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AW: Coronavirus außer Kontrolle!?
Der Wert einer Gesellschaft bemisst sich danach, wie sie mit den Schwachen umgeht. Gerade in der Pandemiezeit wird dies besonders augenfällig, wie die oft geäußerte Forderung nach Isolation der Risikogruppen beweist oder gar die Inkaufnahme des Sterbens Schwacher (schwedisches Modell) zugunsten einer möglichst geringen Einschränkung für die Starken. Dass Trump einen Lockdown kategorisch ausschloss, weil er - ohne es beim Namen zu nennen - wirtschaftliche Interessen höher bewertet als das Lebensrecht, ist bezeichnend. Schwache, das sind etwas vereinfachend ausgedrückt: Alte, chronisch Kranke, Behinderte, sozial Schwache, Kinder. Allen gemein ist, dass sie wirtschaftlich gesehen eine Belastung darstellen. Bis auf die Kinder ist auch zu erwarten, dass sich dieser Zustand in der Regel nicht verbessern wird. Wie gehen die Gesellschaften nun damit um? In der Nazizeit finden wir ein besonders abschreckendes Beispiel: Euthanasie. Die Kasernierung in Einrichtungen wie Heime, Sonderschulen etc. ist in der Industriegesellschaft wohl am meisten verbreitet. Während im Segment der Behinderten in den letzten Jahrzehnten die Inclusion eine zunehmend wichtigere Rolle spielte, geht es bei den Alten eher in Richtung Abschiebung ins Heim. Dass wir alle alt werden ( der frühe Tod ist auch nicht erstrebenswert), aber auch krank oder behindert werden können, zwingt uns alle zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik. Ohne die Angst, irgendwann selbst zu den Schwächsten zu gehören, wäre Solidarität wohl ein Fremdwort. Corona, das zu großen Teilen gerade die Schwachen der Gesellschaft bedroht, sollte wachrütteln - auch für die Zeit nach der Pandemie.
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Stopp dem Windelmüll!
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