Einzelnen Beitrag anzeigen
  #6  
Alt 25.06.2020, 19:20
Benutzerbild von SchwarzeWolke
SchwarzeWolke SchwarzeWolke ist offline
Master of Desaster
Foren-Stammgast 2000
 
Registriert seit: 21.11.2009
Ort: Hamburg
Alter: 46
Beiträge: 2.046
SchwarzeWolke ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: SDC Handmade Blades

So, hier meine Eindrücke nach ca. 2h Training gestern.
Ich wusste nicht, mit welchem Holz ich anfangen sollte, also habe ich mir einfach eines geschnappt, ohne meine Brille aufgesetzt zu haben. Bin quasi blind ohne die und habe das "outer" Modell genommen.
Um es kurz vorweg zu nehmen: Ich kann verstehen, warum Magic_M sich das Holz noch mal nachbauen lässt.
Ich kann vieles von Magic_M bestätigen, manches nicht ganz so.
Zuerst ist das Holz wie zu erwarten war "klassisch" Kunstfaser, d. h. es vibriert wenig, ist recht steif und hat im Vergleich zu Vollhölzern eher einen flachen Ballabsprung. Ich habe hier bewusst meinen alten Omega V Tour als Belag für die VH genommen, da dieser mir auf meinem Vollholz zu "mühsam" war. Viele berichten ja, dass härtere und auf Rotation getrimmte Beläge eher zu steifen Kunstfaserhölzern passen. Die Kombination passt wirklich super zusammen und ich hatte gar keine Probleme, von meiner Vollholzkombination auf das Kunstfaserholz zu wechseln.
Eine Sache war auch bemerkenswert: Es war tatsächlich egal, was da an Schnitt vom Gegner kam, mit aktiv geführten Schlägen konnte ich wirklich fast alles einfach "overpowern". Das passt auch zu der Einschätzung von Magic_M. Blocken ging auch hervorragend und was mich tatsächlich überrascht hatte war die doch vorhanden Kontrolle im "kurz-kurz" und in der Aufschlagannahme.
Ich habe auch früher immer mal wieder sehr steife Hölzer wie z. B. ein Viscaria, Maze, Zhang Jike Super ZLC oder auch die einschichtigen Hinokihölzer von Tibhar ausprobiert. Dort hatte ich auch immer das Gefühl, dass ich jeden Schnitt einfach "overpowern" kann und insbesondere der Topspin auf Unterschnitt war wirklich einfach. Mein Problem bei solch steifen Hölzern war dann der Verlust der Kontrolle im passiven und kurzen Spiel sowie das Gefühl, insgesamt weniger Rotation selber erzeugen zu können. Gut, das Gefühl könnte insgesamt falsch gewesen sein, mit dem Innegra-Outer hat unsere Nummer 2 verdammt große Probleme mit meinen Aufschlägen gehabt.
Ich empfand das Innegra-Outer aber im Gegensatz zu Magic_M nicht direkter als meine Erinnerung an das Maze. Für mich war es im Gegenteil etwas "indirekter" und vor allem viel weniger katapultig insbesondere im Vergleich zu einem Zhang Jike und Viscaria. Ich habe das Gefühl, dass genau dieses "weniger" mir beim kurz-kurz hilft und dadurch der Ballabsprung nicht kriminell flach wird.
Ich habe auch bewusst nicht auf die gemessene Frequenz des Holzes geachtet, um nicht selber voreingenommen zu sein. Sergio hat für das Holz mit 1290Hz gemessen, was meine Eindrücke vom Holz im Nachhinein bestätigt. Ein Viscaria und auch Maze sind ja eher in 1400er Regionen zu finden und entsprechend ist das Innegra-Outer weniger steif und langsamer.
Insgesamt wäre so ein Holz meiner Meinung nach ein Kassenschlager unter einer gewissen "Marke" mit entsprechender Nachhilfe durch Spielersponsoring. (Wobei evtl. das Holz insgesamt zu langsam für Profis sein dürfte)
__________________
Xiom Vega X 2.0 (VH) | T.H.C.B. WRC | Andro Hexer Powergrip 1.9 (RH)
Mit Zitat antworten