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Alt 06.02.2021, 22:45
Mianning Mianning ist offline
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AW: TTBL | 1.Bundesliga Herren 2020/2021

Betrachten wir die Vorkommnisse doch mal logisch aus Sicht der beiden Vereine:

Zunächst ein paar Annahmen:
1. Die Verantwortlichen können die Spielstärke ihrer Spieler und der Gegner realistisch einschätzen
2. Die Verantwortlichen kennen den Gesundheitszustand ihrer Spieler und in groben Zügen auch den der Gegner
3. Oberste Priorität der Verantwortlichen ist das Erreichen der Saisonziele (Playoffs, Meistertitel)
4. Die Verantwortlichen handeln stets im besten Interesse ihres Vereins

Auch wenn einzelne User manche dieser Annahmen bezweifelt haben, halte ich sie definitiv für korrekt.

Zunächst die Situation von Düsseldorf:
Düsseldorf war mit 10 Punkten Vorsprung auf den 2. bzw 12 auf den 5. Tabellenführer. Bei 6 austehenden Spielen sind die Playoffs also nur noch Formsache. Auch der 1. Platz ist quasi sicher. Der einzige Nutzen eines Sieges bestünde darin, dass Ochsenhausen möglicherweise nicht in die Playoffs kommt.
Boll macht vertraglich nur wenige Spiele war möglicherweise zusätzlich leicht angeschlagen. Walther war auch leicht angeschlagen, grundsätzlich aber spielfähig.
Ein Einsatz von Boll war sportlich nicht nötig, möglicherweise aber teuer (falls er mehr Spiele als laut Vertrag spielt). Das Risiko, dass seine Verletzung schlimmer wird war außerdem viel gravierender als eine Niederlage in diesem Spiel. Ein Ausfall Walthers wäre weit weniger schlimm, zumal dessen Verletzungshistorie harmloser ist und damit ein Einsatz vermutlich weniger risikoreich. In diesem Zustand wäre ein Sieg gegen Calderano aber sehr unwahrscheinlich, selbst gegen Jha fraglich.
Sinnvollste Aufstellung also: Källberg als stärkster verfügbarer Spieler wird auf 1 aufgestellt, Karlsson als zweitstärkster auf 3. Man opfert Heister gegen Calderano, da man das Spiel eh verliert. Im Schlussdoppel spielt dann Walther, der noch frisch ist wodurch sowohl der Trainingsrückstand nicht so schlimm ist, außerdem die Gefahr einer erneuten Verletzung bei nur einem Spiel kleiner ist. Damit geht man aus den ersten drei Spielen mit 2:1 und hat anschließend 2 Matchbälle und gute Chancen auf einen Sieg.


Situation von Ochsenhausen:
Ochsenhausen hängt hinter den eigenen Ansprüchen hinterher und steckt in einem 5-Kampf (gut gemeint 8-Kampf) um die verbleibenden 3 Playoffplätze. Ein Sieg wäre für Ochsenhausen also wesentlich wichtiger als für Düsseldorf. Allerdings spielt man 2 Tage später gegen Grünwettersbach, die ein direkter Konkurrent um die Playoffs sind. Ein Sieg dort ist wichtiger als ein Sieg gegen Düsseldorf.
Gauzy kommt von einer Verletzung und ist zwar wieder spielfähig, aber nicht bei 100%, außerdem besteht das Risiko eines Rückfalls, was im weiteren Saisonverlauf fatal sein könnte. Vermutlich weiß man mit hoher Sicherheit, dass Boll nicht zur Verfügung steht, Calderano ist also gegen jeden Gegner Favorit. Auch vom Einsatz Heisters hat man anscheinend vorher Wind bekommen.
Sinnvollste Aufstellung:
Da das Spiel gegen Heister auf jeden Fall kommt, stellt man Calderano auf 2, damit der ein Schlussdoppel spielen kann. Gegen Källberg spielt er so oder so. Jha, Kulzycki und ein verletzter Gauzy haben alle kaum Chancen gegen Källberg oder Karlsson. Daher schont man Gauzy, dem die besten Chancen im Schlussdoppel eingeräumt werden. Da dies sein einziges Spiel ist minimiert man das Verletzungsrisiko. Der Matchplan lautet daher: 2:0 Führung durch Sieg von Calderano gegen Källberg und Jha gegen Heister, anschließend besteht die Chance mit Führung im Rücken einen Überraschungssieg zu landen, und hat sonst noch das Stardoppel in der Hinterhand.


Aus Vereinssicht waren beide Aufstellungen unter Berücksichtigung der Gesamtsituation sinnvoll. Dadurch leidet zwar die Attraktivität der Spiele, die Fairness gegenüber den anderen Gegnern aber nicht wirklich, da andere Aufstellungen keine besseren Ergebnisse gebracht hätten. Das Hauptproblem ist eher das Spielsystem, wodurch man den schlechtesten Spieler an 2 opfern kann und dann fürs Doppel auswechseln. Hätte Heister an 3 spielen müssen, oder das Doppel spielen müssen, hätte das ganze deutlich anders ausgesehen.
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