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Alt 11.11.2020, 10:10
Speerhead Speerhead ist offline
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AW: Auswirkung von Corona auf den Tischtennissport

Du hast vollkommen Recht mit den Zitaten. Aber darum geht es einfach nicht bei den Entscheidungen.

Es sollen sich einfach keine Leute irgendwie begegnen und damit das Risiko für potentielle Übertragungen gering gehalten werden.

Aber es geht auch weniger um dem Schutz des Einzelnen sondern man hat einfach kein Personal um die angeblichen Bettenkapazitäten zu betreuen. Das komischerweise kein Aufschrei kommt, dass aufgrund von jahrelangem Personalabbau in wichtigen Bereichen wie Gesundheitsämtern und Krankenhäusern, ist bemerkenswert.

Mich enttäuscht das wir als Bürger/Sportler unter diesen Fehlplanungen nun leiden müssen und der wahre Grund durch die verbreitete Panik verschleiert wird.

Von Schulen brauche ich nicht anzufangen, dass war schon vor 15Jahren nicht anders.

Zitat:
Zitat von eszett Beitrag anzeigen
Ich habe eine schöne Liste mit Argumenten bekommen, warum wieder mehr Sport erlaubt werden sollte. Vielleicht kann es ja weiterhelfen, die Entscheidungsträger zu überzeugen...



Es ist bei dem derzeitigen exponentiellen Anstieg positiver Coronatests und der sich häufenden Fälle, die stationärer Behandlung in Krankenhäusern bedürfen, ohne Frage geboten, Kontakte noch weiter zu reduzieren und somit die Infektionsketten zu unterbrechen, um das Gesundheitssystem vor Überlastung zu bewahren. Ein Verbot von sportlicher Betätigung in Vereinen und Fitnessstudios ist aber kontraproduktiv und setzt das falsche Zeichen. Natürlich gilt es, Infektionsgefahren zu vermeiden und Solidarität zu zeigen, aber deswegen den gesundheitsfördernden Sport größtenteils zu verbieten, dürfte der falsche Weg sein. Es sollten Mittel, die keine große Infektionsgefahr darstellen und einen positiven Effekt auf das Gesundheitswesen haben, weiter genutzt werden. Daher sollte auch Sport wieder ermöglicht werden:

- Risikofaktoren vermindern: Das Robert Koch-Institut zählt neben dem Alter als Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf u. a. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems oder Faktoren wie Adipositas. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört in diesen Fällen immer ausreichend Bewegung. Daher erscheint es trotz der durch sportliche Betätigung erzeugten Kontakte kontraproduktiv, Sport einzuschränken. Stattdessen wäre eine gezielte Förderung nicht nur in unserer Coronaära angebracht. Gerade Sport ist nicht nur eine tolle Präventionsmaßnahme bei körperlichen Erkrankungen, sondern auch um bei den zu erwartenden steigenden psychischen Belastungen in den kommenden Monaten standhalten zu können. Wichtig ist jedenfalls auch ein stabiles Immunsystem, das uns vor Viruserkrankungen schützt oder den Krankheitsverlauf mildert. „Wir wissen, dass körperliche Fitness dazu beitragen kann, den Schweregrad einer COVID-19-Infektion zu verringern, und darüber hinaus kann Bewegung uns helfen, psychologisch mit den Herausforderungen einer zweiten Welle der Pandemie in ganz Europa fertig zu werden.“, sagt Professor Rob Copeland von der Sheffield Hallam University, der das Infektionsrisiko in Fitnessstudios untersucht hat (https://www.fitnessmanagement.de/cor...studio-covid19).

