|
AW: Zukunft der Automobilindustrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobilität
@Noppenzar:
Ich denke Du schätzt da etwas falsch ein, vor allem die aktuelle Disruption, ich denke auch Du schaust zu sehr auf DE. Was ich hier zwischen den Zeilen wieder lese ist das Tesla für Dich ein Autokonzern ist. Genau das sind sie nicht, Tesla ist ein Software und Energiekonzern das Autos verkauft. Der Fokus liegt nicht nur auf den Autos.
Tesla hat kaum echten Wettbewerb in seinem Segment, das Du es anders siehst liegt daran das Du denkst es geht mit Verbrennern weiter und vergleichst traditionelle Kompetenz mit neuer Kompetenz. Stelle die Kompetenz der Zukunftstechnologie dem gegenüber was unsere alten Hersteller haben, dann wird ein Schuh draus und leider auch nicht sehr amüsant für unsere Industrie. Im Maschinenbau passieren ähnliche Entwicklungen wie wir sie bei Auto erleben durften, wird eng für DE. Es wird eng für DE, das können die Chinesen nämlich auch schon recht gut.
An Übernahmen hat Tesla null Interesse, was wollen sie mit denen denn? Die haben nichts anzubieten was Tesla im Bereich der Elektromobilität nicht besser kann. Das einzige ist Karossenbau, nur wird Tesla da auch bald seine Karossen aus einem Stück gießen, wenn sie nicht daran scheitern. Wenn Tesla etwas kauft ist das so etwas wie Maxwell für wenig Geld aber was viel anzubieten hatte oder Grohmann wo man sich heute noch in den Hintern beisst in DE oder den Zulieferer letztens der für einen Appel und ein Ei zu haben war, auf Grund der Krise, Name entfällt mir gerade.
Eine Übernahme von BWm z. B. wäre so als wenn Apple damals hätte Nokia oder Blackberry hätte kaufen sollen. In einer Disruption, da befinde wir uns gerade, sind alte Werte sehr schnell tote Assets.
Tesla plant ein sehr viel schnelleres Wachstum.
Jahre dauern wird es bis Tesla 11 Mio Autos baut, aber nicht so lang wie Du jetzt glaubst fürchte ich. Müssen sie auch nicht, es gibt andere Geschäftsfelder die auch im Wachstum sind und eine größere Rolle spielen werden als der Automarkt, Stichwort Energiesektor.
Was andere derzeit produzieren ist relativ egal im Moment, wenn der Kunde sich entscheidet ein anderes Produkt zu kaufen wird es problematisch für jemanden mit veralteten Portfolio. Interessant ist zu schauen was für Autos eingetauscht werden für eine Tesla, da wird nicht nur im Premiumsegment gewildert, es gibt auch eine große Zahl von Kunden die von kleineren Fahrzeugen kommen. Mir würde das als Wettbewerber zu denken geben.
Das da jetzt noch Welten zwischen liegen ist unzweifelhaft richtig, aber nicht entscheidend. Herrn Ford wurde sicher ähnliches erzählt wo es um Wechsel vom Pferd zum Auto ging, das ist aber in einer Disruption nicht entscheidend, irgendwo ist nun mal der Beginn.
Die wirkliche Bedrohung kommt auch nicht nur von Tesla, sie kommt vor allem aus China in Form von Geely, BYD, XPENG, Nio um mal ein paar zu nennen. In der Technologie haben die Chinesen gegenüber DE keine Rückstand, ist schon eher anders herum. Schau mal wo unsere Hersteller ihre Akkupacks her bekommen Stichwort, CATL, LG Chem etc. VW hat das Problem durchaus erkannt ist in Quantum Scape investiert und Northvolt.
Ich denke hier speziell an Solarkraftwerke in der Sahara, Stromtrassen ans Mittelmeer wo dann die Erzeugung des Wasserstoffs stattfindet und dann per Pipeline nach Europa geliefert werden könnte.
Pipeline wird nicht passieren, Wasserstoff ist zu flüchtig, die anderen von Dir angesprochenen Dinge ergeben schon Sinn und wird es wohl auch geben, nur bis dahin ist es weit denn diese Länder werden erst einmal ihren eigenen Primärenergiebedarf decken.
Ja Transport ist der Schlüssel, hier Trassen.
In ca. drei bis vier Jahre alten Dokus ist in Saudi Arabien bereits für 4 cent Sonnenstrom produziert worden. Wettbewerb kann nur gut sein, nur erdrückend darf er nicht sein. Die Chinesen haben mit ihre extremen Subventionierung unser Solarindustrie zerstört, sind dort heute führend, die Technologie könnte noch bei uns sein. Anschubfinanzierung war in DE nötig, ist es häufig, nur wurde und wird es hier viel zu lange weiter betrieben. Letztlich schadet zu viel und zu lange Subvention dann auch. Es wird wohl niemanden wundern das eine Zeit lang die Preis der Anlagen in dem Rahmen fielen wie die Subventionen verringert worden sind.
__________________
Whatever the odds, keep on smiling
|