Zitat:
Zitat von Glücksball
Das kommt aber sehr auf die Branche und das genaue Geschäftsmodell an. Apple fährt sehr gut damit, die iPhones billig in Asien fertigen zu lassen, leistet sich aber eine Riesentruppe an extrem (!) gut bezahlten Entwicklern, Designern, Marketingexperten, ... in den USA.
Klar, nicht jede Firma kann Apple sein. Aber diese Schrumpfung von 5000 auf 100 ist weder zwingend noch wirklich verbreitet (Beispiele gibt es ja nun wirklich genug).
|
Klar, da muss man differenzieren.
Aber was ist so eine Firma für die Gesellschsft in den USA wert?
Sie zahlen kaum Steuern durch ausgefeilteste Konstrukte. Egal ob Irland, Delaware oder sonstwas. Das verdiente Geld wird hauptsächlich, die Dividende ist marginal, für Zukäufe aufgewendet.
Es profitieren also:
Einige, wenige Gründer von anderen Startups.
Eine an teuren Privatunis in den USA ausgebildete Elite.
Immobilienbesitzer im Umfeld der Zentrale, die für abnorme Summen verkaufen/vermieten können.
Die breite Masse in den USA hat von dieser Firma gar nichts, dee Staat auch nicht viel, da sie kaum Steuern zahlen.
Das Gegenbeispiel ist das Mercedeswerk in Alabama:
Die ganze Umgebung boomt, da sich im Umfeld des Werks ohne Ende auch Zulieferer angesiedelt haben, durch gute 'normale" Arbeitsplätze inklusive Sozialabsicherung hat die breite Masse im Umfeld etwas davon. Auch die Universitäten und HighSchools in der direkten Umgebung profitieren, da sie nun auch "normalen" Absolventen im Umfeld Möglichkeiten bieten.
Im der Bay Area sind die Folgen von Facebook, Google zum Teil dramatisch. Die Gentrifizierung und soziale Spaltung hat enorme Ausmaße angenommen. Da lebt die Krankenschwester in Ooakland im kriminellen Brennpunkt weil sie sich im Silicon Valley nicht mal ein 10qm Zimmer leisten kann. Polizisten ziehen aus der Gegend 60,70 oder noch mehr KM weg. Selbst "normale" Angestellte dieser Techriesen die da auch schon 120 oder 150k verdienen müssen 30 KM raus in die Suburbs ziehen.
Ähnliche Entwicklungen, wenn auch nicht so extrem gibt es in der City of London, Paris und mittlerweile auch in München, Berlin oder Frankfurt.
Vanilla hat schon recht, dass es durchaus "HighPotentials" gibt, die auch hier in Deutschland mit Anfang 20 oder kurz darauf im IT-Bereich oder mit Mathematikhintergrund Unsummen verdienen. 10k im Monat sind da für manchen durchaus drin.
Der Haken ist nur, dass das pro Abijahrgang am Gymnasium vielleicht einer oder zwei sind. Oft noch welche, wo Papa die Kontakte hat und auch das Studium in Oestrich-Winkel bezahlt.
Was macht man aber mit dem großen Rest. Sicher gibt es einige, die sich noch ganz gut positionieren, Arzt oder selbstständiger Handwerker werden und auch Beamte sind in Deutschland (noch) gut versorgt.
Was ist auf lange Sicht mit den "normalen " Berufen in duale Ausbildung? Genau diese Basis hat den Staat als Ganzes doch über Jahrzehnte krisenfest gemacht und für Binnennachfrage und Konsum gesorgt. Nach den Schröderreformen hat hier schon eine dramatische Entwicklung eingesetzt. Wenn die Boomer (passend zum Thema) in Rente gehen mit (noch) guten Renten oder heute noch in "Altverträgen" arbeiten, was passiert dann, wenn sie billig ersetzt oder gar nicht mehr ersetzt werden?