ist es, für Sportler gleiche Bedingungen zu schaffen, um so Wettbewerbs- und Chancengleichheit zu schaffen sowie Vergleichbarkeit zu ermöglichen.
Hätten wir die nicht, hätten wir im Tischtennissport Anarchie. Anarchie bedeutet in der Theorie, dass man eine Organisationsstruktur ohne Hierarchien, feste Regeln und ohne Zwang hat (was grundsätzlich ja ganz wunderbar wäre), funktioniert aber leider in der Praxis nicht.
Denn für unseren Sport würde das z. B. bedeuten, dass – ohne eine Organisation des Spielbetriebs und ohne Regeln, die für alle verbindlich sind – ein Mannschaftswettkampf nur noch dann zustande käme, wenn sich ZUFÄLLIG sechs Spieler aus dem einen Verein und sechs Spieler aus dem anderen Verein zur gleichen Zeit am gleichen Ort treffen und beschließen, das gerade jetzt eine gute Zeit für einen Wettkampf ist….Ach ja, die müssten dann alle zufällig auch noch ihr Zeug dabei haben ;-)
Ob die Sätze dann bis 11 gehen oder nicht, ob glatte Noppen oder behandelte Antis zugelassen sind oder nicht, ob der Ball beim Aufschlag hochgeworfen werden muss oder nicht…All das und die vielen anderen spielbeeinflussenden Dinge müsste jedes Mal neu entschieden werden, wenn es keine verbindlichen Regeln, sprich keine Wettspielordnung gäbe..
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es viele Tischtennisspieler (*innen, *diverse) gibt, die das gern so hätten…
Wenn man also einen organisierten Spielbetrieb haben möchte, dann gehört dazu eben auch, dass sich alle, die sich dem Deutschen Tischtennis-Bund angeschlossen haben und unter diesem Dach ihren Sport ausüben, an die Wettspielordnung halten. Das heißt aber wiederum, dass es keine eigenmächtigen Ausnahmen (oder „individuellen Regelungen“ in einzelnen Bezirken) geben darf. Denn dann ist eine Wettbewerbs- und Chancengleichheit nicht mehr zu erzielen.
Ich persönlich finde es toll, wenn ich weiß, wann ich wo um wieviel Uhr gegen welche Mannschaft antreten darf…
Und wenn Jungen nun mal nicht in Mädchenmannschaften spielen dürfen lt. WO, dann haben sich auch daran alle Beteiligten zu halten. Um noch mal auf mein Beispiel mit der Mädchen Bezirksliga B im Bezirk Düsseldorf zurück zu zukommen: Da gibt es einen Jungen, der die Hinrunde mit einer Bilanz von 12:0 abgeschlossen hat, was u. a. mit dazu geführt hat, dass die dazugehörige Mannschaft nach Abschluss der Hinrunde Tabellenführer in dieser Gruppe war. Ob die anderen Mannschaften, die ausschließlich Mädchen gemeldet haben, das so klasse fanden, lasse ich mal dahin gestellt…Von wegen Wettbewerbs- und Chancengleichheit…