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Zitat von Kyuss
Ungarn und Polen würde ich sowirso grudnsätzlich mal einen Grossteil der EU-Gelder streichen. Wer eh gegen die EU und deren Grundüberzeugungen steht und aktiv dagegen agiert, der sollte auch nicht von ihr profitieren.
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Wer legt denn die "Grundüberzeugungen" der EU fest?
Deutschland, dass 2015 alleine auf weiter Flur in Europa stand?
Die Südländer mit ihren Finanzgebahren, die im Grunde pleite sind?
Es gibt nicht die "EU". Es gibt 27 Einzelstaaten, die irgendwo einen gemeinsamen Nenner suchen, obwohl sie kulturell und wirtschaftlich völlig unterschiedlich sind.
Die beste Phase hatte "Europa" zur Zeit der "EG", wo jedes Land für seine Finanzen selbst verantwortlich war, jedes Land mit Ab-/Aufwertung seine Kaufkraft der Wirtschaft anpassen konnte, trotzdem aber alle Staaten Förderung und Freizügigkeit in Handel und Personenverkehr genießen konnten.
Und warum auf Osteuropa rumhacken?
Besonders deutsche Konzerne und Mittelständler haben massivst von ihnen profitiert und sich dumm und dusselig an Arbeitsplatzverlagerungen und neuen Märkten verdient.
Und jetzt beschwert man sich, dass diese Staaten und ihre Bevölkerung ihre Interessen durchsetzen wollen?
Natürlich haben diese Staaten massive EU-Hilfen kassiert. Allerdings ist das Geld auch über Gewinnabführung an deutsche Konzerne und Mittelständler wieder aus den Löndern abgeflossen. Dass die Belegschaften in Ungarn, Tschechien und Polen massive Lohnerhöhungen mit Unterstützung ihrer Regierung durchgedrückt haben (Audi in Ungarn 18%) ist durchaus nachvollziehbar. Ähnliches wird auch in absehbarer Zeit in Rumäniem und Bulgarien passieren, die zur Zeit ja bevorzugtes Ziel deutscher Mittelständler bei Werkseröffnungen sind.
Hier mit dem Finger auf andere zu zeigen ist immer sehr einfach. Was man immer vergisst ist die Gegenrechnung mit der wir im Westen langfristig die absurden Exportüberschüsse bezahlen.
Wenn dann eine Sondersituation wie zur Zeit passiert und sich die Verlagerung mal negativ auswirkt, indem Lieferketten unterbrochen werden oder wegfallen, dann ist das Geschrei nach dem Staat groß.
Nur wer ist der Schuldige?
Der Osteuropäer, der jetzt dicht macht oder nicht vielleicht doch der Mittelständler, der vorher seine halbfertigen Teile mit Billigtransporten quer durch Europa gekarrt hat und sich damit jahrelang eine goldene Nase verdient hat?
Diese Fragen kann man durchaus mal wertneutral aufwerfen...