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Alt 24.09.2004, 10:08
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martinspin martinspin ist offline
let it flow...
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martinspin ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Flow II: Verschmelzung von Körper und Geist

Hi Bow

Zitat:
Zitat von Bow
Aber vielleicht ist das der Unterschied der Ergebnisorientierung: Martins Ergebnisziel ist, seine 4 Aufgaben gut zu bewältigen und damit gute Bälle zu spielen. Ich habe wirklich das Ergebnis den Gegner zu schlagen vor Augen, ohne die Niederlage nicht zulassen zu können.
Ich glaube, was du beschreibst hat was mit der 5. Komponente zu tun: Konzentration auf die bevorstehende Aufgabe. Indem du nach einem verlorenen Satz nicht nervös wirst und konzentriert weiterspielst, hast du für den weiteren Verlauf des Spiels bessere Karten. Ich habe vor, die Konzentrationskomponente in einem neuen Thread zu behandeln. Wird sicher interessant werden, da im TT hochaktuell.

Habe dazu noch eine Erfahrung beizutragen von gestern Abend, als ich ein Turnier spielte. Mit den besten Absichten, alles was lang ist zu ziehen ging ich in's Match. Mein "Gegner" hatte einen Aufschlag drauf, den ich kaum lesen konnte (US oder OS). Natürlich habe ich diese Aufschläge gezogen und leider auch sehr viele Fehler dabei gemacht. Im 4. Satz hat mich mein Kumpel darauf aufmerksam gemacht, dass es besser ist, erst einmal einen sicheren Return zu spielen. Also hab ich mich darauf konzentriert und mein Gegner war dann auch etwas irritiert, als ich nur noch wenige Returnfehler machte. Ich konnte das Match dann letztlich im 5. Satz gewinnen und war um eine Erfahrung reicher. Das gute daran war, dass ich einige Punkte mit dem langsameren RH-Topspin verbuchen konnte und ich immer sicherer werde. Letztes Jahr haben mir die Leute wegen meines starken VH-Topspins nur noch auf die RH gespielt und ich konnte nicht viel solchen Bällen anfangen. Habe ich die RH umlaufen, um mit der VH zu spielen, wurde ich einfach in der weiten VH ausgeblockt. (Das ist dann echt ein Scheiss-Gefühl)

Also, das mit den aufgabenorientierten Zielen ist schon gut. Die Absicht, weniger Returnfehler zu begehen, um damit nicht unnötig in Rückstand zu geraten, ist klar ein ergebnisorientiertes Ziel. Hätte ich weiter die Aufschläge angegriffen, hätte ich garantiert verloren! Insgesamt ist dann beim sehr aggressiven Stil auch nicht mehr Flow drin, denn es entsteht so keine richtiges Spiel.

Die Lösung für das Problem kann nur das Finden der Balance zwischen Aufgabe und Ergebnis sein.

Eigentlich müsste die 3. Komponente heissen: Balance zwischen Aufgabe und Ergebnis. Im TT heisst das auch im Match: Balance zu finden zwischen der Vermeidung von Fehlern und dem Erzielen von Punkten.

Mir schwebt das so ein Model vor, wo man erst einmal klar definiert, was man im Match beabsichtigt. z.B.

Service Kurze Aufschläge mit wenig oder viel Schnitt. Schnelle Aufschläge einstreuen.
Returns Sichere Returns auf die "schwache" Seite des Gegners. Ab und zu auch auf die starke Seite spielen.
Eröffnung Beidseitig sichere und platzierte Topspins. Auch mal einen aggressiven Ball spielen, wenn möglich
Passivspiel Tischnahes Blocken zur "schwachen" Seiten oder den WP. Auch mal Gegenziehen versuchen.
Endschlag Schneller Topspin oder harter Schuss. Ist der Gegner in der Verteidgung auch mal einen Stopball einstreuen.
Gegnerische Winnerschläge Laufen und versuchen, den Ball aggressiv gegenzuschiessen oder gegenzuziehen. Wenn's keinen Sinn macht, auch mal den Ball einfach gehen lassen und sich auf den nächsten Ballwechsel konzentrieren.


Was haltet ihr von einem solchen kleinen Plan? Das wäre dann so quasi eine Taktik zur Komponente 1 und 3.

Gruss
Martin
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