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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Zu den Mieten:
Mit der Höhe, die in Berlin von R2G festgelegt ist, da kann im Normalfall, wenn nicht völlig überteuert gekauft wird und nicht extrem riskant gehebelt wird, immer noch eine ordentliche EK-Rendite erwirtschaftet werden. Die haben ja keine 4 Euro festgesetzt.
Ansonsten muss man halt bauen, bauen, bauen. Am günstigsten können das die Städte selbst, indem sie das Bauland den örtlichen gGmbH's zur Verfügung stellen. Viele BM, auch "linke" nehmen aber lieber die Millionen der Investoren für Bauland. Und die können dann halt nur für 15 Euro/qm Miete neu bauen.
Ein Problem ist, dass private Investoren in den Großstädten auch gar kein Interesse haben übermäßig neu zu bauen. Im Luxusbereich noch eher, aber nicht im unteren Preissegment. Es besteht ein Interesse das Angebot knapp zu halten, um für Bestandsimmobilien die Rendite hoch zu halten.
Will man das Problem lösen ist ein Eingriff des Staates unausweichlich. Dass dann einige Zocker über den Jordan gehen muss man als Kollateralschaden akzeptieren.
Allerdings hat die Politik oft falsche Ansätze. Anstatt die Deutsche Wohnen in Berlin enteignen zu wollen, was ca 30 Mrd Eiuro Entschädigung kosten würde könnte man die 30 Mrd nehmen und dafür Wohnungen en gros bauen.
Zu Krugman:
Mit der Globalisierung ist die Theorie obsolet. Es gibt keine in sich geschlossenen Märkte unter identischen Bedingungen mehr, wo der Markt die Problene regeln kann. Krugman selbst hält ja ein Eingreifen der Politik durchaus punktuell für Angebracht, schiebt aber unterschwellig die Schuld für Fehlentwicklungen dann doch der Politik in die Schuhe. Für mich interpretiert sich das als ein Märkte laufen lassen, Gewinne privatisieren, bei Problemen Staatsrettung mit Sozialisierung der Kosten.
Ein Beispiel wäre hier das Wohngeld, um hohe Mieten zahlen zu können.
Zu den Ursachen:
Bei Immobilien ist es der starke Zuzug von außen, der eine Marktregulierung nach Krugman unmöglich macht. In Berlin kommt noch der Fakt der wirtschaftlichen Expansion dazu, wo internationale Firmen für ihre Expats zu horrenden Preisen anmieten, weil das immer noch billiger ist, als den Expat im Hotel einzuquartieren.
Düsseldorf, München, Frankfurt haben ähnliche Probleme.
Geändert von Noppenzar (03.08.2020 um 20:10 Uhr)
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