Einzelnen Beitrag anzeigen
  #362  
Alt 11.02.2021, 11:59
Benutzerbild von Mephisto
Mephisto Mephisto ist offline
Lebenskünstler
Foren-Stammgast 3000
 
Registriert seit: 26.03.2000
Ort: Frankfurt (Main)
Alter: 52
Beiträge: 3.758
Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)Mephisto ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur ;-) (Renommeepunkte mindestens +500)
:-) AW: Coronavirus - Situation in Hessen

Durch die aktuelle politische Beschlusslage ist seit gestern klar, dass die letzte Option Hoffnung des HTTV zur Saisonfortsetzung leider nicht funktionieren wird. In der Woche vor dem 8.3. wird aufgrund der dann aktuellen Pandemielage bewertet und entschieden, ob es die nächsten Lockerungen geben kann oder nicht.

Von der Reihenfolge her ist dann erst einmal der Einzelhandel dran, bevor jemand über Amateursport spricht. Bis dahin können nach wie vor nur max. 2 Personen eine Halle bzw. einen räumlich abgetrennten Hallenbereich nutzen, was die meisten Vereine aufgrund der Verhältnismäßigkeit, Organisation und Schließung durch Kommunen nicht realisieren können. Wenn dann zum Zeitpunkt X die Lockerung für den Amateursport ansteht, muss erst analysiert und verhandelt werden, unter welchen Hygienemaßgaben Hallensport in Training und ggf. Wettkampf wieder anlaufen kann. Hier wird es keine klaren Verhältnisse zum 8.3. geben und somit wird die Halbrunde nicht zum 15.3. fortgesetzt werden können. Die Konsequenz kann also nur der Saisonabbruch und die Annulierung der Spielzeit 20/21 sein.

Wir können froh sein, wenn wir vielleicht nach Ostern wieder mit einer recht begrenzten Personenanzahl bei klaren Hygienekonzepten (x qm/ Person, medizinischer Mund-Nasen-Schutz, Zutritt mit Einbahnstraßensystem, Abstände einhalten, Lüftungspausen, Tracing, ...) behutsam in die Hallen zurückkehren können. Und da werden wir leider im ersten Step noch keine Situationen vorfinden, um sofort wie mit den Hygienekonzepten aus August-Oktober 2020 wieder in Wettkämpfe einsteigen zu können. Ganz zu schweigen davon, dass viele Vereine bei begrenzten Hallenzeiten mit Parallel-Mannschaftsspielen planen müssen, die dann so nicht möglich sind und Hallenzeiten für alle Teams fehlen.

Es wäre schön, wenn es eine freiwillige Sommerrunde geben würde, sollte ab Zeitpunkt X wieder was gesundheitlich vertretbar sein.

Die Diskussion um 4er-Mannschaften bei den Herren finde ich alleine strukturell völlig kontraproduktiv. Ich sehe es als Ziel an, möglichst alle Spieler bei der Stange zu halten. Das wird mancherorts besser und mancherorts schlechter gelingen. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Verein mit 6 6er-Teams alle Spieler hält, würde das 9 4er-Teams bedeuten. Wir haben jetzt schon vielerorts das Problem fehlender Hallenkapazitäten und gerade unter Pandemiebedingungen sind parallele Wettkämpfe bedenklich. D.h. wir würden hier Öl ins Feuer gießen und die Probleme verschärfen. Oder wir planen als Ziel perspektivisch den Mangel durch Wegfall von Spielern. Auf die ganzen anderen sozialen Aspekte usw. möchte ich hier gar nicht eingehen, da ich den Fokus bei der Spielzeit 21/22 auf Corona-Bedingungen lege.

Sehr nützlich finde ich die Überlegungen von maninblack hinsichtlich 21/22.

Eine komplette Veränderung des Rahmenterminplans mehr in die Sommermonate würde eine kontroverse Diskussion mit zahlreichen Pro- und Kontra-Argumenten mit sich ziehen und ist zeitlich wie auch formal gar nicht einzufangen - und würde die Sportart TT grundlegend ändern. Langfristig gesehen kenne ich viele Spieler, die ihren TT-Schwerpunkt bewusst von Spätsommer bis in den Spätfrühling legen und den Sommer bewusst mit anderweitigen Freizeit- und Sportaktivitäten ausfüllen. Ich befürchte, dass das nicht der Sportart TT nutzen würde und wir dadurch nicht unerheblich Spieler verlieren würden. Wenn wir davon ausgehen müssten, dass auch 22/23 ff. die Wintermonate gefährdet wären, dann würde es Sinn machen, diese Debatte anzugehen. Davon gehe ich aktuell aber nicht aus und hoffe auch, dass wir bis dato das Pandemiegeschehen soweit im Griff haben, um uns diese Gedanken nicht machen zu müssen.

