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Alt 01.10.2020, 10:18
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AW: Der Veganer-Thread

Zitat:
Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Es ist schon irgendwie komisch. Egal was ein Nichtveganer schreibt, kommt mehr oder weniger immer der Vorwurf der "Schönrederei" oder des "Rechtfertigens". Wieso eigentlich? Diese Ausdrücke implizieren ja, dass die eigentlich von Natur aus so vorgesehene nichtvegane Lebensweise etwas schlechtes und sogar moralisch völlig verwerfliches darstellt. Für mich sieht das aber so aus, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetze und zu dem Schuss komme, dass eine nichtvegane Lebensweise, so wie ich sie praktiziere für mich okay ist. Käme ich zu einem anderen Schluss würde ich vegan leben. So einfach ist das. An dieser Stelle ist eigentlich Punkt und fertig. Da ist dann nichts mehr, was gerechtfertigt werden muss. Ich glaube die Zustände in der Massentierhaltung und auf den Schlachthöfen würde selbst ein Fleischfetischist wie A. Lange nicht schönreden. Genau so wie ich die vegetarische oder vegane Lebensweise voll und ganz akzeptiere und respektiere, erwarte ich von der Gegenseite aber selbiges. Bei Dir scheint das ja der Fall zu sein, und Du bist auch gegenüber Argumenten nicht vollkommen verschlossen. Bei den Kollegen Snape und Javaguru sieht es aber anders aus. Insbesondere Letzterer reagiert mehr oder weniger völlig reflexartig und unabhängig von dem, was ein Nichtveganer schreibt, immer mit den gleichen argumentationsbefreiten Polemiken wie z. B. der Einwurf des "Bullshit-Bingo", wobei es im Prinzip genau das ist, was er eigentlich spielt. Deswegen ist es, wie ich schon des öfteren geschrieben habe, völlig zwecklos mit dieser Art von Veganern diskutieren zu wollen. Sie sind die Guten und haben immer recht.
Jan, ich bin mir nicht sicher, ob ich der richtige Adressat dafür bin. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass es für mich in Ordnung ist, wenn jemand bewusst diese Entscheidung für sich trifft. Du bist jemand, der sich offensichtlich sehr mit Ernährung auseinandersetzt. Wenn Du sagst: Ich habe mich bewusst dafür entschieden, dann reicht mir das völlig. Da muss auch nichts gerechtfertigt oder schöngeredet werden. Du hast eine klare Meinung. Fertig.

Was aber eben häufig der Fall ist, egal zu welchem Thema, ist, dass man vermeiden möchte, angreifbar zu sein. Und beim Thema Fleischkonsum beobachte ich sehr häufig, wie sich Leute mir gegenüber völlig ungefragt und unnötig rechtfertigen. Kaum jemand sagt: Ach, Du bist Veganer? Also ich bin Omnivore. Sondern eher: Ja, ich esse ja auch nur noch wenig Fleisch. Und wenn, dann vom Metzger gutes Biofleisch und Hühner aus Freilandhaltung...

Das ist das, was ich meine. Zum Thema Klamotten und Kinderarbeit kann ich nur sagen: Ja, ich weiß zwar irgendwie schon, dass die Klamotten meiner Marken von Kindern in Bangladesh gefertigt werden, aber das Thema ist mir nicht so bewusst. Mir persönlich ist das zu weit weg. Ich kann das Leid, das damit zu tun hat, nicht richtig greifen. Ich weiß Vieles aber auch nicht zu dem Thema. Wenn dieses Thema häufiger an mich herangetragen wurde, würde ich mich da vielleicht tiefer einfühlen können und daraus für mich Entscheidungen ableiten. So weit bin ich da aber noch nicht.
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