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Zitat von alba
@crycorner: Der Artikel ist gut geschrieben, aber an der entscheidenden Stelle hapert es. Die eigentliche Frage ist doch nicht, Leben oder Tod, sondern um wieviel kann ich das Leben - eventuell - um welchen Preis verlängern. Um diese Frage drücken sich aber alle! Also konkretes Beispiel: dass ich einem Menschen, der statistisch noch Jahrzehnte zu leben hat, eine Therapie gebe, auch wenn sie Millionen kostet, erwartet man. Aber jemand, der wohl nur noch wenige Monate hat? Oder jemand, der nur noch Tage oder gar Stunden hat?
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Das ist so nicht ganz richtig. Es geht nicht um die Frage, ob man das Leben verlängern kann, sondern darum, eine Verkürzung des Lebens möglichst zu vermeiden.
Wenn bei einem Patienten dann die Entscheidung ansteht, ob er auf die Intensivstation oder auf die Palliativstation geschoben wird, wird das mit dem Patienten geklärt. Der Patient kann eine Verfügung abgeben, die Ärzte können die Chancen auf Überleben einschätzen. Und dann wird unter Abwägung des Patientenwunsches und der medizinischen Möglichkeiten und Ressourcen eine Entscheidung getroffen.
Damit es möglichst selten zu so einer Situation kommt, machen wir den ganzen Budenzauber, und zwar zu Recht. Denn wir schützen Menschenleben damit. Übrigens eben nicht nur das Leben derjenigen, die ohnehin nur noch ein paar Monate zu leben haben. Sondern auch derjenigen, die noch eine sehr hohe Lebenserwartung haben, aber durch Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören.