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Alt 28.01.2021, 15:07
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Mephisto Mephisto ist offline
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traurig AW: Coronavirus - Situation in Hessen

Grundsätzlich bin ich ja ein (Zweck-) Optimist und hätte es für die Sportart TT wichtig gefunden, noch vor den Sommerferien wettkampfmäßig in die Hallen zurückzukehren.

Der Plan der Verbände, ab März wieder spielen zu wollen, war m.E. zum damaligen Zeitpunkt richtig. Nur wenn man nach vorne plant, kann man auch wieder einsteigen, wenn was möglich ist. Allerdings haben die letzten Wochen gezeigt, wie unberechenbar das Pandemiegeschehen ist und dass die Fortsetzung des Spielbetriebs letztlich ein Blick in die Glaskugel und eine Wette in die Zukunft ist.

Training: Grundsätzlich ist Training nur für den Spitzensport (Bundesligen) und Leistungskader unter strengen Hygieneauflagen eingeschränkt möglich. Einige wenige Vereine können sich den Luxus leisten, die Halle für 2 Personen zu öffnen, was organisatorisch und wirtschaftlich eine Herausforderung und auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit ist (Heizung, Reinigung/ Desinfektion, Anmeldeverfahren, Tracing, Hallenschließung, Aufsicht, ...). Einzelne wenige Vereine nutzen Schlupflöcher und Fehldeutung von Vorgaben, um mehr als 2 Nicht-Spitzensportler*innen in Hallen bzw. komplett abgetrennte Hallenteile zu lassen - und müssen neben der Gefährdung ihrer Mitglieder aufpassen, dass es keine Kontrollen und drastische Strafen gibt. Die meisten Spieler*innen pausieren oder halten sich individuell anderweitig allgemeinsportlich fit. Einzelne Spieler*innen nutzen zu zweit Miet-Courts analog der Tennisplatz-Regelung (regional z.B. eingeschränkt durch Ausgangssperren).

Bevor man an den Wettkampfbereich denken kann, müsste wohl dosiert wieder der Trainingsbetrieb auf Basis der politischen Vorgaben und entsprechender Hygienekonzepte anlaufen. In Tendenz mit erst einmal weniger Trainingstischen/ -teilnehmenden als vor dem Lockdown. Wann das aktuell sein könnte, ist m.E. gerade völlig unklar. Dass bis 14.2. nichts geht, ist klar. Es ist eher zweifelhaft, dass danach sofort wieder etwas möglich wird. Und falls ja, dann wie gesagt dosiert stufenweise.

Wettkampf: Wenn zum 1.3. wieder Punktspiele laufen sollen, wäre m.E. ein unter Pandemiebedingungen vertretbarer Trainingsvorlauf von mindestens 4-6 Wochen nötig. D.h. selbst bei positiven Verlauf in den kommenden Wochen, halte ich Wettkampfbetrieb vor Ostern im April aktuell für völlig unrealistisch. Und selbst hier ist völlig unklar, was dann ist. Wenn die Saison bis 9.5. beendet sein muss, ist es m.E. leider völlig unrealistisch, die 2020 begonnene und unterbrochene Runde wie geplant als Halbrunde zu beenden. Neben der Ausgangslage, dass tatsächlich die Monate März und April komplett gebraucht würden, kommt hinzu, dass sich aktuell Fragen wie gemeinsame Fahrt zum Auswärtsspiel ganz anders beantworten als noch in den Monaten August bis Oktober 2020. Oft sind mehrere Punktspiele parallel in einer Halle angesetzt. Wenn wieder eingestiegen wird, sind m.E. max. die Spieler*innen eines Verbandsspiels und vielleicht noch je 1-2 Begleitpersonen pro Team (Trainer*in, Eltern bei Kids) in einer Halle vertretbar. Was passiert mit den Parallelspielen? Die meisten Vereine haben gar keine Hallenkapazitäten, um neue Termine zu finden. Was wäre die Folge? Saisonfortsetzung ab Bezirksebene, Abbruch auf Kreisebene, was bedeutet das für Auf-/ Abstieg? Der Gedanke ist sowieso unrealistisch, da eine Verordnung für alle gilt und der Startbeginn 1.3. immer unrealistischer wird.

M.E. wäre die einzige denkbare Variante vom Sinn her, die Saison bis zu den Sommerferien im Juli zu verlängern. Das ist allerdings so nicht vorgesehen und die Planung der nächsten Saison braucht Vorlauf. Mich würde sehr wundern, wenn hier vom Sinn her gefolgt würde und dieser über den Regularien, Stichtagen, Abläufen stünde. Sicher würden hier auch einige die sportrechtliche Karte spielen, weil die WO das nicht vorsieht.

Mein Fazit ist leider, dass die Verbände natürlich noch die Entwicklung der kommenden 2-3 Wochen abwarten, in der zweiten Februarhälfte dann aber der Saisonabbruch und die Annulierung der Saison im Nicht-Bundesliga-Bereich erfolgen wird. Ich wünschte, es wäre anders. Im Eigeninteresse, weil mir der Sport und die Menschen im Verein fehlen. Aber auch im Interesse der Sportart. Es wäre ein wichtiges Signal, vor den Sommerferien wieder zu den Schlägern zu greifen, sollte es dann unter Hygieneauflagen vertretbar sein. Sollte es wieder möglich sein, könnte auch eine Sommerrunde mit kleineren Mannschaften auf freiwilliger Basis eine Überbrückungsmöglichkeit sein. Ziel sollte sein, möglichst viele Spieler*innen weiter an die Sportart zu binden, damit sie uns erhalten bleiben und kommende Saison nach 18 Monaten mehr oder weniger Pause wieder zur Verfügung stehen. Und hier trägt die Hoffnung, dass sich die Situation nach den Sommerferien weiter bessert (was für Entwicklungen bringen der nächste Herbst/ Winter?). Allerdings müssen hier auch besondere Alters- und Risikogruppen bedacht werden.

Ich hätte mir sehr gewünscht, eine optimistischere Einschätzung treffen zu können.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad

Geändert von Mephisto (28.01.2021 um 15:31 Uhr)
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