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Alt 03.09.2020, 14:50
Javaguru Javaguru ist offline
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AW: Der Veganer-Thread

Zitat:
Zitat von Nullinger Beitrag anzeigen
Wieder mit etwas Ernst: Eben die von Dir angeprangerte "Ausbeutung von Tieren" finde ich, solange es eben keine Massentierhaltung ist, derzeit akzeptabel.
Warum findest Du es akzeptabel, Tiere zu töten, obwohl es absolut nicht erforderlich ist?

Zitat:
Zitat von Nullinger Beitrag anzeigen
Vielleicht, weil ich mich nicht genug damit befasst habe. Vielleicht, weil ich ein empathieloses Monster bin. Vielleicht auch, weil ich das von den Höfen, auf denen ich bislang durch Urlaube mit den Kindern war, nie als Tierleid wahrgenommen habe.
Das ist eine Form von Greenwashing. Wer hat etwas davon, dass es den Tieren in ihrem kurzen Leben besser geht, sie aber trotzdem unnötigerweise getötet werden? Diese Trennung zwischen Tierleid zu Lebzeiten und Tod, der dann nicht als Leid betrachtet wird, ermöglicht erst diese Form der Akzeptanz des unnötigen Tötens. Man redet sich etwas Schlimmes schön, indem man es in hübsches Geschenkpapier verpackt. Der Tod ist schöner, wenn das Tier vorher 3x gestreichelt wurde?

Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Ich weiss nicht, was diese immer wiederholte Bemerkung soll? Mir ist durchaus bewusst, dass die Mehrheit konventionell einkauft oder aber ohne Bedacht einfach Standard-EU-Bio kauft. Auf der anderen Seite gehe ich davon aus, dass der durchschnittliche Veganer selbiges tut und seine Produkte irgendwo einkauft Hauptsache vegan (hatten wir ja schon bei der Zahnpasta).
Damit liegst Du ziemlich falsch. Der durchschnittliche Veganer (wer auch immer das sein soll, ich schreibe zunächst einmal über diejenigen, die ich kenne, und das sind doch schon einige) kauft viel frisches Obst und Gemüse, kocht selbst und achtet auf Bio-Qualität - die ist zwar oft Augenwischerei, aber Selbstversorgung ist nicht jedem möglich. Es ist sogar erwiesen, dass sich Veganer allgemein viel gesünder ernähren als Tierproduktkonsumenten - weil sie sich intensiver mit der Ernährung auseinander setzen und eben nicht jeden Billigschrott kaufen und essen.
Zahnpasta ins Feld zu führen ist nicht zu vergleichen mit dem, was 3x täglich auf dem Teller landet.

Lustig finde ich diesen (Selbst-)Betrug mit dem bewussten Kaufen. Bis auf eine einzige Person behauptet wirklich jeder, "bewusst" einzukaufen, also das übliche mit dem selten Fleisch, Metzger des Vertrauens uns Bio-Bauer nebenan. So viele Metzger (die ihr Fleisch trotzdem oft genug aus der Massentierhaltung / Schlachtfabrik bekommen) und Bio-Bauern kann es gar nicht geben, um alle zu versorgen, die das von sich behaupten. Ist eh gelogen angesichts der Verkaufszahlen.
Heute mittag einmal mehr in einer Praxis, eine junge Dame am Empfang.
"Sie sind echter Veganer?" (Ich trug ein entsprechendes Shirt) Welch Frage. Es begann die übliche aufgeschnappte und nachgeplapperte Ausreden-Kette: Selten Fleisch, vom Bauernhof, und außerdem müsse man aus Umweltaspekten ja auch Autofahren entsprechend betrachten. Meinen Hinweis auf Dominion wiegelte sie nur ab, sowas würde sie sich nicht anschauen. "Wenn sie schon nicht anschauen können, was ihr essen ist, wo es her kommt und was das alles bedeutet, wäre es dann nicht angebracht darüber nachzudenken, ob das dann das richtige ist, was man isst?"
Danke für nichts. Vielleicht denkt sie ja doch noch mal darüber nach.

Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Man muss ja nicht zum Bio-Hof um die Ecke gehen, beispielsweise gibt es auch auf den Wochenmärkten Stände von lokalen Bio-Bauern, oder Du gehst zum Edeka und kaufst Dir anständige Demeter oder Bioland/Naturland-Produkte (nach Möglichkeit von regionalen Erzeugern).
Bei denen ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Und auch deren Tiere landen zum einen bei den gleichen Schlachtfabriken wie die Tiere aus der Massentierhaltung, zum anderen werden auch diese Tiere gnadenlos getötet, wenn sie "schlachtreif" sind oder nicht mehr produktiv genug, wie gesagt spätestens im Teenageralter. Obwohl es nicht erforderlich ist.
Siehe oben, greenwashing.

Ich werde nie verstehen, wie man so verbohrt versuchen kann, dieses Leid und dieses Töten irgendwie schön zu reden um es zu rechtfertigen und mit Händen und Füßen zu verteidigen. Es gibt keinen Grund, das zu tun. Keinen. Auch Bio-Tierausbeutung schadet der Umwelt - für diejenigen, denen Tiere leider egal sind.

Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Also ich würde immer ein ordentlich produziertes tierisches Produkt einem konventionell erzeugten veganen Produkt bevorzugen.
Puh, das ist starker Tobak. Dir sind Tiere also egal, sobald es darum geht, was bei Dir auf dem Teller landet? Lieber soll ein Tier sterben als ein nicht-Bio-veganes Produkt zu konsumieren? Was stimmt nur nicht mit Euch?
Ich bin nicht sicher, ob Euch Empathie fehlt oder einfach nur die Nähe zu Tieren. Hier und da mal im Urlaub auf einem Bauernhof vorbei zu gehen oder eine Doku auf arte anzuschauen, reicht dafür natürlich kaum aus. Habt Ihr Angst davor, Euch näher mit den Tieren zu beschäftigen, weil Ihr "bambifiziert" werden könntet und dann keine Tiere mehr essen "dürft"?
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