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Alt 07.05.2020, 12:47
Schrottkopf Schrottkopf ist offline
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AW: Corona: Wann glaubt ihr, geht's wieder an die Tische?

Zitat:
Zitat von Power-Seven Beitrag anzeigen
Meine Ärztin hat mir dazu erklärt, dass anfangs so verfahren wurde. Das würde auch erklären, warum ein Mitspieler trotz zwei Tagen Fieber über 40 Grad nicht getestet wurde.

Jetzt würde schon ein Halsschmerz reichen, um einen Test veranlassen zu können.

Das kann aber je nach Bundesland (bei mir BaWü) auch abweichen.
Im Endeffekt war das von Anfang an schon davon abhängig, wo und von wem ein Test angeordnet werden sollte. Ein Mitarbeiter von mir wurde bei Auftreten von Geschmacksverlust noch am selben Tag von seinem Arzt getestet und hatte am nächsten Tag sein positives Ergebnis. Daraufhin fragte das Gesundheitsamt die Namen von engen Kontaktpersonen ab. Es gab 15 Kollegen, die nahe mit ihm gearbeitet haben und die wiederum in 4 verschiedenen Landkreisen leben - und hier beginnt das individuelle Chaos: von den 15 wurden zwar alle in Quarantäne gesteckt, aber nur 8 selber getestet (die Wartezeit auf das Testergebnis betrug zwischen 15 Stunden und 12 Tagen, einer hat gar kein Ergebnis erfahren), bei 3 hat das jeweilige Gesundheitsamt alle zwei bis drei Tage angerufen und sich nach dem Zustand erkundigt, 2 mussten ein Tagebuch führen und ihre Daten regelmäßig durchgeben - und vier haben nie etwas von ihrem Gesundheitsamt gehört, die Quarantänebestätigung mussten wir als Argbeitgeber aktiv einfordern! Erstaunlicherweise kamen welche mit Tagebuch und ohne Nachricht aus dem gleichen Landkreis...

Dann hatte wir noch einen zweiten positiven Fall, bei dem sich das Gesundheitsamt nicht mal bei uns als Arbeitgeber gemeldet hat...

Ich selber wurde recht früh unabhängig von der Firma auch getestet, da meine Ärztin meine Symptome auch ohne hohes Fieber für ausreichend erachtet hat - das ist aber schlicht und einfach ihre individuelle Entscheidung gewesen, da sie mich kennt, da gab es keine scharfen behördlichen Vorgaben. Die Wartezeit auf einen Testtermin betrug dann 5 Tage, die auf das gottseidank negative Ergebnis dann nochmal 10! Ehrlich gesagt wäre ein positives Ergebnis auch okay gewesen, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Tage isoliert war und eh wieder raus gekonnt hätte. Seltsamerweise gab es aber in diesen 15 Tagen von behördlicher Seite weder Nachfragen noch irgendwelche Verhaltensvorgaben. Eine Freundin dagegen wurde ebenfalls getestet und hatte eine 5-seitige Sicherheits- und Verhaltensbelehrung bekommen.

Insofern: weder zu Anfang noch heute existiert ein standartisiertes Verfahren, das unabhängig vom Ort oder den beteiligten Stellen funktioniert. Gerade die Variante, wenn ein Arzt den Test anordnet, hängt ausschließlich von der Einschätzung ab, für wie wahrscheinlich er eine Erkrankung hält (ob das Kassenbudget für den Monat dabei auch noch eine Rolle spielt, kann ich natürlich nicht beurteilen... )
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