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Alt 18.09.2004, 19:01
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AW: BTY Cermet - Probleme mir der Qualität

Hi Leute

Knipser war kürzlich in einem Materialprüfungslabor konnte dort Fragen stellen zu unserem Material, dem Gummi. Eine Frage von mir war, was die Lösungsmittel im Frischkleber beim Material bewirken. Hier die Antwort:

Zitat:
Lösungsmittel lockern bzw. brechen die Molekülketten auf, so dass die Ketten nicht mehr so lang sind. D.h. der Belag wird elastischer und die Querverbindungen zu anderen Ketten werden gelöst und der Belag wird weicher. Das ist der Grund, wieso Beläge durch das Frischkleben zwar weicher und elastischer werden aber auch schneller kaputt gehen.
Der zeitliche Rahmen, in dem sich der Vorgang bewegt ist begrenzt.
Erst werden die Verbindungen gelockert. Ist der Frischkleber verflogen,
„trocknet“ der Belag aus und man muss neu Frischkleben.
Irgendwann sind die Verbindungen aber, durch übermäßig viel Einsatz von Lösungsmittel, so locker, dass sie reißen. Dieser Vorgang ist irreparabel.
Wenn die Lösungsmittel zuviel Molekülketten zerstört bilden sich eben Risse oder sonstige Zerstörungen!
Wie unschwer zu erkennen ist, hat das Frischkleben einen ziemlich starken Einfluss auf den Schwamm und das Obergummi.

Eigene Erfahrung mit dem Langzeitkleber RCDL:

Ich spiele den BTY Tackifire SP, ein japanischer "Chinabelag" mit hartem und unelastischem Schwamm. Mit der normalen Folienklebemethode mit einem sehr dünnflüssigen Kleber entwickelt sich ein ordentlicher Katapult, was für den sonst eher "lahmen=wenig Katapult" Belag gut ist. Der RCDL hat nun eine derart starke Wirkung, dass der Belag nicht nur elastischer wird, sonder auch deutlich weicher. Der Belag wird so weich, dass die Elastizität deutlich kleiner ist, wie beim normalen Kleben. Ich gehe davon aus, dass die Langzeitkleber um einiges aggresiver sind wie die normalen Frischkleber. Die parallelen Molekülketten werden derart stark aufgeschlossen, dass diese Tage brauchen, bis sie sich wieder verbinden können. Irgendwann ist es den parallelen Ketten nicht mehr möglich, sich zu verbinden und dann beginnen die Rissbildungen.

Gruss
Martin
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