Zitat:
Zitat von Zwetschg'nmanschgerl
Ich denke im Übrigen auch, dass Vorleben und sachliche Argumentation weiter führen - und sei es auch in kleinen Schritten - als missionarischer Eifer. Und zwar nicht nur in dem vorliegenden Rahmen...
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Ich bin der Überzeugung, dass so weitreichende Entscheidungen, die ein komplettes Umdenken erfordern und auch gerade zu Beginn nur mit einiger Arbeit umzusetzen sind, von den Menschen von innen heraus getroffen werden müssen. Zumal ja auch das Thema Ernährung insgesamt auf einmal viel ernster genommen wird. Im Zusammenhang mit Veganismus denken die Leute eher über gesunde Ernährung nach, als vorher. Es gibt Mangelrisiken bei der veganen Ernährung, da unser Körper halt auch Fleisch verwerten will. Die kann man zwar sehr einfach vermeiden, aber es ist eine gedankliche Barriere. Eine, die komischerweise bei den Fastfood- und Convenience-Produkte Esser komplett nicht vorkommt. Obwohl auch dort massive Mangelernährung betrieben wird.
Jeder, der auf die eine oder andere Art mit dem Thema Veganismus in Berührung kommt, muss das für sich ja erstmal verarbeiten und damit klar kommen. Beschäftigt man sich damit jetzt, oder lässt man es des eigenen Seelenfriedens wegen lieber sein? Sich mit Veganismus zu beschäftigen heißt halt auch, sich mit vielen Dingen zu beschäftigen, die einen Menschen dann schon auch belasten. Bilder und Videos aus Schlachtereien oder von so einem Kükenshredder-Band sind schon heftig. Weitere Infos über Umwelt und Ausbeutung von Arbeitskräften tun ihr Übriges. Insgesamt eine Industrie, die man bei genauer Betrachtung für sich eigentlich nicht akzeptieren kann. Aber man kann niemanden dazu zwingen, sich darüber Gedanken zu machen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Das muss eben von innen kommen. Und gerne auch durch vorgelebten Veganismus, aber ohne Missionieren und ohne vorwurfsvolle Frontalvorträge. Das hindert die Leute eher, sich damit auseinanderzusetzen.
Dabei muss es ja auch gar nicht dazu führen, dass die Leute direkt Veganer werden. Aber wenn damit zumindest die Massentierhaltung abgeschafft werden würde mangels Nachfrage nach Billigfleisch, wäre schon sehr, sehr viel erreicht. Für die Tiere, für die Arbeitskräfte und für die Umwelt.