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Alt 15.02.2021, 16:09
Abwehrer Abwehrer ist offline
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AW: Coronavirus allgemein (Covid-19, Virologen, Politik, aktuelle Lage, Impfung usw.)

Das Verständnis schwindet ....

Ich habe bisher immer Verständnis für die Corona-Maßnahmen der Regierung gehabt, habe mich an sämtliche Kontaktbeschränkungen gehalten und habe gehofft, dass die verantwortlichen Politiker schon die richtigen Entscheidungen treffen werden.

Allerdings habe ich am Samstag eine Erfahrung gemacht, die mich an Allem zweifeln lässt. Ich bin bisher immer zum Lebensmittelhändler in meinem kleinen Ort gegangen, hab eingekauft und bin wieder nach Hause gegangen. Am Samstag bin ich einmal in den nahen Real-Markt gefahren.

Eigentlich alles wie immer, ein Einkaufswagen pro Kunde, FFP2-Maske, alles gut. Am Eingang muss man noch an der Info vorbei, wo eine Mitarbeiterin stand und m.E. wohl auch den Einlass mit kontrollieren sollte. Doch weit gefehlt - im Markt hatte beileibe nicht jeder Kunde einen Wagen, geschätzt max. 70%. Es war schlicht gesagt "die Hölle los" - Massen an Leuten, die sich gegenseitig fast auf die Füße getreten sind, die Legehennenverordnung war nicht mehr weit.

Nun verkauft der Real nicht nur Lebensmittel, sondern auch Schuhe, Fernseher, Fahrräder, Klamotten und so weiter. Auch hier herrschte rege Nachfrage und Beratungsbedarf durch die Marktmitarbeiter.

Als ich meinen Einkauf beendet hatte, bin ich wieder aus dem Markt rausgegangen und musste feststellen, dass Richtung Ausgang der kleine Shop, der Wurst und Schinken verkauft, geöffnet hat, der kleine Blumenladen gegenüber aber geschlossen war.

Ich bin selbst kein Einzelhändler, aber ich kann mittlerweile verstehen, dass diese Branche sich von den Politikern auf den Arm genommen fühlt. Ich würde jeden Tag dieses Schauspiel filmen und an alle Medien schicken. Kann man irgendwem erklären, wieso solch ein Discounter auf hat, ein Baumarkt, der anstatt Lebensmittel halt Schrauben verkauft, aber nicht? Lebensmittel dienen klar der Grundversorgung, aber soweit ich das immer verstanden habe, kommt es doch vor allem auf die Kontaktreduzierung an.

Wenn man solchen Geschäften schon Öffnungen zugesteht, dann muss man sie bitte auch kontrollieren, denn entscheiden ist das eine, aber die Umsetzung ist in der täglichen Praxis das Andere. Leider wird das vernachlässigt.

Als es bei den Ladenöffnungen noch eine Koppelung an die qm Verkaufsfläche gab, hatte man vor allem bei den kleinen Läden ein gutes Gefühl. Zutrittsbeschränkungen, Hygienekonzepte, Handdesinfektion etc. Hier machten sich die Händler Gedanken und die Kunden hatten auch für Wartezeiten Verständnis. Die Gastronomen hatten sogar noch die Namen der Gäste registriert - in dem Discounter passierte in Sachen Hygiene so gut wie nichts.

Ich weiß nicht, wie man dies als normal denkender Mitbürger verstehen soll. Mir fallen nur Begriffe wie politische Willkür, Unverhältnismäßigkeit, "alles-über-einen-Kamm-scheren" und keinerlei Strategie der Verantwortlichen dazu ein.

Man kann doch zumindest erwarten, dass Konzepte ausarbeitet werden, wie man die Händler unterstützen kann. Denn die zahlen die Steuern, mit denen die Leute bezahlt werden, deren Aufgabe es ist, sich Gedanken über Öffnungsstrategien zu machen, deren Logik für den normalen Menschen auch nachvollziehbar ist.
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