Zitat:
Zitat von BlinderBarmer
Schon etwas polemisch überzeichnet, oder?
Keiner will Behandlungen verweigern, und man darf auch schon mal die Nebenwirkungen des Lockdowns hinterfragen.
Die 300.000 Toten bei 60 Mio. Infektionen (=0,5%) bis zur Herdenimmunität bekommen wir ja wahrscheinlich sowieso, wenn es keinen Impfstoff gibt.
Bei Zuständen wie in Italien gibt es dazu halt noch ordentlich Tote dazu, weil das System überlastet ist.
Wieviele Tote es dadurch geben wird, wenn anschließend die Wirtschaft kaputt ist, ist deutlich schwerer abzuschätzen.
Und wie kaputt sie sein wird, ist ja auch noch nicht klar.
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Die Frage ist halt was wirtschaftlich wirklich "besser" wäre.
Natürlich kann man jetzt wieder hochfahren, riskiert dann aber eine massive zweite Welle und der Schrecken hat kein Ende.
Oder man hält noch solange dicht, bis man wirklich auf eine R-Zahl von 0,2 kommt und schließt eine zweite Welle fast aus.
Was ist jetzt besser für Wirtschaft und Kaufkraft?
Ich bin auch von der Theorie der Herdenimmunität nicht überzeugt. Wieviele Infizierte haben wir denn inkl. Dunkelziffer? Wahrscheinlich irgendwas zwischen 500k und 1Mio. Hält man R=1 bei, dann schwelt das noch über 60, 70 oder 80 Ansteckungszyklen, sprich über mehrere Jahre. Meine Theorie ist aber, wenn man auf 0,2 drückt UND gleichzeitig stark testet und isoliert, dass man dann vielleicht im Juli/August komplett hochfahren könnte ohne großes Risiko einer zweiten Welle.
Und bei der Wirtschaft muss man auch zwischen Export und Binnennachfrage unterscheiden. Die Binnennachfrage wird auch noch schwächeln, wenn hier alles offen wäre. Und beim Export ist man halt massiv auf das Handeln anderer Staaten angewiesen.
Ich finde solche Aussagen wie von Palmer, Schäuble oder Merz einfach nur respektlos. Auch weil es sich um eine Versicherungsleistung handelt, für die Betroffene über Jahre bezahlt haben und es mit der Rente noch tun.
Solange wir hier ausreichend Möglichkeiten haben, was ja der Fall ist, verbietet es sich für solche Politiker Gott zu spielen.