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Alt 29.01.2021, 16:34
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: Deutsche Fußball Nationalmannschaft

Ist das speziell ein fussballspezifisches Problem oder ist das nicht generell oft der Trend auf immerwährendes Wachstum zu setzen?

In allen Bereichen der Wirtschaft wirkt doch das seit 2009 billige Geld wie eine Droge, selbst ehemals seriös wirtschaftende Firmen (und Vereine) haben das Spiel mitgemacht, um bloß nicht abgehängt zu werden.

Die Vereine, die zur Zeit gut dastehen, wie Bayern oder Gladbach wurden oft belächelt.

Der Fussball ist und bleibt für mich aber trotzdem von der wirtschaftlichen Seite her ein Sonderfall. Nur ist man, auch ohne Corona, langsam am Ende der Fahnenstange angekommen. Die Pay-TV Sender schaffen es kaum die enormen Kosten einzuspielen, selbst die PL musste starke Abschläge hinnehmen. Der DFB hat die Eintrittspreise derart überreizt, dass die Stadien nicht mehr voll waren. Dazu Kampagnen, die kein Fan nachvollziehen kann ("Die Mannschaft").

Einige Vereine (Dortmund, Porto) agieren mehr wie Pferdehändler wo ein Spielerabgang schon beim Kauf kalkuliert wird. Andere (Bayern, City, Chelsea) haben Nachwuchszentren gegründet und schicken ihre Jungs um die Welt, um per Transfers (die wenigsten schaffen es in die erste Mannschaft) den Profit zu steigern. Wieder andere (Real, Barca) versuchen über "Erlebniswelten", Stadionumbau neue Umsätze zu generieren, Bayern hat kürzlich erst einen Luxustempel mitten in der Münchener Innenstadt eröffnet mit Restaurants, Hotel und Fanwelt.

Dazu immer mehr Spiele, siehe Nationsleague oder demnächst die neue Form der Klub-WM. Die Kader der Topmannschaften müssen immer größer werden, um der Belastung stand zu halten und mMn. besteht die Gefahr, dass die Fans es irgendwann "über" haben. Und wenn nicht gespielt wird, dann berichtet man über irgendwelche "Awards", die zwar wenig mit dem Mannschaftssport Fussball zu tun haben, aber für die Vereine eine super Plattform darstellen und man überfrachtet zusätzlich noch alles mit unaufhörlichen Social-Media/YouTube Beiträgen.

Aber (noch) lohnt es sich, (noch) schalten die Fans ein und das Rad wird, sobald Corona vorbei ist, sicher noch weitergedreht.

Und die Politik braucht den Fussball. Brot und Spiele halt. Wann lässt es sich einfacher für die Bevölkerung problematische Beschlüsse zu fassen als während einer WM oder EM? Wo bekommt man kritiklosere Bilder als zwischen Poldi, Schweini und Özil in der Kabine. Wer ist besser dafür geeignet als zum Teil doch etwas tumbe Fussballer sich für politische Zwecke vor den Karren spannen zu lassen. Ein Bambi für Özil ist ja für Merkel im Grunde nichts anderes als für Erdogan das Trikotfoto.
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