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Alt 27.05.2020, 16:03
Abwehrtitan Abwehrtitan ist offline
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Zitat:
Zitat von Deserteur Beitrag anzeigen
Also bei dem Titan hätte ich jetzt auch so meine Zweifel. Könntet ihr mal erläutern, wie Titan Aluminium und Stahl vor allem im Preis ausstechen soll? Wenn ich mich recht erinnere, stehen da für Titan die Karten schlecht: Titan hat einen höheren Schmelzpunkt, schwerer mechanisch zu verarbeiten, extrem schwer zu gießen (hoher Oxidationsdruck),....
Sind die Probleme gelöst?

Dein Zweifel ließen sich zerstreuen, hier ist aber nicht der geeignete Ort dafür. Ich könnte dir die Basicschulungen zu Metallen anbieten, wenn du B2B Metalle einkaufen darfst, gebe ich dir gerne per PN meine Daten. Individuelle Seminare sind möglich.



Vorab soviel:

Das Kroll-Verfahren (Ti) wird bald Geschichte sein. Die Ersatzverfahren funktionieren schon, nur die die Investitionen in neue Produktionsanlagen wird noch Jahre dauern, hier sind herstellerseitig irre Investitionen nötig.
Titanbearbeitung ist eine Frage der Fachkenntnis bzgl. der Bearbeitungswerkzeuge und der Vorgehensweise. Alles kann man mit Ti nicht machen, aber fast.

Zudem hat es eben unfassbare Eigenschaften, die Stahl oder Alu nicht in der Kombi mitbringen. Vergleiche z.b. max. Zugefestigkeiten Alu mit Titan. Such mal Stähle die die chem. Unangreifbarkeit von Ti leisten, wirst du immer bei Nickellegierungen landen, und da auch nur bei sehr speziellen Güten (Hastelloy, Nimonic + Co.). Die haben auch so ihre Preise!
Alu ist schlecht wiederverwertbar und extrem energieintensiv in der Erzeugung, kombiniert mit mangl. Festigkeit, höchstkomplizierten Prozessen in der Wärmebehandlung (spez. vergüten) (=teuer) und dem komplizierterem Abbau des Rohstoffs Bauxit. Nur an wenigen Stellen der Erde aus der Kruste im Tagebau verfügbar, zwar in riesigen Mengen, aber an geostrat. ungünstigen Stellen. Zudem lässt sich Alu von Laugen und Salzen, und auch von Säuren in unterschiedl. Ausmass angreifen (vgl. hier hierzu Titan). Ti ist obendrein zu 100 % biokompatibel. Seit man Ti auch im Flachbereich spanlos umformen kann ist die Lust im Markt noch weiter gestiegen. Es gibt mittlerweile Hunderte Titanlegierungen, jeden Tag fast kommt eine neue hinzu. Die Konstrukteurswelt greift aus o.g. Gründen immer mehr auf auf Ti zurück.


An den Verkaufszahlen lässt sich klar ablesen wo der Weg hingeht. Weiter will ich das hier mal nicht ausführen, ich will nicht übers Ziel hinausschießen.



@Kjuss, Namen darf ich hier nicht nennen, aber es war jemand aus der Fahrzeugwelt, jemand der dort als Entwicklungsingenieur arbeitet. Das nicht am Normalarbeitsplatz als Konstrukteur, sondern eher im Management. Dieser Mann hatte bei uns vor geraumer Zeit ein Seminar, dabei hatte ich im Anschluß in der Diskussionsrunde Gelegenheit mich mit ihm auszutauschen.
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