Zitat:
Zitat von Gul Ocram
Sollten die fehlenden Hinrundenspiele die komplette Rückrunde ersetzen, wie sieht es denn dann mit Wechseln und Umstellungen aus? Umstellungen wäre mE unlogisch. Wechsel irgendwie auch. Aber
Man könnte die fehlenden Spiele der Hinrunde auch Rückrunde nennen, dann wäre es wieder logisch.
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So wird´s wahrscheinlich auch gemacht. Bzw. offiziell wird die Hinserie abgebrochen und die Rückserie in 2021 gespielt, allerdings nur die Spiele, die in der Hinserie nicht ausgetragen wurden (es gilt bei den fehlenden Spielen also das Heimrecht der Rückrundenspieltage). Hinsichlich Wechseln und Umstellungen werden die üblichen Stichtage gelten.
"Kurz" meine Meinung zur ganzen Diskussion:
Dass die aktuelle Situation sehr schwierig und auch undurchsichtig ist, ist klar. Es existieren auch in Expertenkreise viele verschiedene Meinungen zur Gefährlichkeit des und v.a. zum richtigen Umgang mit dem Virus. Die reine Fokussierung auf Positivzahlen und Inzidenzwerte (mit einem mehr oder weniger willkürlich gewählten "kritischen Wert" von 50) halte ich persönlich für nicht gerade sinnvoll, ist aber nunmal von Seiten der Politik der aktuelle Stand. Dem müssen sich Sportverbände dann natürlich auch beugen und den Spielbetrieb ggf. anpassen oder abbrechen.
Soweit, so gut. Dass jetzt einige Landesverbände (und bald vermutlich auch der WTTV) jetzt von Ihrer Seite die Saison unterbrechen, übersteigt meiner Meinung nach deren Kompetenz (nicht deren Befugnis). Für die Einschätzung der gesundheitlichen Risiken des Sports und etwaige Einschänkungen/Verbote sind aus meiner Sicht die Gesundheitsämter zuständig (dass der Hobbysport von diveren Kontaktbeschränkungen bisher ausgenommen ist, zeigt ja auch, dass zum einen das Risiko als eher gering eingeschätzt wird und zum anderen auch dessen Stellenwert für die Gesellschaft honoriert wird), während der Sportverband eigentlich für einen möglichst geregelten Spielbetrieb sorgen soll.
Letzteres ist aktuell natürlich nur begrenzt möglich. Wenn eine Halle von Seiten der Kommune geschlossen wird, kann der betroffene Verein einfach nicht spielen (höchstens mit Heimrechttausch) und auch in Bezug auf das Ansteckungsrisiko sollte man sich der Lage anpassen und einen möglichst großen Rahmen für Spielverlegungen einräumen.
Mein Vorschlag wäre folgender gewesen: Sobald Heim- oder Auswärtsmannschaft aus einem "Risikogebiet" stammt (oder meinetwegen auch einer der beteiligten Stammspieler), kann das Spiel durch eine der beiden Mannschaften abgesetzt werden. Um mehr Spielraum zu haben, wird die Hinserie bis Ende Februar (oder dem 15. März) 2021 "verlängert". (Wäre dies durch die WSO abgedeckt? Falls nicht, wieso hat man diese nicht vor der Saison entsprechend angepasst? Die jetzigen Probleme kommen ja nicht gerade überraschend...). Falls dann immer noch einzelne Spiele der Hinserie fehlen, könnte man diese ggf. auch noch parallel zur Rückserie nachholen.
Die Rückserie selbst wird dann im Anschluss bis Ende Mai (mit Relegationsspielen im Juni) oder bei Zeitdruck noch etwas länger (Relegationsspiele im Juli -> gleiche Frage zur WSO) ausgetragen.
Dadurch hätte man enorm viel Zeit gewonnen und würde auch die vermutlich (und hoffentlich) deutlich entspannteren Frühlings- und Sommermonate ausnutzen. Auch die ganzen Meisterschaften hätte man dann evtl. noch unterbringen können.
Wenn auch unter diesen Umständen keine komplette Saison gespielt werden kann, kann man immer noch auf die neuen Regelungen zur Wertung einer vorzeitig abgebrochenen Spielzeit zurückgreifen.
Mit einer eigenmächtigen Entscheidung die Saison jetzt zu unterbrechen und dadurch schon mindestens zu halbieren, schaffen die Verbände vielleicht eine recht simple Lösung, tun der Sportart aber aus meiner Sicht keinen Gefallen. Und letzteres sollte doch oberste Priorität haben...