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Zitat von Glücksball
Der Staat zahlt bei dieser Versicherung nicht aus Steuergeldern dazu, wie bei der Rentenversicherung? Das sollte mich sehr wundern, denn es gibt ja den Arbeitgeberanteil. Man kann das zwar so rechnen, dass das auch aus dem Lohn des Arbeitnehmers kommt. Aber im Delta, wenn sich der Anteil ändert, muss der Arbeitgeber nun einmal drauf legen. Das mögen die nicht, und das lassen die Ihre Auftragsnehmer von der Union auch wissen. 
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Ganz so ist das ja nicht korrekt. Kalkuliert ein AG die Personalkostenquote, dann rechnet er in der Regel ALLE Ausgaben mit ein. Da wird auch Urlaub, durchschnittlicher Ausfall wegen Krankheit usw. miteinbezogen. Steigen also die AG-Beiträge, so kommt letztendlich weniger Brutto beim AN an, sofern der AG seine Vorstellungen in den Tarifrunden und Gehaltsverhandlungen durchsetzen kann.
Die meisten AN haben von Kostenstellenrechnung keinen Plan und daher in Verhandlungen oft wenig Argumente.
Diese Gemengelage ist übrigens, neben der Ersparnis, einer der Hauptgründe, warum gerne an Leihfirmen und Werkvertäge outgesourct wird. Da hat der AG mit den ganzen "Nebengeräuschen" nichts mehr am Hut und zahlt eine fixe Summe je Arbeitsstunde. Zudem sehr gut geeignet die Personalkostenquote zu drücken, da diese Arbeitskräfte in der G+V nicht unter "Personal" verbucht werden sondern unter "sonstige Dienstleistungen".
Eine gesellschaftliche Folge kommt bei den sog. "Aufstockern" noch dazu: dort zahlt der Steuerzahler die Differenz. Gerade vor dem Mindestlohn war es
sehr beliebt hier Arbeitskosten zu vergesellschaften.
Dazu kommt die Problematik der Scheinselbstständigkeit, wo gerade während Corona diese Gruppe stark betroffen ist.
Der Themenbereich ist extrem komplex geworden .
Du gehst vom klassischen "Normalfall" aus. Den gibt es heute aber nur noch in kleinen und kleineren mittleren Betrieben. Und selbst dort werden vereinzelt reguläre Arbeitsverhältnisse in mehrere Minijobs umgewandelt, die dann überhaupt keine Sozialleistungen erhalten.
Es ist extrem komplex geworden...