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Zitat von Noppenzar
Sie müssen getilgt werden und sind auch nicht zinsfrei. Das wird zwangsläufig zu höheren Preisen führen, da die bisherige Kalkulation dann nicht mehr aufgeht. Von Zinsanstiegen will ich gar nicht reden. Dann bist du bei den sogenannten "Zombieunternehmen".
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Nicht böse sein: Das Zinsniveau dieser Hilfen ist mittelfristig angelegt und sehr niedrig... Wirklich kein Unternehmen wird dadurch zum Zombieunternehmen! Nahezu jedes Unternehmen nutzt Kontokorrentkredite oder ähnliches als Finanzierungsinstrument - die Liquiditätshilfen sind sehr viel günstiger als normale Darlehen!
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Zitat von Noppenzar
Und andere wie Vapiano, Maredo, Klier etc.? Die waren vor Corona schon am Limit. Da gehen einfach die Geschäftsmodelle nicht auf oder waren extrem auf Kante und Hebelung durch Wachstum ausgelegt (ein Laden finanziert den nächsten, der den übernächsten usw.).
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Genau das. Deswegen werden solche Unternehmen ja durch die Modifikationen im Insolvenzrecht nicht am Leben gehalten!!!
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Zitat von Noppenzar
MMn. müsste man bei den Hilfen genau schauen. Wo wird Schindluder getrieben? Wo war vorher schon alles fast kaputt?
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Diesen Prüfungsaufwand kann der Staat selber nicht leisten und hat ihn daher zu den Banken ausgelagert, über die die Liquiditätshilfen beantragt werden müssen. Und das System funktioniert anscheinend einigermaßen, wenn Vapiano etc Insolvenz anmelden, obwohl die Antragspflicht eingeschränkt ist - die Geschäftsführer haben nämlich alle keine Lust, dafür persönlich in die Haftung genommen zu werden und die Banken werfen kein gutes Geld dem schlechten hinterher.
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Zitat von Noppenzar
Werden trotz Hilfen noch Gewinne ausgeschüttet?
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Das wirst du erst rückwirkend beurteilen können - über Gewinne die 2020 erzielt wurden, wird erst mit Fertigstellung der Bilanz 2021 entschieden werden. Und wenn ein Unternehmen Liquiditätshilfen in Darlehensform bekommt und diese brav zurückbezahlt, gibt es keinerlei Grund, sich in unternehmerische Entscheidungen wie die Verwendung von Gewinnen einzumischen!
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Zitat von Noppenzar
Da muss man den Einzelfall beurteilen. Wenn aber Lufthansa in Malta versteuert und Tui mit einer Billigflagge fährt, dann muss man die entweder aus nationalem Interesse verstaatlichen oder es gibt halt nichts.
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So sehr ich persönlich auch gegen solche Praktiken zu Steuervermeidung bin - solange die Hilfen auf Darlehensbasis gewährt werden, kann der Staat erst dann bei den Unternehmen eingreifen, wenn die Darlehen nicht bedient werden.