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Alt 23.09.2020, 07:47
BlinderBarmer BlinderBarmer ist offline
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AW: Der Veganer-Thread

Zitat:
Zitat von Javaguru Beitrag anzeigen
Hä? Wo ist das geschehen?
Hab ich doch geschrieben, das Artgenossen-Video über Weidehaltung, und da im Kommentarbereich:
Aber hey, wenn dir das zu schwer ist:

Zitat:
Ich finde den Unterschied (edit: Stallhaltung vs. Weidehaltung) gewaltig. Es ist ja nicht nur der Platz auch wenn dieser zum Ausleben der angeborenen Verhaltensweisen eine bedeutende Rolle spielt. Unterbringung, Umgebung und Futter sind doch ebenfalls besser. Es sind eher deine weiteren Punkte, die den meisten "Nutztieren" relativ egal sein dürften. Gefangenschaft ist nur dann ein Problem, wenn es den artspezifischen Freiheitsdrang beschneidet (z.B. bei Zootieren). Ziegen, Schweine oder Kühe, die in großen Arealen gehalten werden, spüren die Gefangenschaft nicht oder nehmen diese nicht als negativ wahr. Objektifizierung ist ein komplett menschliches Konzept, was Tieren unbekannt und daher egal ist. Misshandlung und Quälerei müsste man vom konkreten Fall abhängig machen, aber das Leben auf der Weide oder im Stall ist mit diesen Worten grundsätzlich erstmal unzutreffend beschrieben.
Auch das Argument, warum das Töten an sich schlimm sein soll verstehe ich nicht. Entscheidend ist doch die Frage, ob das Tier beim Tötungsprozess leidet oder nicht. Die Tötung an sich ist (genauso wie die Lebensdauer) dem Tier doch völlig egal. Daraus folgt: aus der Perspektive des Tieres ist eine schmerzfreie Tötung durch den Menschen einer grausamen Tötung in freier Wildbahn auf jeden Fall vorzuziehen.
Konsequenz: eine Haltung unter der das Tier nicht leidet und eine schmerzfreie Tötung sind aus meiner Sicht ethisch vertretbar, denn wo kein Schaden ist, ist auch kein Verbrechen. Ich würde sogar noch weiter gehen und eine Tötung, die weniger qualvoll ist als in freier Wildbahn als ethisch akzeptabel bezeichnen.
Würde ich so unterschreiben.
Die Antwort darauf könnte von dir sein:
Zitat:
Bei allem Respekt, entschuldigen Sie, aber alles was Sie schrieben ist einfach komplett falsch und lediglich ein perverser, zynischer Rechtfertigungsversuch für den Konsum tierischer Lebensmittel um sich von Schuldgefühlen, die man gerechtfertigtermassen hat, freizusprechen.
Daraufhin:
Zitat:
​ Danke für die ausführliche Antwort und die Einblicke. Ich kann Ihren Ärger verstehen und um es gleich vorwegzunehmen: ich konsumiere schon seit fast 10 Jahren kein Fleisch mehr und bin im Alltag auch schon fast vegan. Die meisten Argumente pro Veganismus sind stichhaltig und kaum bestreitbar, auch wenn mich in erster Linie die ökologischen Aspekte überzeugen. Dennoch brauchen Sie mich nicht davon zu überzeugen, dass Tiere einen Überlebenstrieb haben und nicht leiden wollen. Das ist völlig klar und gleichzeitig genau mein Punkt.
Wie mit den Tieren umgegangen wird ist entscheidend - dass es in der Praxis (auch auf Bio-Höfen) oft schlecht läuft glaube ich gern, was ich nicht glaube ist, dass das so laufen MUSS. Ebenso ist - sofern man nicht argumentieren will, dass Nichtexistenz in jedem Fall besser ist als ein Leben in der Gefangenschaft der Domestizierung - das Leben in freier Wildbahn härter, je nach Spezies kürzer und der Tod idR. grausam.
Sie sehen, ich will darauf hinaus, dass neben den Lebensumständen der Tötungsprozess der entscheidende Punkt ist, nicht die Tötung an sich. Eine schmerzfreie und schnelle Tötung halte ich für durchaus vertretbar. Beim Menschen grundsätzlich nicht. Warum? Weil der Mensch im Gegensatz eine Biographie hat, das Konzept Sorge kennt, einen Planungshorizont hat, über die Umstände, in denen er lebt reflektieren kann etc. etc. Versuchen Sie mal einem Tier klar zu machen, dass Sie es in einer Woche töten werden. Das wird es nicht beunruhigen weil Tiere nur oder zumindest vorwiegend unmittelbare Bedürfnisse und Ängste kennen.
Hui, er ist also auch quasi Veganer, einer von uns.
Es folgt: die große Versöhnung:
Zitat:
Danke ebenfalls für die ausführliche Antwort und Ihre Einblicke. Ich muss gestehen, als ich Ihren ersten Kommentar las, nahm ich nicht an, dass Sie beinahe vegan leben. Darum war ich nun äusserst positiv überrascht. Sie können sich denken, dass ich dies natürlich grandios finde.
Ich kann Ihre Gedankengänge und Meinung bezüglich des Themas Töten nun nachvollziehen.
Und gleich noch einer:
Zitat:
Muss gestehen dass ich am Anfang ebenfalls etwas sauer war als ich Ihren Kommentar gelesen hatte, da ich glaubte es handele sich wieder um so einen der üblichen Rechtfertigingsversuche für den Fleischkonsum. Im Prinzip gebe ich Ihnen aber recht: der Tod an sich ist nicht das "große" Problem, sondern die Praxis des Tötens.
Quelle: Kann man sich nicht besser ausdenken.

Zum Schluss als Tipp, und zum Gedenken an die von uns gegangene Ruth Bader Ginsburg:

Fight for things you care about but do it in a way that will lead others to join you.
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