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Zitat von JanMove
Das Problem bei der Sache ist, dass Du normalerweise dann in keiner der beiden Sportarten Spitze werden kannst, da die Zeit, die Du in die eine Sportart investierst, dann für die andere Sportart fehlt. Da ich auch noch musisch nicht unbegabt bin (komme eigentlich aus einer Musikerfamilie), hab ich damals auch fast täglich 2-3 Stunden Klavier geübt. Somit habe ich meine Ressourcen mehr oder weniger gleichmässig verteilt, was unweigerlich dazu führte, dass ich zwar in allen drei Dingen überdurchschnittlich gut war bzw. bin aber eben nirgends Spitze. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass das auch gut so ist, denn ich habe deswegen einen soliden Beruf gelernt (für den übrigens gleiches gilt) und betreibe meine drei Haupthobbies weiterhin mehr oder weniger regelmässig, die mir auch alle Freude bereiten. Wenn ich als Profi in jeweils einer Sache 8 h am Tag trainieren müsste, würde ich wahrscheinlich irgendwann die Lust daran verlieren. Insofern ist alles gut, und ich bin mehr als zufrieden so wie das alles gelaufen ist.
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Das klingt alles sehr harmonisch und ausgewogen bei dir, weder ein IM oder GM noch ein Bundesliga-Tischtennisspieler geworden, aber warum auch? Die unsichere Profi-Karriere im TT oder Schach blieb dir erspart. Stattdessen Akademiker mit sicherem Job geworden und alle deine Hobbies (auf ziemlich fortgeschrittenen Level würde ich sagen) gut im Gebrauch. Erscheint mir sehr gelungen alles... Ich find's klasse!
Meine Hauptbegabung ist eigentlich alles, was mit Sprachen zusammenhängt, dessen war ich mir als Kind und Jugendliche aber nicht bewusst. Ich habe auch pädagogisches Talent. Als Jugendliche wollte ich Gitarrenunterricht haben. Meine Eltern sagten: Du bist unmusikalisch, das musst du dir selbst zusammen sparen. Zwei Jahre lang konnte ich private Gitarrenstunden selbst finanzieren. 1 - mal in der Woche habe ich dann zu Hause das jeweilige Lied durchgeübt. Dann kam die Tischtennis- und Tennis Ära bei mir. Studium an 2 Universitäten, aber keine Chance das 1. Juristische Staatsexamen zu bestehen. Also kein Akademikerberuf! :-( Später habe ich nochmal studiert, dann Sprachen, dann kamen wieder gesundheitliche Probleme. Sodass ich da auch keinen Abschluss habe. Dann in den 90-er Jahren begann mein Schachhobby. Dann kaufmännische Umschulung mit IHK - Abschluss, musste dadurch im Schachclub aufhören. Dann doch einen qualifizierten Bürojob gefunden! Aber nicht für lange Zeit. Danach meine 7 Jahre Mitgliedschaft im Astronomieclub, da begann mein Interesse für die Naturwissenschaften. Gleichzeitig machte ich noch eine Fremdsprachen Abendausbildung mit IHK - Abschluss. Aus dem Astromieclub wieder ausgetreten später in den Wanderverein und wieder (in den gleichen) Schachclub eingetreten. Was für ein Lebenslauf!!! Langweilig war der nicht, aber nicht so gradlinig, wie es sich meine Eltern gewünscht hätten.
Bei mir stellte sich nie die Frage, ob ich auf irgendeinem Gebiet (von denen, auf denen ich mich bewegt hatte) irgendwas Herausragendes leisten sollte.
Jolien