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Alt 22.10.2020, 11:48
Petar Petar ist offline
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AW: Auswirkung von Corona auf den Tischtennissport

Etwas über die Zahl der Todesfälle von ROBERT-KOCH-INSTITUT:

Über die Zahl der Todesfälle wird gestritten
Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht in täglichen Berichten, wie viele Covid-19-Patienten und -Patientinnen gestorben sind, und aktualisiert damit laufend die Zahl der sogenannten *Corona-Toten*. Demnach sind etwa 3,6 Prozent der positiv Getesteten verstorben.
Ob all diese Covid-19-Patienten aber tatsächlich *an* oder auch einige nur *mit* dem Virus gestorben sind, ist noch nicht geklärt. Nach Angaben des RKI waren in Deutschland rund 85 Prozent aller Verstorbenen älter als 70 Jahre. Der allergrößte Teil litt an einer oder mehreren Vorerkrankungen. Außerdem stammen rund die Hälfte aus Altenheimen, bilanziert eine Untersuchung der Universität Bremen. Wären diese Menschen auch ohne Covid-19 verstorben? Oder war die wahre Todesursache ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung und die Viren im Rachen nur Nebendarsteller der Situation?
Es gibt Hinweise, dass das Alter der Infizierten den Anteil der *Corona-Toten* beeinflusst. Beispielsweise hat sich die Anzahl der positiven Coronatests in Deutschland seit Mitte Juni wieder verdoppelt, ohne dass die Zahl der mit Corona assoziierten Todesfälle nennenswert angestiegen ist. Das RKI vermutet, dass das vor allem daran liegen könnte, dass in letzter Zeit eher jüngere Menschen betroffen waren, von denen relativ wenige schwer erkranken oder versterben.
Mehr Tote durch Corona?
Ob durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 jedoch insgesamt mehr Menschen sterben als normalerweise, ist stark umstritten. Schließlich gab es in den vorherigen Jahren ebenfalls große Schwankungen bei den Zahlen der Grippetoten. Teilweise schätzte das RKI die Todesfälle durch die saisonalen Influenzainfektionen auf bis zu 25.000.
Übersterblichkeit
Die zusätzlichen Toten werden dann bestimmten Ereignissen, im Winter aber der saisonalen Grippe zugerechnet. Tatsächlich sind beispielsweise für die Grippesaison 2017/2018 nur 1674 Grippetote tatsächlich im Labor nachgewiesen. Die vermutete Zahl an Grippetoten übersteigt diesen Wert um das 15-Fache.
Weshalb die Todeszahlen im August wieder ansteigen, ist noch unklar. Das Statistische Bundesamt vermutet als maßgebliche Ursache nicht Covid-19, sondern eine Hitzewelle.
Obduktionen bringen Klarheit bei Todesursachen
Ob die Übersterblichkeit tatsächlich im Zusammenhang mit Covid-19 steht, wollten die Verbände der Pathologen in Deutschland sehr schnell klären. Von Beginn an obduzierten sie möglichst viele vermutete Corona-Todesfälle, um die Ursache des Todes festzustellen.
Eine Autopsie von zwölf verstorbenen Covid-19-Patienten in Hamburg zeigte nun etwa: Rund die Hälfte der Toten hatte eine Thrombose in den tief liegenden Venen, bei einem Drittel hatte sich ein Gerinnsel gelöst und eine Lungenembolie ausgelöst * und die hatte zum Tod geführt. Vor dem Tod hatte es bei keinem der Patienten einen Verdacht auf eine solche Thrombose gegeben.
Die bestätigten Covid-Toten erklären in vielen Ländern den starken Anstieg nicht
Bei der Analyse der Übersterblichkeit ergibt sich folgendes Problem: Der allgemeine Anstieg der Todesfälle ist nicht allein mit den laborbestätigten Corona-Fällen zu erklären. In vielen Ländern steigen auch die Sterbefälle, die nicht in Verbindung mit SARS-CoV-2 stehen und andere Ursachen haben. In Peru können laut einer Analyse im Fachmagazin Nature beispielsweise 74 Prozent der überschüssigen Todesfälle nicht durch gemeldete Covid-19-Todesfälle erklärt werden, in den USA sind es 25 Prozent, in Spanien 35 Prozent * eine große Lücke, für die es eine Erklärung braucht. Folgende Thesen gibt es:
* Angst:
Die Maßnahmen haben dazu geführt, dass immer weniger gesundheitlich angeschlagene Personen zur Ärztin oder zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Sie sterben zu Hause etwa an Herzinfarkten, weil sie medizinisch nicht mehr ausreichend versorgt werden.
* Isolation:
Die Maßnahmen führen dazu, dass sich der gesundheitliche Zustand der Menschen derart verschlechtert, dass sie früher sterben.
Aber auch andere Faktoren, wie die schwankenden Wetterbedingungen, könnten die Übersterblichkeit erhöhen. Im Sommer 2019 sind die Todeszahlen beispielsweise aufgrund der Hitzewelle gestiegen. Auch in diesem August gingen die Todeszahlen vor allem in der KW 33 hoch, begleitet von gleißender Hitze. *Wir haben im August eine Hitzewarnung herausgegeben, weil verschiedene Kriterien erfüllt waren, die in der Vergangenheit zu einer erhöhten Mortalität geführt haben*, sagt Prof. Andreas Matzarakis, Experte für Hitzebelastungen beim Deutschen Wetterdienst. Er hält es für möglich, dass es Mitte August einige Hitzetote gab. Auch das Statistische Bundesamt vermutet, dass die Todesfälle auf die Hitzebelastung zurückzuführen sind. Ob die heißen Temperaturen den Anstieg der Todeszahlen im August vollständig erklären, bleibt jedoch fraglich.
Viele Covid-Tote wurden vermutlich gar nicht als solche registriert
Forschende nehmen an, dass das Virus viel mehr Menschen infiziert hat und dass diese ohne Nachweis des Coronavirus gestorben sind.
In Norditalien beispielsweise gab es Berichte, dass es zwischenzeitlich nicht mehr genügend Rettungswagen gab, um die Menschen mit Atemnot ins Krankenhaus zu bringen. Diese starben dann zu Hause, ohne getestet worden zu sein.
Auch das RKI geht davon aus, dass es noch weit mehr Covid-Tote gibt, die allerdings nicht als solche erkannt werden.
Und: Es gibt auch gegensätzliche Effekte. In Berlin, NRW und Schleswig-Holstein gab es zu Beginn der Pandemie sogar weniger Tote als sonst. Experten vermuten, dass durch Einschränkungen des öffentlichen Lebens weniger Menschen durch Verkehrsunfälle, Morde und Gewaltverbrechen ums Leben gekommen sind. Außerdem könnten Kontakteinschränkungen und Hygienemaßnahmen die Ansteckungen mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe reduziert haben.
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