Zitat:
Zitat von mithardemb
Du hast eine ständige Kostensteigerung im Gesundheitssystem und die Reserven sind ja auch wieder im schrumpfen begriffen. Es gibt ja auch nicht nur die Bertelsmannstudie. Viele Kliniken haben das Problem mit der Kostendeckung.
Neben der Notfallmedizin und komplizierteren Eingriffen gibt es auch noch andere Patienten. Egal ob man Kinder bekommt oder ob einem Mandeln oder Blinddarm entfernt werden. Wenn die Kliniken im Umfeld nicht da sind, werden die Wege sehr weit.
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Man müsste man ausrechnen wieviel Geld dem Gesundheitssystem jährlich durch die Privatisierung von Krabkenhäusern entzogen wird. Bis vor ca. 30 Jahren waren die meisten Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft oder wurden von den Kirchen als gGmbH geführt und die Verluste wurden über Steuergelder ausgeglichen. Das hat man bewusst gemacht, um flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Das ist heute anderes. Man muss für die Investoren Gewinne erwirtschaften. Das führt dann zu Absurditäten. Kassenpatienten, die per Fallpauschale abgerechnet werden, werden schnellstmöglich entlassen, Privatpatienten, die pro Tag abgerechnet werden hält man möglichst lange dort. Im orthopädischen Bereich operiert man wie verrückt, weil die Kasse zwar die OP bezahlt, aber nicht oder kaum eine vernünftige konservative Behandlung.
Geburtsstationen und "normale" Kliniken will man schließen, da nicht "rentabel", dafür macht man "Schwerpunktzentren", wo im Akkord wie am Fließband künstliche Bandscheiben, Kniegelenke und Hüften verbaut werden.
Warum? Weil das richtig Kohle bringt...
Mal im Vergleich:
6 Rezepte a 5x Physio plus 6 Rezepte a 5x manuelle Therapie plus Chiropraktik bringen dem Arzt vielleicht 300 Euro. Ein Rezept kostet privat 10 Euro.
Wenn derselbe Arzr den Rücken aufschneidet bringt das 5.000 Euro...
Was erzählt wohl der kaufmännische Direktor eines privaten Trögers dem Orthopäden, der 90% der Patienten konservativ behandelt?
Ich glaube immernoch, dass hier ein guter und vertrauenswürdiger Hausarzt, der neutral (!) berät der beste Katalysator für das System ist.
In dem Zuge sehe ich auch die "MVZ" kritisch. Wer dort als Arzt angestellt ist kann auch nicht mehr ganz frei Empfehlungen aussprechen. Zu wen soll ein dort Angestellter Hausarzt seine Patienten weiterleiten? Zum besten Orthopäden, Urologen oder Internisten den er kennt oder zum Kollegen im MVZ, von dem er im Geheimen aber nix hält?
Was soll ein dort angestellter Zahnarzt empfehlen, wenn in derselben Praxis der Hauptumsatz mit Endodontologie gemacht wird? Ziehen und Implantat oder Brücke oder wochenlang an einem toten Zahn rumdoktorn?
So ein System hat mMn. zu viele Interessenkonflikte.