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Alt 13.06.2020, 12:58
Gandalf446 Gandalf446 ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von BlinderBarmer Beitrag anzeigen
Also zur KBV:
KBV: Es braucht neue Konzepte
Ähnlich sieht das die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Ein krampfhaftes Festhalten am Status quo bringt niemanden weiter. Kleine und defizitäre Kranken**häu**ser um jeden Preis zu erhalten, ist nicht zielführend – auch nicht im Sinne der Men**schen vor Ort“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Diese Häuser hätten weder die personellen noch apparativen Kapazitäten, um Patienten umfassend zu versorgen. Ganz zu schweigen davon, dass sie dies aufgrund mangelnder Routine, etwa bei operativen Eingriffen, auch nicht in der gebotenen Qualität leisten könnten.------

Auch die schlagen also Schließungen vor.
Auch um das knappe Personal besser zu nutzen.
Denn das gibt es nicht, und die schlechten Arbeitsbedingungen sind Folge des fehlenden Personals, nicht andersrum.

Ich frage mich aber wirklich, wo der Glaube herkommt, staatliche Institutionen würden ihre Bürger besser behandeln, das ist irgendwie nicht so meine Lebenserfahrung.
Sie schlagen eben KEINE Schließungen vor, sondern einen Umbau.
In einem Abschnitt weiter unten wird das auc hweiter ausgeführt:

"In einem von der KBV in Auftrag gegebenen Gutachten habe die Universität Bayreuth das Konzept der Intersektoralen Gesundheitszentren entwickelt: Kleine, defizitäre Krankenhäuser sollten so umgebaut werden, dass Standorte grundsätzlich erhalten bleiben und die Alltagsversorgung sichergestellt werden kann. „Das Entscheidende an unserem Konzept ist, dass die Versorgung und auch Arbeitsplätze vor Ort gewährleis**tet bleiben. Deshalb lautet unser Motto ‚Umbau statt Abbau‘“, betonte Hofmeister."

Bei den Arbeitsbedingungen sind wir bei der Frage was vorher da war, die Henne oder das Ei. Effektiv denke ich, dass sich beides gegenseitig verstärkt. Schlechte Arbeitsbedingungen machen einen Beruf unattraktiv, was zu weniger Personal und zu schelchteren Arbeitsbedingungen führt, wenn man nichts dagegen unternimmt - wie zum Beispiel bessere Bezahlung, um den Beruf attraktiver zu machen.

Ich glaube nicht, dass staatliche Insitutionen den Bürger - in diesem Fall den Patienten - grundsätzlich besser behandel würden, als Privatwirtschaftliche. Ich glaube allerdings, dass ein Arzt, der unter wirtschaftlichem Druck von der Konzernverwaltung steht, eher Behandlungsoptionen wählt, die dem Klinikum mehr Einnahmen bringen, wie eben OPs anstatt Physiotherapeutischer Behandlung. Dass bei Problemen in den Bereichen Rücken, Knie, Hüfte in Deutschland viel zu schnell operiert wird, sollte bekannt sein. Genau da spielen rein wirtschafltiche Zwänge eine Hauptrolle, da sich Ärzte vor BWLern rechtfertigen müssen, warum sie so "wenig" operieren. Habe ich schon einmal geschrieben, das ist ein schlechter Witz, aber leider Realität.
Dazu eine kleine Anekdote: Ich bin 32 und habe seit ca 8 Jahren mal mehr mal weniger oder keine Probleme mit den Knien. Mit 24 war ich beim MRT in einem privat getragenen Klinikum und der Radiologe, der das MRT befundet hat, hat mir nach kurzem Blick auf die Bilder eine OP nahegelegt, ohne auch nur eine einzige konservative Therapieoption zu nennen! Der Orthopäde, bei dem ich mir eine Zweitmeinung eingeholt habe, hat recht fassungslos darauf reagiert und mir Physiotherapie verschrieben, die mir bislang mehrfach geholfen hat, die Probleme in den Griff zu bekommen. Nur eine persönliche Erfahrung und sicher nicht allgemeingültig, deckt sich aber mit dem Fakt, dass viele OPs im Bereich Gelenkserkrankungen nicht notwendig sind.