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AW: Lohnt Jugendarbeit ?
Ich mache in unserem Verein jetzt 13 Jahre Jugendtraining.
Dabei habe ich einige Situationen erlebt, wo ich sagen muß das ist scheiße gelaufen.
Als ich 1990 damit anfing, lag bei uns die Jegendarbeit total am Boden.
Eine Jugend, und die im Mittelfeld der 1. Kreisklasse. Und wenn dann den Jungen mal was wichtiger war, dann wurde eben nicht zum Auswärtsspiel gefahren.
Ich hatte erst 1986 mit dem Tischtennisspielen als 13 Jähriger angefangen.
1990 dann eine Jugend Bezirksliga Saison beendet. Letzter Platz, Mannschaftskameraden hatten andere Interessen. Mein Trainer hatte da die Schnauze voll. Er sagte : In dieser Situation kannst Du nichts verkehrt machen.
Wenn Du Lust dran hast, dann mach es bitte.
Vor 1990 hatte ich Jungschar im CVJM geleitet, und daher hatte ich die Anschriften
von fast allen Kindern aus unserem Dorf.
100 Kinder hatte ich zum 1. Training eine persönliche Einladung geschickt.
Am ersten Trainingstag kamen 30 Kinder die ich an 6 Platten beschäftigen mußte.
Dann habe ich eine mini Meisterschaft gespielt mit 44 ! Teilnehmern.
Geschlaucht vom Turnier dachte ich Abends nach.
Es fehlte Hilfe soviel stand fest. Es hatte lange gedauert bis sich jemand dafür bereiterklärte dies zu unterstützen.
Doch dann fand ich Eltern und einen !!! aus dem ganzen Verein der das unterstützte.
1. Fehler : Gründlich vorher überlegen , ob noch jemand evtl überredet werden könnte der da mithilft.
Dann 1993 /1994
Das erste absolute Ausnahmetalent war da.
Bestärkt davon , machte ich immer noch weiter Werbung für die Breite.
Schnell bekamen wir noch ein zweites und drittes Talend dazu.
Doch irgendwie hatte ich hier noch keine Erfahrung, mit der Situation umzugehen.
1995 hatte ich 6 Schülermannschaften am Start. (Kreisrekord)
Ich dachte damals, man das ist nun deine Arbeit ein toller Erfolg !!!!
Auch in der Schüler Bezirksklasse hatte ich eine Mannschaft spielen.
Das war Breiten und Spitzensport zusammen und ohne viel Unterstützung von anderen Leuten. Das das nicht gutgehen konnte , habe ich erst später gelernt.
Die ständige Überlastung , schlug bei mir auf den Kreislauf.
Als dann noch aus der 1. Schüler 1997 ein Junge nach einem verlorenden entscheidenden Einzel für die Meisterschaft ausrastete, viel die Mannschaft auseinander.
Er schlug seinem Spieler in den Magen, anstatt Ihm zu gratulieren.
In dieser Phase, bekam ich nun auch noch den Einberufungsbescheid der Budeswehr.
Dann ging es bergab, und ich konnte nur noch ab und zu Spielen.
Eine ernstzunehmende Krankheit kam in dieser Zeit auch noch dazu.
Trotzdem hatte ich mich nach reiflicher Überlegung im Jahr 1999/2000 wieder mit viel Energie in die Jugendarbeit gestürzt.
Doch erst 2001 kamen wieder Kinder die ich mit Tischtennis faszienieren konnte.
Talente waren nun auch wieder dabei.
Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein und die 1. Jugend wurde Meister in der Kreisliga und stieg somit auf.
Daneben, wurde in unserem Kreisgebiet ein Verein gegründet der sich zur Aufgabe gemacht hat , Kinder aus dem gesamten Kreisgebiet qualifiziertes Training anzubieten.
Dafür wurde ein A-Lizienz Trainer Arrangiert, der schon mit einer Jugendmannschaft eine Westdeutsche Mannschaftsmeisterschaft errungen hatte.
Er kannte auch mich sehr gut, weil ich mit Ihm meinem ersten Trainerlehrgang besucht hatte. Daraufhin wurde ich angesprochen, ob ich nicht interesse hätte hier als Zuspieler/Trainer mitzuhelfen. Außerdem wählte man mich zum Sportwart dieses Vereins.
Ich lernte viel in der nachfolgenden Zeit.
Ich fand das (finde es immer noch ) eine tolle Sache die hier geschaffen wurde.
Und, es war damals noch ein Platz frei in der Jugend Bezirkskliga wo ich unsere Jugend für meldete.
Wieder ein Fehler von mir. Das war zu früh. Die Jungs hätten noch ein Jahr Bezirksklasse spielen sollen. Trotzdem wollten nun alle dieser Spieler in der Herren weiterspielen.
Und das in unserem Verein, der die 1. Herren in der Kreisliga hat.
Daneben entwickelte sich auch noch eine weitere sehr Talentierte Mannschaft, die in
der Schüler Bezirksklasse in der letzten Saison Meister wurde.
Diese habe ich nun direkt in die Jugend Bezirksklasse gemeldet.
Über sieben Ecken bekam ich dann etwas von Wechselgedanken einzelner wichtiger Spieler dieser Mannschaft mit.
Der Grund für die Wechselabsichten war , das in umliegen Vereinen die höher spielen
auswärtige sehr qualifizierte TRainer die Jugend trainierten.
Unser Verein hatte aber nun wenig Geld. So entschloß ich mich dazu, die Eltern anzuschreiben ob sie bereit wären einen Sonderbeitrag zu leisten, wenn ich einen guten Trainer holen würde. Das Schreiben stieß auf Zustimmung bei nahezu allen Eltern. Habe da nun jemanden gefunden, der in unserer Jugendarbeit bei vielen Kindern eine enorme Motivation ausgelöst hat.
Die ersten Jugendspieler helfen wir mit beim Training.
Und das wird wohl nun auch den Herrenbereich etwas in Zukumft auftrieb geben.
Oft ist man da im Verein Blind für Lösungs/Verbesserungsmöglichkeiten.
Das qualifizierte Training habe ich nun abgegeben, und ich kümmere mich um Anfänger/Breitensport Training und mache alle organisatorischen Dinge.
Bis zu diesem, Punkt zu kommen habe ich 13 Jahre gebraucht.
Wenn mann immer 10 Stunden über Jahre hin weck in der Halle ist, brennt mann vor
Überlastung , ohne professionelle Hilfe, irgendwann aus.
Dann muß eben mal ein guter Trainer finanziert werden !!
Sonst lohnt sich Jugendarbeit nicht.
Ich sehe viele Trainer die sich dem Arsch für die Kinder aufreißen, aber letztlich
nach kurzfristigen Super Erfolgen der Schützlinge, nicht die Kinder weiterbringen können. Und , das auch weil die ganzen organiesatorischen Dinge kein Raum mehr für
Konzentration auf die Talente lassen.
Das beste Ergebnis wird erziehlt wenn mann 5-6 Trainer hat die alle Ihre Schwerpunkte haben. Da muß aber ein kleiner Verein ersteinmal hinkommen.
Das geht nicht immer, da muß man schon einen guten Zeitpunkt erwischen.
Mfg Thomas Nierste
Geändert von ThomasNierste (18.09.2004 um 19:00 Uhr)
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