- Sport kein Pandemietreiber: Eine Nachverfolgbarkeit der Kontakte ist beim Sport gegeben durch die vorgeschriebenen Teilnehmerlisten (von deren Korrektheit ausgegangen werden kann, da die Teilnehmer anders als z. B. in der Gastronomie in Vereinen bekannt sind und sich dadurch nicht mit falschen Daten eingetragen wird). Würde es hier eine hohe Übertragung von Infektionen geben, wäre dies daher sicherlich in den Statistiken ersichtlich (Umkehrschluss: in den 75 % unbekannter Infektionsquellen dürfte organisierter Sport also nicht enthalten sein). Laut Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, ist der Sport bislang jedenfalls kein Infektionstreiber, die Chefs der Staatskanzleien der Länder haben laut dem DOSB-Präsidenten attestiert, dass keine Superspreader oder Sondersituationen bei einem Sportevent mit Infektionen aufgetreten seien. Das Ergebnis einer Studie zum Infektionsrisiko beim Sport in Innenräumen unterstützt diese These (unter der Voraussetzung, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden) klar (https://www.medrxiv.org/content/10.1....24.20138768v2). Durch die Hygienekonzepte der Sportvereine und Fitnessstudios, die seit Juni bereits angewendet werden, wird eine Infektionsgefahr vermindert. Der Landessportverband Baden-Württemberg hatte vor Bekanntgabe der Beschlüsse beispielsweise bereits geäußert, wenig Verständnis für ein erneutes Verbot des Freizeit- und Amateursports zu haben: "Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Schutz der Bevölkerung an erster Stelle steht. Dennoch müssen wir konstatieren, dass der Sport zur Gesundheit und Gesunderhaltung - auch in der Coronazeit - beiträgt. Das verantwortungsvolle Handeln der Fachverbände und der Sportvereine in den letzten Monaten hat gezeigt, dass mit ausgearbeiteten Schutz- und Hygienekonzepten der Sport im Land kein Infektionsherd ist." Sportliche Aktivitäten sollten folglich kontrolliert zugelassen werden unter Beachtung der bewährten Hygienekonzepte anstatt durch Verbote ins Private verlagert zu werden oder ganz unterbunden zu werden. Dass die Hygienekonzepte eingehalten werden, ist durch die soziale Kontrolle und fehlende Anonymität zumindest in Vereinen mit hoher Wahrscheinlichkeit gewährleistet. Sport treiben miteinander trotz Abstand sind sichere soziale Kontakte, wodurch es auch leichter fallen könnte, daneben soziale Kontakte zu reduzieren.

- Perspektive Impfstoff: Der viel erwartete Impfstoff wird die Welt nicht mit einem Male wieder verändern. Auch das Bundesgesundheitsministerium hat bereits während des ersten Lockdowns empfohlen, auf Sport und Ernährung zu achten, um der Pandemie die Stirn zu bieten. Das Ergebnis einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln (veröffentlicht in der Zeitschrift "Journal of Allergy and Clinical Immunology") lautet: Sport ist wie eine Impfung für das Immunsystem. Die Forscher konnten nachweisen, dass intensive, regelmäßige sportliche Betätigung zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen führt; körperliche Aktivität durch eine Steigerung regulatorischer T-Zellen entzündungshemmende Effekte erzielt.

- kontaktlosen Individualsport wieder ermöglichen: In der kaltnassen und dunklen Jahreszeit, die uns bevorsteht, sind Freiluftaktivitäten aufgrund der Temperaturen und der früheren Dunkelheit oft schwieriger umzusetzen, oftmals daher mit dem Wechsel in Sporthallen und Fitnessstudios verbunden, die nun leider wieder geschlossen wurden. Wir Menschen brauchen Bewegung und soziale Kontakte - gerade in der dunklen Jahreszeit. Vereinssport (drinnen wie draußen) und Sport in Fitnessstudios sollte also weiter ermöglicht werden, zumindest in kontaktlosen Individualsporten, bei denen unproblematisch der erforderliche Mindestabstand eingehalten werden kann, also beispielsweise beim Tennis, Tischtennis, Badminton, Reiten, Schwimmen, Gymnastik, Yoga, Pilates oder Turnen in Innenräumen. Auch im Freien könnte Training im Mannschaftsport weiter stattfinden, das hat die Aufnahme sportlicher Betätigung nach dem ersten Lockdown gezeigt. Notfalls nur mit Übungen, bei denen Abstand gewahrt werden kann. Wie bereits angeführt, ist eine Kontaktreduzierung zwar dringend nötig, aber "gute Kontakte" auf Abstand sollten nicht davon betroffen sein. Die sportliche Betätigung in Vereinen und auch Fitnessstudios sollte zumindest in kontaktlosen Sportarten mit geringer Infektionsgefahr weiterhin ermöglicht werden; es sollte als Minimum der Trainingsbetrieb im Sport weiter erlaubt bleiben. Denn Trainingsgruppen haben eine geringere Durchmischung und Anreisen in andere Kommunen/Kreise entfallen durch den derzeitigen Wegfall des Spielbetriebs, so dass die Anzahl der Kontakte und die Mobilität verringert wird, ohne dass die sportliche Betätigung weitgehend eingestellt werden muss. Im Trainingsbetrieb existieren feste Gruppen, diese werden nicht durchmischt, so dass es sich zudem um gleichbleibende Kontakte handelt.

DOSB-Präsident Hörmann nannte den Vereinssport ein "soziales Tankstellennetz", Sport sei Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.
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