Also bleibt die Frage, wie organisiert man die kommende Runde 21/22 so sinnvoll, dass sie selbst bei einem ungünstigen Pandemieverlauf relativ zuverlässig durchgeführt werden kann (Impfstoff, Impfbereitschaft, Herdenimmunität, Mutationen). Hier gibt es aus den Erfahrungen des letzten Jahres viele Unbekannte, die weder heute noch im Mai 2021 (Weichenstellung für die kommende Runde) Wissenschaftler*innen, Politiker*innen - und schon gar nicht Sportfunktionär*innen - seriös und verbindlich beurteilen und garantieren können. Und genau hier brauchen wir eine Lösung, die eine größere Wahrscheinlichkeit bietet als eine "normale" Runde.

Die vereinfachte Lösung wäre, von vorne herein nur eine Halbrunde anzubieten und die Spieltage schwerpunktmäßig in die Monate August-Oktober und März-Mai zu legen. In beiden Zeiträumen sind ca. die Hälfte der Spiele auszutragen (mindestens Klassengröße : 2 -1). D.h. hier aber gleichzeitig, dass es z.B. 16 statt 8 Bezirksklassen und veränderten Auf-/ Abstieg geben müsste.

Innovativer und charmanter finde ich den Vorschlag von maninblack, z.B. eine 12er-Klasse im ersten Zeitfenster in zwei 6er-Unterklassen aufzuteilen und dann im zweiten Zeitfenster eine 6er- Aufstiegsrunde und eine 6er-Abstiegsrunde durchzuführen. M.E. wäre das (nur) für kommende Saison so handhabbarer, würde die Saison ziemlich wahrscheinlich regulär beenden lassen - und würde eine Menge Druck von Verband und Vereinen nehmen. Um Spieler bei der Stange zu halten und weiter an die Sportart zu binden, gäbe das m.E. eine notwendige Planungssicherheit für die kommende Saison in dieser Ausnahmesituation.

So oder so sollte man sich offenhalten, dass die Saison 21/22 später im Sommer endet. Pokal- und Einzelspielbetrieb sollten m.E. nachrangig betrachtet und ggf. für ein Jahr ausgesetzt werden. Gerade Turniere mit vielen Menschen in der Halle und Pokal durch Zusatztermine in ungewissen Zeiten. Eine Ergänzung zu einer reduzierten Verbandsrunde sind VR-Cups, die man besser begrenzen kann (hier wäre z.B. auch eine TN-Anzahl nach Hallengröße und Lüftungsmöglichkeiten denkbar, z.B. mit 5min Stoßlüftung nach jeder Spielrunde). Außerdem kann die Ansetzung viel kurzfristiger als lang feststehende Qualifikationsturniere geschehen und auf das aktuelle Pandemiegeschehen eingehen - und eben auch kurzfristig abgesagt werden ohne Folgen für eine Qualifikation zur nächsten Ebene. Hier sollte man sich dann auch über ein U16-Format Gedanken machen, um auch Cups und damit verbundene Wettkampferfahrung für Kids anzubieten.

Das sind alles nicht meine grundsätzlichen Idealvorstellungen von und für TT und mir persönlich wäre es wichtig, möglichst bald wieder zu vollständigen Runden mit Hin- und Rückrunde, Pokalspielbetrieb und den gängigen Qualifikationsturnieren auf allen Ebenen zurückzukehren. Mit Vernunft und Verstand denke ich aber, dass wir als Sportart nicht mit der Brechstange versuchen sollten, das alles wieder zu früh zu wollen - und dann wieder abbrechen und annulieren zu müssen. Ich finde, wir haben eine Verantwortung für die ganze Sportart, die TT-Vereine und TT-Abteilungen. Hier sollte der größte Augenmerk sein, erst einmal alle Kinder (unsere Zukunft) und dann unsere Damen und Herren wieder wohl bedacht zum Training in die Halle zu bekommen, um sie dann mit einer realistischen Option für den Mannschaftsspielbetrieb in der Pandemie-Übergangssaison 21/22 weiter an Sportart und Verein zu binden (Mannschaftssport bindet!). Und dann hoffe ich wirklich, dass der Pandemiespuk vorbei oder beherrschbar ist, um wieder eine verhältnismäßig normale Saison 22/23 zu spielen.

Solch innovative Vorschläge wie der von maninblack verlangen unseren Beschlussgremien und Funktionär*innen viel Weitsicht und Beweglichkeit ab, während die Sportpolitik ja sonst sehr von der Politik der kleinen Schritte, formaler sowie rechtlicher Betrachtung geprägt ist. Jetzt sind m.E. alle im Sinn der Sport gefragt, mehr "Out of the box" zu denken.

Alles nur meine Meinung ...
__________________
Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad

Geändert von Mephisto (11.02.2021 um 14:57 Uhr)
Mit Zitat antworten